UEFA ermittelt gegen Kroatien und Türkei

Nach dem Spiel Tschechien-Kroatien

UEFA ermittelt gegen Kroatien und Türkei

Nach den Ausschreitungen kroatischer Fans im Spiel gegen Tschechien wird die UEFA ein Disziplinarverfahren gegen Kroatiens Verband eröffnen. Auch dem türkischen Verband droht Ärger.

Dies sagte ein UEFA-Sprecher am Samstag (18.06.16). Die Anhörung findet am Montag (20.06.16) statt.. Beim Spiel in Saint-Etienne waren aus dem kroatischen Fanblock Bengalos und Feuerwerkskörper auf den Platz geflogen. Anschließend hatten sich Anhänger der Kroaten untereinander Schlägereien geliefert. Die Partie war daraufhin kurz vor dem Ende für fünf Minuten unterbrochen worden.

Kroatiens Trainer wütend auf "Terroristen"

Kroatiens Trainer Ante Cacic war auf der Pressekonferenz anschließend außer sich. "Ich nenne das eine Art von Terror. Das sind für mich keine Fans, ich nenne sie Hooligans und Terroristen", sagte er. "Aber 90 Prozent der kroatischen Fans schämen sich auch dafür." Die Spieler seien sehr enttäuscht.

Die Spielunterbrechung brachte die Mannschaft aus dem Konzept. In der Nachspielzeit kassierten die Kroaten den Ausgleich und haben den Einzug in das Achtelfinale damit noch nicht ganz sicher.

Kroatien droht harte Strafe

Das UEFA-Exekutivkomitee könnte den Kroaten wie schon Russland und England nach den schweren Krawallen von Marseille mit dem EM-Ausschluss drohen. Russland spielt in Frankreich nur noch auf Bewährung.

Die Kroaten haben zudem eine Vorgeschichte. Wegen des andauernden Fehlverhaltens seines Anhangs wurde der kroatische Verband bereits mehrfach bestraft - auch im Verlaufe der Qualifikation für die Endrunde in Frankreich. Ende März 2015 gab es in Zagreb bei der Quali-Begegnung mit Norwegen rassistische Gesänge.

Das Duell mit Italien im darauf folgenden Juni in Split musste deshalb vor leeren Rängen gespielt werden - und brachte doch den nächsten Eklat: Auf dem Rasen war ein Hakenkreuz zu erkennen, das sich nicht entfernen ließ. Kroatien fürchtete daraufhin sogar den Ausschluss von der EURO. "Dasselbe ist schon gegen Italien in Split passiert, da gab es Nazi-Zeichen, die ruinieren alles, was wir tun", sagte ein sichtlich aufgebrachter Cacic.

Disziplinarverfahren auch gegen Türkei

Auch der türkische Verband muss eine empfindliche Strafe seitens der UEFA-Disziplinarkommission fürchten. Nach dem 0:3 im EM-Gruppenspiel gegen Spanien in Nizza wurde ein Verfahren wegen des "Zündens von Feuerwerkskörpern, des Werfens von Objekten sowie eines Platzsturms" eröffnet. Verhandelt wird ebenfalls am Montag.

sid/dpa | Stand: 17.06.2016, 21:31

Darstellung: