UEFA eröffnet Verfahren gegen Russland

Nach schweren Krawallen

UEFA eröffnet Verfahren gegen Russland

Nach den Ausschreitungen beim EM-Spiel England gegen Russland hat die UEFA ein Verfahren gegen den russischen Verband eröffnet.

Bei der Partie in Marseille waren russische Zuschauer auf in benachbarten Blöcken sitzende englische Fans losgestürmt und hatten diese attackiert. Einige Anhänger mussten sich wegen der Angriffe sogar im Innenraum des Stadions in Sicherheit bringen. Der russische Verband wurde zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert.

Keine Ermittlungen gegen England

Die Disziplinarkommission der UEFA will am Dienstag (14.06.16) ein Urteil verkünden, wie der Verband mitteilte. Ermittelt wird gegen Russland auch wegen angeblich rassistischen Verhaltens und des Zündens von Feuerwerkskörpern. Der russische Sportminister und FIFA-Funktionär Witali Mutko hatte indes die schlechte Organisation im Stadion bemängelt. Gegen den englischen Verband ergriff die UEFA vorerst keine Maßnahmen. In Marseille hatte es schon vor dem Spiel über Tage hinweg wilde Prügelszenen gegeben.

Turnierausschluss theoretisch möglich

Die UEFA-Regularien sehen Maßnahmen von einer Ermahnung bis zum Turnierausschluss der Teams vor, deren Fans an den Ausschreitungen beteiligt waren. In früheren Fällen hatte die UEFA Geldstrafen für Erstfälle verhängt. Russische Fans waren bereits bei der EM 2012 in Polen mehrfach negativ aufgefallen.

"Nicht zu akzeptieren"

Die Ausschreitungen hat die UEFA auf das Schärfste kritisiert. "Dieses Verhalten ist nicht zu akzeptieren und hat keinen Platz im Fußball", hieß es in einer Stellungnahme. Der europäische Dachverband gab seiner großen Besorgnis aufgrund der Vorkommnisse zum Ausdruck.

UEFA räumt Fehler ein

Die UEFA räumte ein, es habe bei der Partie in Marseille Probleme bei der Trennung der Fans beider Mannschaften gegeben. Daher solle nun in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden der Einsatz von Sicherheitskräften in den Arenen erhöht werden. Als eine erste Reaktion hat die Polizei in Paris ihre Präsenz rund um das EM-Spiel zwischen der Türkei und Kroatien (Anpfiff, heute um 15.00 Uhr) erhöht. 1.500 Einsätzkräfte sollen bei der Begegnung für Sicherheit sorgen.

sid/dpa | Stand: 12.06.2016, 11:56

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