Kroatien erhält Geldstrafe und "Hausverbot"

Urteil zu Ausschreitungen im Spiel gegen Tschechien

Kroatien erhält Geldstrafe und "Hausverbot"

Eine Geldstrafe und ein "Hausverbot für Hooligans", aber kein Ausschluss auf Bewährung - so lautet das Urteil, das die UEFA nach den Aussetzern kroatischer Fans im Spiel gegen Tschechien verhängt.

Die kroatische Fußball-Nationalmannschaft ist nach den Krawallen der eigenen Fans mit einem blauen Auge davongekommen. Die Disziplinarkommission der Europäische Fußball-Union (UEFA) verhängte am Montagabend für den Skandal von St. Etienne nur eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro. Zudem dürfen von den Behörden identifizierte kroatische Krawallmacher keine Tickets mehr für die EURO in Frankreich kaufen.

Rakitic: "Können uns nur entschuldigen."

Bestraft wurde Kroatien, das damit wie geplant am Dienstag (21.00 Uhr/ARD) gegen Titelverteidiger Spanien in Bordeaux um den Einzug ins Achtelfinale spielt, für "Zuschauerausschreitungen", das Zündeln mit Pyrotechnik, rassistisches Verhalten, und weil am Freitagabend kurz vor dem Abpfiff der Partie gegen Tschechien (2:2) "Objekte" auf den Rasen geworfen worden waren. Mit Blick auf die dicke Strafakte der Kroaten, die noch Einspruch einlegen können: Nichts Ungewöhnliches.

"Wir können uns nur entschuldigen. Das waren Leute, die in erster Linie komplett gegen uns sind. Wir möchten unseren Traum weiterleben", hatte der frühere Bundesliga-Profi Ivan Rakitic in der Sportschau gesagt. Zusammen mit seinen Mannschaftskollegen hatte der 28-Jährige im Stade Geoffroy-Guichard hilflos zusehen müssen, wie im Fanblock das Chaos ausbrach.

Ab der 86. Minute hatten Hooligans Böller und bengalische Feuer auf den Rasen geworfen. Zudem prügelten sich die Kroaten untereinander. Ein Ordner wurde leicht verletzt, weil ein Knallkörper direkt neben ihm explodierte.

Zugang zu EM-Tickets für Problemfans erschwert

Durch die UEFA-Sanktion soll den Schlägern nun zumindest der Zugang zu weiteren EM-Tickets erschwert werden. Details, beispielsweise wie viele Hooligans bereits auf der schwarzen Liste stehen, wurden zunächst nicht bekannt.

"Wir haben alles getan, um Zwischenfälle zu vermeiden", hatte der Verband am Wochenende mitgeteilt. Die Aktion war allerdings vorher sogar im Internet angekündigt worden, dort war von einem geplanten Platzsturm die Rede. Teile der kroatischen Hooligans wollen mit solchen und ähnlichen Aktionen der kroatischen Verbandsspitze schaden.

Trainer Cacic: "Das ist nichr Kroatien."

"Das sind Staatsfeinde, die ihre Mannschaft und ihr Land hassen", hatte die kroatische Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic gesagt. Die Zeitung Sportske Novosti schrieb von einem "Anschlag auf Kroatien - die Wilden verwirklichten ihre Drohungen", und Trainer Ante Cacic, der immer noch unter "Schock" stand, betonte: "Wir senden ein hässliches Bild in die Welt. Aber das ist nicht Kroatien."

Wiederholungstäter

In den Augen der UEFA-Richter sind die Kroaten jedoch Wiederholungstäter. Knapp eine Million Euro musste der Verband HNS in den vergangenen zehn Jahren an die UEFA überweisen. Zu den "gewöhnlichen" Vergehen wie dem Abbrennen von Pyrotechnik kommen immer wieder hässliche Zwischenfälle wie im Juni 2015, als kroatische Fans den Rasen im Poljud-Stadion in Split vor dem EM-Quali-Spiel gegen Italien so mit Chemikalien behandelten, dass sich ein viele Meter großes Hakenkreuz abzeichnete.

sid/red | Stand: 20.06.2016, 18:15

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