Eigentor rettet schwache Schweden

UEFA Euro 2016, Gruppe E: Irland - Schweden 1:1

Eigentor rettet schwache Schweden

Von Olaf Jansen

Schwache Schweden haben nur mit Glück eine Auftaktpleite gegen Irland verhindert. Ein spätes Eigentor rettete die Skandinavier.

Schweden und Irland trennten sich im Auftaktspiel der Gruppe E vor 75.000 Zuschauer Stade de France in Paris 1:1 (0:0). Dabei war der Punktgewinn für die favorisierten Schweden eher schmeichelhaft, denn in einer technisch eher schwachen Partie überzeugten die Iren zumindest mit Mut und Entschlossenheit in Abwehr und Angriff. Die Skandinavier enttäuschten vor allem in ihren Offensivbemühungen und kamen letztendlich nur mit viel Glück wenigstens noch zu einem Remis.

Irlands Coach Martin O'Neill war nach der guten Leistung seines Teams enttäuscht: "Wir standen defensiv sehr gut und hätten den Sieg verdient gehabt." Auch Schwedens Coach Erik Hamren war nicht so recht glücklich: "Wir fühlen uns enttäuscht, obwohl wir ein Remis geholt haben. Wir müssen 300 Prozent geben in den nächsten Spielen."

Schweden überrascht von mutigen Iren

Die Schweden um ihren Superstar Zlatan Ibrahimovic schienen von Beginn an überrascht von der Entschlossenheit ihres Gegners. Die Iren beeindruckten die Skandinavier nicht nur mit ihrer bekannten Konsequenz und Körperlichkeit in der Defensive, sie spielten - trotz offenkundig limitierten technischen Möglichkeiten - auch mutig nach vorn. Im Angriff rochierte Mittelstürmer Shane Long fleißig zwischen den beiden kantigen schwedischen Innenverteidigern Victor Lindelöf und Andreas Granqvist und hielt die etwas hüftsteifen Defensivakteure gut in Bewegung.

So fehlte den schwedischen Defensivkräften oft die Nähe zu den anstürmenden Gegenspielern und Irland arbeitete sich gleich eine Handvoll guter Chancen heraus. Jeff Hendrick war der Erste, der Schwedens Keeper Andreas Isaksson mit einem 17-Meter-Schuss prüfte (9.), es folgte John O'Sheas Riesen-Kopfballchance in der 17. Minute, als der Innenverteidiger sechs Meter vor dem Tor nach Kopfballvorlage von Ciaran Clark am Ball vorbei flog.

Ibrahimovic vorn zunächst wirkungslos

Ibrahimovic, der im schwedischen Sturm neben Ex-Bundesligaspieler Marcus Berg aufgeboten wurde, musste in dieser Phase mehr in der eigenen Abwehr aushelfen, als dass er vorn Chancen hätte herausarbeiten können. Doch auch "Ibra" konnte in seiner aktuellen Wahlheimat Paris nicht verhindern, dass bis zur Pause nur die Iren zu vielversprechenden weiteren Offensivaktionen kamen. Deren Coach Martin O'Neill hatte schon die Arme zum Torjubel gehoben, als Robbie Brady mit einem fulminanten 22-Meter-Schuss nur die Oberkante der Latte rasierte (29.) und verzweifelte beinahe, als Hendrick drei Minuten später die Kugel bei einem ähnlichen Versuch klatschend an die Querlatte setzte.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätten die beherzt aufspielenden Iren die Führung verdient gehabt, das bis hierhin völlig enttäuschende Schweden rettete sich nur mit Mühe ohne Gegentreffer in die Pause.

Irische Führung nach dem Wechsel

Ihre Zurückhaltung legten die Schweden erst fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte ab. Allerdings lagen sie da bereits mit 0:1 hinten, weil die Iren in der 48. Minute völlig verdient in Führung gegangen waren. Rechtsverteidiger Seamus Coleman war mit nach vorn gegangen und hatte eine wunderschöne Flanke an den Elfmetrpunkt geschlagen, wo Irlands technisch Bester, Wesley Hoolahan, die Kugel per Dropkick ins rechte Eck gedroschen hatte.

Wütende Angriffe der Gelb-Blauen waren die Folge und beinahe hätte Emil Forsberg nur drei Minuten später bereits den Ausgleich markiert. Allerdings schaffte der Angreifer von RB Leipzig das Kunststück, einen Abpraller freistehend aus neun Metern links neben den irischen Kasten zu setzen (51.). Knapp zehn Minuten später die erste echte Offensivaktion von Ibrahimovic, der einen Direktschuss mit links aus 13 Metern knapp vorbei setzte.

Eigentor bringt den Ausgleich

In der Folge schienen schienen sich die Iren wieder zu stablilisieren, ein Eigentor raubte ihnen schließlich den ersehnten Sieg. Ibrahimovic hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt, seine scharfe Flanke lenkte Clark ins eigene Tor (71.). Beim 1:1 blieb es schließlich, denn die Schweden vergaben die letzte Chance des Spiels: Nach Olssons flacher Flanke rutschte Ibrahimovic am Ball vorbei (83.).

Für die Schweden geht es am Freitag (17.06.16) als nächstes gegen Italien, auf Irland wartet am Samstag (18.06.16) Belgien.

Statistik

Fußball · Europameisterschaft · 1. Spieltag 2016

Montag, 13.06.2016 | 18.00 Uhr

Flagge Irland

Irland

Randolph – Coleman, O'Shea, Clark, Brady – McCarthy (85. McGeady), Whelan, Hendrick – Hoolahan (78. Keane) – Walters (64. McClean), Long

1
Flagge Schweden

Schweden

Isaksson – Lustig (45. Johansson), Lindelöf, Granqvist, Olsson – Larsson, Lewicki (86. Ekdal), Källström, Forsberg – Berg (59. Guidetti), Ibrahimovic

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Hoolahan (48.)
  • 1:1 Clark (71./Eigentor)

Strafen:

  • gelbe Karte McCarthy (1 )
  • gelbe Karte Lindelöf (1 )
  • gelbe Karte Whelan (1 )

Zuschauer:

  • 73.419

Schiedsrichter:

  • Milorad Mazic (Serbien)

Stand: Montag, 13.06.2016, 19:53 Uhr

Stand: 13.06.2016, 19:50

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