Glücklose Schweizer verpassen Sieg gegen Rumänien

UEFA Euro 2016, Gruppe A: Rumänien - Schweiz 1:1

Glücklose Schweizer verpassen Sieg gegen Rumänien

Von Arne Lichtenberg

Sie gewannen mehr Zweikämpfe, hatten mehr Ballbesitz und die besseren Torchancen: Doch am Ende reichte es für die Eidgenossen nur zu einer Punkteteilung gegen Rumänien.

Bogdan Stancu hatte die Führung für Rumänien erzielt. Der Mann von Genclerbirligi Ankara verwandelte seinen zweiten Strafstoß dieser EM (18.). Die Schweizer kamen durch Admir Mehmedi (57.) von Bayer Leverkusen zum Ausgleich. Nach dem 1:1 hatten die Eidgenossen Pech, dass ihre Offensivbemühungen nicht mit dem Siegtreffer belohnt wurden. Das Remis sollte aber dennoch reichen, um erstmals in der Verbandsgeschichte das Achtelfinale einer EM zu erreichen. Rumänien muss im letzten Gruppenspiel gegen Albanien hingegen zwingend gewinnen.

"Das war eine riesige Steigerung zum ersten Spiel. Jetzt werden wir im dritten Gruppenspiel alles klar machen. Wir haben Vieles richtig gemacht, nur vor dem Tor fehlt das gewisse Glück", sagte Torschütze Mehmedi.

Neues Offensivpersonal für Rumänien

Rumänien versuchte es im Vergleich zur Auftaktniederlage gegen Frankreich mit gleich vier neuen Spielern in der Startelf. Mit Claudiu Keseru, Gabriel Torje, Alexandru Chipciu und Andrei Prepelita brachte Rumäniens Nationaltrainer Anghel Iordanescu fast eine komplett neue Offensivabteilung. Überraschend musste auch Nicolae Stanciu, im Eröffnungsspiel noch der beste Mann seines Teams, zu Beginn auf die Bank.

Die Schweiz startete gegenüber ihrer Auftaktpartie gegen Albanien unverändert und spielten damit erstmals bei einer EM zwei Mal in Serie mit derselben Elf. Bei den Eidgenossen standen sieben Bundesliga-Profis auf dem Feld.

Seferovic glücklos

Die Schweizer begannen engagiert und kamen durch Haris Seferovic gleich in der Anfangsphase zur ersten Tormöglichkeit, doch der Stürmer in Diensten von Eintracht Frankfurt verzog knapp (7.). Bei seiner zweiten guten Möglichkeit war Rumäniens Schlussmann Ciprian Tatarusanu (16.) im Weg. Die Rumänien beschränkten sich zuerst auf die Defensive, zogen sich bei Angriffen der Eidgenossen teilweise mit acht Mann in den eigenen Strafraum zurück.

Aussetzer von Lichtsteiner im Strafraum

Die Schweizer wurden eiskalt geschockt, als Stephan Lichtsteiner im eigenen Sechzehner ungeschickt am Trikot von Alexandru Chipciu zog und Schiedsrichter Sergej Karasew ohne zu zögern auf den Elfmeterpunkt zeigte. Bogdan Stancu ließ sich diese Chance aus elf Metern nicht nehmen und verwandelte seinen zweiten Strafstoß dieser EM sicher (18.).

Die Schweizer antworteten prompt. Fabian Schär prüfte Rumäniens Schlussmann Ciprian Tatarusanu mit einem Weitschuss, der sich noch gefährlich auf das Tor senkte (20.). In der Folge kamen auch die Südosteuropäer immer besser ins Spiel und durch Chipciu (25.) und den Pfostentreffer von Cristian Sapunaru zu erstklassigen Chancen. Die Schweizer gingen in der Partie aber oft zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um, so köpfte Blerim Dzemaili völlig unbedrängt neben das Tor (38.).

Djourou fast mit Eigentor

Die 2. Halbzeit begann zunächst mit zwei guten Chancen der Rumänen. Erst vergab Ovidiu Hoban (46.), dann hätte Johan Djourou aus kurzer Distanz fast ein Eigentor für die Schweiz produziert (52.)

Nach einer Ecke der Schweizer kam Admir Mehmedi an den Ball, drei rumänische Gegenspieler konnten den Schuss des Leverkuseners nicht abblocken und so schlug die Kugel hinter Tatarusanu zum umjubelten Ausgleich in die Maschen ein.

Schlussoffensive wird nicht belohnt

Nach dem Ausgleich erhöhten die Schweizer den Druck. Ihr Trainer Vladimir Petković brachte mit Breel Embolo einen frischen Stürmer, der in der 68. Minute mit einem Kopfball auch gleich zum ersten Mal für Gefahr sorgte. Allerdings schafften die Eidgenossen, trotz einiger guter Möglichkeiten, 62 Prozent Ballbesitz und 58 Prozent gewonnenen Zweikämpfen, kein zweites Tor, was den Sieg bedeutet hätte.

Der Schweizer Trainer Petkovic zeigte sich aber am Ende dennoch zufrieden. "Ein Punkt war das Minimum. Gegen Frankreich müssen wir noch besser auftreten, um zu siegen. Mit einem Punkt heute kann man zufrieden sein. Wir konnten einen wichtigen Schritt in Richtung nächste Runde machen und sind fast sicher im Achtelfinale."

"Sehr viel gelitten"

"Wir haben zwei komplett verschiedene Halbzeiten erlebt. Zuerst hatten wir die Initiative in der Hand und konnten unser Spiel entwickeln. In der zweiten Halbzeit hat die Schweiz aber dominiert. Wir haben sehr viel gelitten - vor allem, weil die Schweiz enormen Druck aufgebaut hat", sagte Rumäniens Trainer Iordanescu.

Am Sonntagabend (19.06., 21 Uhr) muss die Schweiz zum Gruppenabschluss gegen Gastgeber Frankreich antreten. Zeitgleich wartet auf Rumänien der Außenseiter aus Albanien.

Fußball · Europameisterschaft · 2. Spieltag 2016

Mittwoch, 15.06.2016 | 18.00 Uhr

Flagge Rumänien

Rumänien

Tatarusanu – Sapunaru, Grigore, Chiriches, Rat (62. Filip) – Prepelita, Pintilii (46. Hoban) – Torje, Stancu (84. Andone), Chipciu – Keserü

1
Flagge Schweiz

Schweiz

Sommer – Lichtsteiner, Schär, Djourou, Ricardo Rodriguez – Behrami, G. Xhaka – Shaqiri (90. Tarashaj), Dzemaili (83. M. Lang), Mehmedi – Seferovic (64. Embolo)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Stancu (18./Foulelfmeter)
  • 1:1 Mehmedi (57.)

Strafen:

  • gelbe Karte Prepelita (1 )
  • gelbe Karte Chipciu (1 )
  • gelbe Karte Keserü (1 )
  • gelbe Karte G. Xhaka (1 )
  • gelbe Karte Grigore (1 )
  • gelbe Karte Embolo (1 )

Zuschauer:

  • 43.576

Schiedsrichter:

  • Sergej Karasew (Russland)

Stand: Mittwoch, 15.06.2016, 19:56 Uhr

Wappen Rumänien

Rumänien

Wappen Schweiz

Schweiz

Tore 1 1
Schüsse aufs Tor 4 6
Ecken 4 7
Abseits 1 5
gewonnene Zweikämpfe 75 104
verlorene Zweikämpfe 104 75
gewonnene Zweikämpfe 41,9 % 58,1 %
Fouls 23 11
Ballkontakte 399 673
Ballbesitz 37,22 % 62,78 %
Fehlpässe 45 65
Passquote 76,44 % 85,59 %
Flanken 13 15
Alter im Durchschnitt 29,1 Jahre 25,9 Jahre

sid/red | Stand: 15.06.2016, 19:50

Darstellung: