Polen vertreibt Erinnerungen an 2012

Polen feiert das Siegtor

UEFA Euro 2016, Gruppe C: Polen - Nordirland 1:0

Polen vertreibt Erinnerungen an 2012

Von Chaled Nahar (Nizza)

Die polnische Mannschaft hat gegen Nordirland bewiesen, dass sie weiter ist als beim Heimturnier 2012. Der Sieg im ersten Spiel eröffnet vor dem Spiel gegen Deutschland neue Möglichkeiten.

Es lief die 71. Minute, als böse Erinnerungen wach wurden. Fast genau zur selben Zeit war 2012 in Warschau der polnische Torwart Wojciech Szczesny gegen den Griechen Dimitri Salpingidis zu spät gekommen und wegen einer Notbremse vom Platz geflogen. Polen schied anschließend mit nur zwei Punkten in der Vorrunde aus dem Turnier aus.

In Nizza aber blieb Szczesny Sieger. Als Conor Washington in besagter 71. Minute auf ihn zustürmte, war Szczesny schnell genug aus seinem Kasten gerannt, um die Szene zu bereinigen. Er hielt damit das 1:0 seiner Mannschaft fest, es war der erste Sieg bei einer EM-Endrunde für Polen.

Lewandowski ohne Torschuss - die anderen regeln es

Nordirland war mit viel Laufbereitschaft und außerordentlich lautstarken Fans angetreten. Fußballerisch hatte das Team allerdings nicht viel zu bieten. Polen beherrschte seinen Gegner von Beginn an, alleine die fehlende Konsequenz im Abschluss verhinderte ein deutlicheres Ergebnis - 18:2 Torschüsse standen am Ende in der Statistik.

Robert Lewandowski im Spiel gegen Nordirland

Robert Lewandowski im Spiel gegen Nordirland

Dass kein einziger davon diesmal von Robert Lewandowski kam, ist bemerkenswert. Denn bei Polen, das mit 33 Toren die meisten aller Mannschaften in der Qualifikation geschossen hatte, ist das Spiel stark auf den Bayern-Stürmer ausgerichtet. Doch der Torschütze Arkadiusz Milik als hängende Spitze, der druckvolle und zweikampfstarke Gregorz Krychowiak aus der Mittelfeldzentrale sowie die beiden Außen Jakub Błaszczykowski als Torvorbereiter und Bartosz Kapustka zogen trotzdem ein druckvolles Offensivspiel auf. Lewandowski ermöglichte ihnen zumindest entscheidende Freiräume.

Defensive bleibt größtes Problem

Nun kommt am Donnerstag das große Spiel gegen den Weltmeister. "Ich denke, wir können uns weiterentwickeln, aber wir sollten das erste Spiel nicht überbewerten", sagte der zum Spieler des Spiels gekürte Gregorz Krychowiak. Denn die offene Frage bleibt, ob Polen seine Defensive stabilisiert bekommt. Die Verteidigung wurde zwar fast gar nicht geprüft, wackelte aber in den wenigen heiklen Situationen.

Mit drei Punkten im Rücken könnte schon ein Punkt gegen Deutschland ein großer Schritt Richtung Achtelfinale sein, gerade angesichts der Tatsache, dass auch vier der sechs Gruppendritten weiterkommen. "Wir werden unsere Socken kaputt laufen müssen", sagt Krychowiak. "Ich verhehle nicht, dass wir das Spiel gewinnen wollen." Und damit würden die bösen Erinnerungen an 2012 auch bei Torwart Wojciech Szczesny wohl weiter verblassen.

Fußball · Europameisterschaft · 1. Spieltag 2016

Sonntag, 12.06.2016 | 18.00 Uhr

Flagge Polen

Polen

Szczesny – Piszczek, Glik, Pazdan, Jedrzejczyk – Blaszczykowski (80. Grosicki), Krychowiak, Maczynski (78. Jodlowiec), Kapustka (88. Peszko) – Lewandowski, Milik

1
Flagge Nordirland

Nordirland

McGovern – McLaughlin, Cathcart, McAuley, J. Evans, Ferguson (66. Washington) – McNair (46. Dallas), Baird (76. J. Ward), Norwood – Davis – K. Lafferty

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Milik (51.)

Strafen:

  • gelbe Karte Kapustka (1 )
  • gelbe Karte Cathcart (1 )
  • gelbe Karte Piszczek (1 )

Zuschauer:

  • 33.742

Schiedsrichter:

  • Ovidiu Hategan (Rumänien)

Stand der Statistik: Sonntag, 12.06.2016, 19:56 Uhr

Wappen Polen

Polen

Wappen Nordirland

Nordirland

Tore 1 0
Schüsse aufs Tor 4 0
Ecken 8 1
Abseits 1 2
gewonnene Zweikämpfe 91 78
verlorene Zweikämpfe 78 91
gewonnene Zweikämpfe 53,85 % 46,15 %
Fouls 9 11
Ballkontakte 669 414
Ballbesitz 61,77 % 38,23 %
Fehlpässe 40 50
Passquote 91,01 % 76,74 %
Flanken 17 6
Alter im Durchschnitt 27,7 Jahre 28,2 Jahre

Stand: 12.06.2016, 23:04

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