Payet erlöst die Franzosen

UEFA Euro 2016, Gruppe A: Frankreich - Rumänien 2:1

Payet erlöst die Franzosen

Von Robin Tillenburg

Ein spätes Traumtor von Dimitri Payet hat Frankreich im Eröffnungsspiel der Europameisterschaft so gerade noch den Sieg über Rumänien gesichert.

Vor Payet (89.) hatte Olivier Giroud (57.) die zwischenzeitliche Führung besorgt, Bogdan Stancu hatte vom Elfmeterpunkt ausgeglichen (65.). "Das war natürlich ein ganz wichtiger Sieg. Am Anfang war unser Spiel leider nicht sehr gut. Am Schluss habe ich immer noch an eine Chance geglaubt, denn ich habe gesehen, dass die Rumänen müde wurden", erklärte ein erleichterter Frankreich-Trainer Didier Deschamps.

Rumänen starten stark

Dabei hätte das Eröffnungsspiel beinahe zunächst mit einem echten Paukenschlag begonnen. Die erste große Chance hatte vor 80.000 Zuschauern im Stade de France der Außenseiter. Nach drei Minuten klärte Frankreichs Keeper Hugo Lloris nach einer Ecke von links nur so gerade noch dank eines herausragenden Reflexes einen Schuss von Stancu - da hätte es eigentlich bereits 0:1 stehen müssen. Der Favorit war beeindruckt und brauchte einige Minuten, um sich zu fangen und den überraschend forschen Gegner zu kontrollieren.

Giroud hatte dann in der zehnten Minute nach einer Flanke vom überragenden Payet aber die große Kopfballchance und zielte aus 8 Metern nur knapp vorbei. Frankreich übernahm schließlich nach und nach die Kontrolle. Bacary Sagna flankte von rechts scharf in die Mitte, Dragos Grigore bekam den Ball im Stolpern nicht richtig aus der Gefahrenzone und Antoine Griezmann traf aus spitzem Winkel per Kopf den kurzen Pfosten (13.).

Viele Halbchancen

Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs kam die Equipe Tricolore zwar zu einigen weiteren Halbchancen, doch meist schaffte es einer der rumänischen Abwehrspieler einen Fuß oder einen Kopf in die Flugbahn des letzten Passes der Franzosen zu werfen. Wenn was ging, dann über Flanken. Griezmann verpasste nach einer Payet-Hereingabe nur knapp (35.), Giroud setzte den Ball nach einer Ecke über den Kasten (46.).

Die Mannschaft von Anghel Iordanescu probierte es indes aus der geordneten, vielbeinigen Defensive meist mit langen Bällen und überbrückte das Mittelfeld rasch – ein probates Mittel auf das der Gegner lang keine Antwort fand: Das Prunkstück der Gastgeber um Paul Pogba konnte so nicht seine gewohnte Wirkung entfalten.

Payet dominant

Die zweiten 45 Minuten starteten dann deckungsleich mit den ersten: Stancu hatte in der 48. Minute völlig frei vor Lloris nach einer Flanke aus dem Halbfeld die Riesenchance zur Führung für die Rumänen, war aber offenbar selbst überrascht und vergab. Auf der Gegenseite war es dann wieder wenige Minuten später Giroud, der mit einem Schuss aus acht Metern den Weckruf für die Mannschaft von Deschamps gab.

Wie zuvor lief auch im zweiten Durchgang nahezu jeder Angriff der Gastgeber über Payet, so bereitete der 29-Jährige auch einen Distanzschuss Pogbas vor (56.), ehe er eine Minute später dann auch den erlösenden Führungstreffer durch Giroud mit einer Halbfeld-Flanke von rechts vorbereitete. Der Arsenal-Profi setzte sich bei seinem Kopfballtor allerdings im Luftkampf gegen Torwart Ciprian Tatarusanu mit etwas Körpereinsatz durch.

Evras Aussetzer und Payets Erlösung

Als Frankreich dann Sicherheit zu gewinnen schien, brachte der erfahrene Patrice Evra völlig ohne Not Stanciu im eigenen Strafraum zu Fall - den berechtigten Strafstoß verwandelte Stancu souverän. Obwohl Deschamps im Anschluss sein geballtes Offensivpotenzial einwechselte, brachte seine Mannschaft danach lange keine nennenswerte Torchance mehr auf den Rasen.

Und dann, als es im Stade de France schon beinahe still geworden war, nagelte Payet die Kugel aus knapp 20 Metern aus halbrechter Position mit links in den Torwinkel, brachte das Stadion zum Überkochen und wurde dann mit Freudentränen in den Augen ausgewechselt. Das Spiel fand somit sein folgerichtiges Ende - der überragende Mann auf dem Platz hatte es entschieden.

Die Rumänen bekommen es am Mittwoch um 18 Uhr nun mit der Schweiz zu tun. Frankreich empfängt drei Stunden später die Albaner.

Fußball · Europameisterschaft · 1. Spieltag 2016

Freitag, 10.06.2016 | 21.00 Uhr

Flagge Frankreich

Frankreich

Lloris – Sagna, Rami, Koscielny, Evra – Pogba (77. Martial), Kanté, Matuidi – Griezmann (66. Coman), Payet (90. Sissoko) – Giroud

2
Flagge Rumänien

Rumänien

Tatarusanu – Sapunaru, Chiriches, Grigore, Rat – Stanciu (72. Chipciu), Pintilii, Hoban – Popa (82. Torje), Stancu – Andone (61. Alibec)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Giroud (58.)
  • 1:1 Stancu (65./Foulelfmeter)
  • 2:1 Payet (89.)

Strafen:

  • gelbe Karte Chiriches (1 )
  • gelbe Karte Rat (1 )
  • gelbe Karte Giroud (1 )
  • gelbe Karte Popa (1 )

Zuschauer:

  • 75.113

Schiedsrichter:

  • Viktor Kassai (Ungarn)

Stand: Freitag, 10.06.2016, 23:15 Uhr

Wappen Frankreich

Frankreich

Wappen Rumänien

Rumänien

Tore 2 1
Schüsse aufs Tor 5 2
Ecken 5 4
Abseits 5 1
gewonnene Zweikämpfe 116 94
verlorene Zweikämpfe 94 116
gewonnene Zweikämpfe 55,24 % 44,76 %
Fouls 6 12
Ballkontakte 724 466
Ballbesitz 60,84 % 39,16 %
Fehlpässe 70 66
Passquote 84,09 % 68,57 %
Flanken 15 11
Alter im Durchschnitt 27,7 Jahre 28,6 Jahre

red/dpa/sid | Stand: 11.06.2016, 00:15

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