Arkadiusz Milik - der Jungstar im Schatten Lewandowskis

Polen vor dem Spiel gegen Nordirland

Arkadiusz Milik - der Jungstar im Schatten Lewandowskis

Von Frank van der Velden

Alle Augen auf Robert Lewandowski: Vor dem Auftaktspiel der Polen gegen Nordirland schaut alles auf den Angreifer des FC Bayern. Dessen Sturmpartner Arkadiusz Milik kann das nur recht sein.

Er ist jung, er ist unbekümmert und er verspürt überhaupt keinen Druck: Arkadiusz Milik kann bei der Fußball-EM ganz befreit aufspielen. Dass beim Auftakt der Polen bei der Fußball-EM gegen Nordirland alle Augen auf seinen Sturmpartner Robert Lewandowski gerichtet sind, kann dem 22-Jährigen Angreifer nur recht sein. Fast im Alleingang hat der Stürmer des FC Bayern München die Polen zur Endrunde in Frankreich geschossen. 13 Mal traf der Bundesliga-Torschützenkönig in zehn Qualifikations-Spielen.

Sechs Tore, sechs Vorlagen

Doch die Nordiren sollten sich wohl auch auf Milik konzentrieren. Denn der hat Lewandowski satte sechs Treffer vorgelegt. Kein anderer Spieler hat mehr Assists auf dem Konto. Nebenbei traf der Mann von Ajax Amsterdam in neun Spielen auch sechs Mal selbst ins Tor. Eine sehr gute Quote. In 26 Länderspielen stehen insgesamt zehn Tore zu Buche. Eines davon erzielte Milik beim 2:0-Sieg in der EM-Qualifikation im Oktober 2014 gegen Deutschland.

In der Bundesliga gescheitert

Milik gilt als das größte Talent des polnischen Fußballs. Zahlreiche Topklubs in Europa haben den Jungstar ganz oben auf dem Einkaufszettel. Der FC Sevilla, der FC Arsenal und der FC Liverpool sollen stark interessiert sein - sagt jedenfalls die Gerüchteküche.

Dabei war er zwischenzeitlich schon als Flop verschrien. Milik wurde in der Jugendabteilung von Rozwój Katowice ausgebildet und wechselte im Sommer 2011 zu Górnik Zabrze in die erste polnische Liga. Dort spielte er so stark auf, dass Bayer Leverkusen auf ihn aufmerksam wurde. Am 1. Januar 2013 wechselte Milik für rund 2,5 Millionen Ablöse zur Werkself in die Bundesliga. Doch dort konnte er sich nicht durchsetzen. Auch nicht beim FC Augsburg, der ihn zwischenzeitlich auslieh. In 24 Bundesligaspielen, in den er kaum einmal in der Startelf stand, gelangen ihm nur zwei Treffer.

Bei Ajax durchgestartet

Dennoch holte Ajax Amsterdam das Talent in die Niederlande. Erst leihweise, dann nutze der Klub seine Kaufoption. Milik unterschrieb einen Vertrag bis 2019 und zahlte das Vertrauen in Toren zurück. In zwei Jahren bei Ajax gelangen ihm in 52 Spielen satte 32 Tore.

Der gefährlichste Sturm der EM-Qualifikation

Milik und Lewandowski - das ist der gefährlichste Sturm der EM-Qualifikation. Das Duo ergänzt sich. Während Lewandowski im Strafraum wirbelt, ist Milik einfach überall. Mal lässt sich der Linksfuß zurückfallen, mal kommt er über die Flügel. Und immer sucht er Lewandowski, wenn er mit dem Ball am Fuß durch die gegnerische Abwehr geht. Zudem ist Milik technisch versiert und auch ungemein schnell. Schon im Alter von 18 Jahren debütierte er erstmals in der Nationalmannschaft.

"Eine neue Generation"

Was ihn ausmacht, ist seine Unaufgeregtheit. Seinen Platz hinter Alphatier Lewandowski hat er längst akzeptiert. Es scheint ihm recht zu sein, nicht in der allerersten Reihe zu stehen. Und er ist unbekümmert. Dass den Polen in bisher sechs EM-Spielen bei den Endrunden 2008 und 2012 noch kein einziger Sieg gelang, ist ihm egal. "Wir sind eine ganz andere Mannschaft, mit einem neuen Trainer und einer neuen Spielweise. Wir sind eine neue Generation", sagt er.

In der ersten Partie der Gruppe C gegen Nordirland hofft er auf ein Ende der Serie. "Ein Sieg würde uns einen Schub geben und etwas Freiraum für die kommenden Partien verschaffen", sagt der Stürmer. Denn schon im zweiten Spiel wartet Weltmeister Deutschland. Fest steht: Polen peilt das Viertelfinale an, alles andere als ein Sieg gegen die Briten wäre da eine Enttäuschung. Milik erwartet "ein hartes Match", doch er strotzt vor Selbstbewusstsein: "Wenn wir die Spiele genauso angehen wie in der Qualifikation, dann werden wir nicht die großen Probleme bekommen."

Stand: 12.06.2016, 07:30

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