Löw-Team spielerisch leicht ins Viertelfinale

UEFA Euro 2016, Achtelfinale: Deutschland - Slowakei 3:0

Löw-Team spielerisch leicht ins Viertelfinale

Von Olaf Jansen

Erstaunlich leicht hat sich die deutsche Nationalelf ins Viertelfinale der EM gespielt. Gegen völlig überforderte Slowaken gelang ein müheloser und deutlicher Sieg.

Mit einem leicht herausgespielten 3:0 (2:0)-Erfolg gegen die Slowakei ist die deutsche Nationalmannschaft am Sonntag (26.06.16) ins Viertelfinale der EM eingezogen. Jerome Boateng (8.), Mario Gomez (43.) und Julian Draxler (63.) hießen die Torschützen für ein über weite Strecken glänzend harmonierendes deutsches Team. Die vor allem im ersten Abschnitt völlig überforderten Slowaken mussten die deutliche Überlegenheit des Gegners anerkennen und fahren nach dem Achtelfinale nach Hause.

"Ein sehr starkes, dominantes Spiel von uns", fand Boateng nach dem Spiel, Gomez fügte hinzu: "Das war jetzt zum zweiten mal hintereiunander ein Spiel gegen ein Team, das sich mit zehn Mann hinten rein stellt. Aber wir sind jetzt vore so flexibel, so dass wir trotzdem eine Menge Torchancen herausspielen. Das müssen wir beibehalten." Bundestrainer Joachim Löw meinte: "Wir hatten immer die Kontrolle über das Spiel und haben den Ball gut laufen lassen. Es war ein ungefährdeter Sieg."

Totale Dominanz von Beginn an

Vor 45.000 Zuschauern im nordfranzösischen Lille hieß die Devise des deutschen Teams von der ersten Minute an: totale Dominanz. Die Slowaken wurden bereits tief in deren Hälfte attackiert. Spielerisch, läuferisch und auch in der Zweikampfführung erwies sich das deutsche Team gleich höchst überlegen.

Nach sehr kurzer Anlaufphase folgten rasch die ersten Möglichkeiten: Sami Khedira scheiterte in der 7. Minute nach Freistoß von Toni Kroos noch knapp mit einem Kopfball an Keeper Matus Kozacik, doch nur 60 Sekunden später schlug es bereits bei den Slowaken ein. Abwehrchef Jerome Boateng nahm einen abgewehrten Eckball 20 Meter vor dem Tor volley mit rechts und drosch die Kugel flach unten links ins Tor - 1:0.

Glänzend harmonierendes deutsches Team

Um die Slowaken musste man sich in den nächsten Minuten regelrecht ein wenig sorgen - derart überlegen spielte das glänzend kombinierende deutsche Team nun mit seinem Gegner. Aus lauter Verzweiflung griffen die Schützlinge von Trainer Jan Kozak zu unlauteren Mitteln. In der 13. Minute stieß Martin Skrtel Deutschlands Sturmtank Mario Gomez im Strafraum allzu offensichtlich - Strafstoß. Doch Mesut Özil ließ die große Chance zum 2:0 verstreichen. Sein viel zu lässig getretener Elfmeter flog halbhoch und nicht allzu hart vor die Fäuste von Kozacik.

Es folgte nun jenes Spiel, das Joachim Löw schon gegen Nordirland von seiner Mannschaft gesehen hatte: Ballsicher und mit klugen Kombinationen wurde der Gegner ein ums andere Mal auseinandergespielt - allein: Es fiel zunächst kein Treffer mehr. Weitere Möglichkeiten für Gomez, zweimal Özil, Thomas Müller und zweimal Julian Draxler blieben ungenutzt. Nach 26 Minuten hatte das deutsche Team ein Torschussverhältnis von 9:0 herausgearbeitet.

2:0 nach Abwehr-Schreck

Gegen stärkere Gegner könnte sich ein derart fahrlässiges Umgehen mit Chancen durchaus einmal rächen und auch die Slowaken hätten Löws Team um ein Haar bestraft. Bei ihrem zweiten Vorstoß überhaupt konnte Peter Pekarik in der 41. Minute flanken und der völlig freistehende Juraj Kucka scheiterte mit einem Kopfball aus sieben Metern am glänzend reagierenden Manuel Neuer.

Als hätten die Deutschen einen derartigen Schreck benötigt, fiel auf der anderen Seite endlich das 2:0: Der immer stärker auftrumpfende Draxler ließ auf der linken Außenbahn Kucka stehen, legte von der Grundlinie zurück auf den einrückenden Gomez, der nur noch vollstrecken musste (43.).

Überragender Draxler zum 3:0

Im zweiten Abschnitt ließen es die Deutschen mit dem sicheren 2:0 im Rücken zunächst etwas ruhiger angehen, die Slowaken konnten sich ein wenig befreien. Doch so richtig gefährlich wurde es erst wieder vor dem Tor von Kozacik. Nach Eckstoß von Kroos gewann Mats Hummels das Kopfballduell im 16er gegen Skrtel, den abprallenden Ball drosch Draxler humorlos zum 3:0 unter die Latte (63.).

Nach 70 Minuten durfte Boateng ebenso vom Feld wie Draxler, dafür kamen Benedikt Höwedes und der gleich von den Fans gefeierte Lukas Podolski. Fünf Minuten später durfte auch Bastian Schweinsteiger für Khedira auf den Rasen. Podolski bot sich zehn Minuten vor Schluss noch die Chance zum 4:0, doch nach Kroos' intelligenter Flanke hinter die slowakische Abwehr scheiterte der 31-Jährige an Kozacik. Abseits war's auch.

Signal an Konkurrenz ist gesendet

Damit ließ es das deutsche Team bewenden, das deutliche Signal an die Konkurrenz ist ja bestens gesendet: Mit dem Löw-Team wird noch zu rechnen sein. Das soll schon am kommenden Samstag (02.07.16) im Viertelfinale der noch zu ermittelnde Gegner Italien oder Spanien zu spüren bekommen.

Statistik

Fußball · Europameisterschaft 2016

Sonntag, 26.06.2016 | 18.00 Uhr

Flagge Deutschland

Deutschland

Neuer – Kimmich, Boateng (72. Höwedes), Hummels, Hector – S. Khedira (76. Schweinsteiger), Kroos – T. Müller, Özil, Draxler (72. Podolski) – Gomez

3
Flagge Slowakei

Slowakei

Kozacik – Pekarik, Skrtel, Durica, Gyömber (84. Salata) – Hrosovsky, Skriniar, Hamsik – Kucka, Weiss (46. Gregus) – Duris (64. Sestak)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Boateng (8.)
  • 2:0 Gomez (43.)
  • 3:0 Draxler (63.)

Strafen:

  • gelbe Karte Skrtel (2 )
  • gelbe Karte Kimmich (1 )
  • gelbe Karte Hummels (1 )
  • gelbe Karte Kucka (2 )

Zuschauer:

  • 44.312

Schiedsrichter:

  • Szymon Marciniak (Polen)

Vorkommnisse:

  • Kozacik (Slowakei) hält Foulelfmeter (14.) von Özil (Deutschland).

Stand: Montag, 27.06.2016, 17:38 Uhr

Stand: 26.06.2016, 19:50

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