BR Volleys: Auf dem Weg in andere Sphären

Benjamin Patch spielt den Ball gegen Linus Weber (Quelle: picture alliance/dpa/Andreas Gora)

Volleyball

BR Volleys: Auf dem Weg in andere Sphären

Auf die BR Volleys wartet mit Champions League, Bundesliga, Pokal und Supercup wieder ein volles Programm. Der Meistertitel ist fast schon gesetzt und auch international soll es in die Spitzengruppe gehen.

So lief die vergangene Saison

Die BR Volleys starten in die neue Saison als Deutscher Meister – mal wieder. Sie konnten den Titel zum fünften Mal in Folge verteidigen. Das Finale gegen den VfB Friedrichshafen gewannen sie souverän mit 3:0 Siegen. Trotz vieler Verletzungen, die der Mannschaft über weite Teile der Saison zu schaffen machten, gelang den BR Volleys in der Champions League der Schritt unter die besten Acht. Im Viertelfinale war dann gegen Trentino Schluss.
 
Im Pokal mussten sich die Volleys ausgerechnet gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen geschlagen geben. Der Brandenburger Konkurrent gewann das Viertelfinale überraschend mit 3:2 und nahm den Volleys die Chance, den Titel zu verteidigen.

Wer blieb?

Die Erfolgsgeschichte soll weiter gehen. "In der Tat ist die Kaderplanung dieses Jahr genau so gelaufen, wie wir das wollten. Da muss man auch mal Glück haben", sagt Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Für ihn bedeutet das eine "Qualitätssteigerung" im Kader.
 
Die Qualitätssicherung gelang den Berlinern schon in der letzten Saison: Diagonalangreifer Benjamin Patch und Zuspieler Sergej Grankin verlängerten ihre Verträge vorzeitig um drei beziehungsweise zwei Jahre. Relativ schnell stand auch fest, dass die Liberos Adam Kowalski und Samuel Tuia sowie Außenangreifer Cody Kessel bleiben würden. Sechs Spieler verabschiedeten sich Mitte April: die drei Brasilianer Eder Carbonera, Renan Michelucci und Davy Moraes sowie Zuspieler Pierre Pujol, Außenangreifer Robin Baghdady und Libero Julian Zenger.

Wer kam?

"Wir konnten den Stamm der Mannschaft zusammenzuhalten und dann noch Leute von außen dazu bringen, die den Anspruch haben auch in den Stamm, die erste Sechs, reinzukommen", erklärt Niroomand. "Wenn wir nur auf dem Niveau des erweiterten Kaders Spieler dazu holen würden, würden wir keine Qualitätssteigerung erreichen." Unter den Neuverpflichtungen sind zwei alte Bekannte: Jeffrey Jendryk und Ruben Schott schlüpfen wieder ins schwarz-orangene Trikot. Dazu kommen Zuspieler Matthew West und Diagonalangreifer Marek Sotola.
 
Außerdem konnte der argentinische Nationalspieler Santiago Danani unter Vertrag genommen werden. "Er ist ein Weltklasse-Libero. Sehr stark in der Annahme. Er ist ein Kämpfer. Das ist ein großer Bonus und wirklich interessant fürs Team", schwärmt Trainer Cedric Enard von der Neuverpflichtung.

Die Saisonvorbereitung

Ein Kader mit lauter Topspielern bedeutet auch, dass viele von ihnen im Sommer für ihre Nationalmannschaften unterwegs sind. Zum Trainingsauftakt Anfang August kamen deswegen nur ein paar Spieler in die Halle und auch Trainer Cedric Enard schaute nur vorbei, um die Trainingspläne zu verteilen. Danach meldete er sich ab, um die Nationalmannschaft Estlands bei den Europameisterschaften zu coachen. Ein Training mit dem ganzen Team gab es erst vor wenigen Tagen.
 
Die BR Volleys konnten auch mit kleinerer Besetzung alle Vorbereitungsspiele gewinnen. Doch Geschäftsführer Niroomand warnt davor, die Ergebnisse überzubewerten: "Wir hatten ziemlich viele Probleme in der Planung dieser Spiele, um entsprechend schwergewichtige Gegner zu finden." Nur das Spiel gegen den polnischen Topklub PGE Skra Belchatow sei eine wirkliche Herausforderung gewesen.
 
Trainer Enard blickt zuversichtlich auf die Entwicklung der Mannschaft: "In Polen habe ich schon einige gute Dinge gesehen. Die Energie war wirklich gut. Das Team freut sich und ich denke alle sind ehrgeizig. Wir brauchen diese Energie, um etwas Starkes aufzubauen." Durch den tiefen Kader können die Volleys auch die Ausfälle von Samuel Tuja und Anton Brehme auffangen. Tuia zog sich in Polen einen Muskelfaserriss zu und Brehme kehrte mit einer Verletzung von der EM zurück. Beide werden zum Saisonauftakt und voraussichtlich in den Wochen danach fehlen.

Erwartungen an die Saison

In der Champions League haben die BR Volleys eine leichtere Gruppe als in den Vorjahren erwischt. "Und unter den ersten Acht in Europa zu sein, wäre eine tolle Geschichte", sagt Niroomand. Als gefährlich in der Gruppe gilt nur Zenit St. Petersburg. Doch auch als potenzieller Gruppenzweiter müssen die Volleys den indirekten Vergleich im Auge behalten, denn nur die drei besten Zweiten kommen weiter.
 
"In Deutschland müssen wir in der Lage sein, mit diesem Kader um alle Titel, die zu vergeben sind, ernsthaft mitzuspielen", so Niroomand. Gleich am Samstag, den 2. Oktober, könnten sich die BR Volleys ihren ersten Titel im Supercup sichern. Zum Saisonauftakt empfängt der Deutsche Meister die United Volleys Frankfurt, den Pokalsieger der letzten Saison. Am 6. Oktober empfangen die BR Volleys dann die Helios Grizzlys Giesen zum Bundesligastart in der Max-Schmelling-Halle.

Sendung: rbb UM6, 30.09.2021, 18 Uhr

rbb | Stand: 28.09.2021, 16:49

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