Tschechien - Dauergast mit Torwart-Oldie

Porträts EURO 2016

Tschechien - Dauergast mit Torwart-Oldie

Angeführt von Petr Cech gehen die Tschechen mit viel Selbstvertrauen in die EM. Wie vor vier Jahren ist das Erreichen der K.O.-Runde das Ziel.

Der Weg nach Frankreich: Tschechien qualifizierte sich in der starken Gruppe A als Gruppenerster vor Überraschungsteam Island, der Türkei und den Niederlanden. Mit sieben Siegen und einem Unentschieden aus zehn Spielen sammelten sie 22 Punkte. Niederlagen gab es lediglich in Reykjavik und daheim gegen die Türkei, als die Qualifikation bereits unter Dach und Fach war.

Schlüsselspieler: Torhüter Petr Cech ist nicht nur ein starker Rückhalt für die Mannschaft, er blickt auch auf viele Jahre in der Nationalmannschaft zurück: Schon 2004 stand er mit der "goldenen Generation" beim Erreichen des Halbfinals zwischen den Pfosten, die EM in Frankreich ist seine vierte. Nach elf Jahren beim FC Chelsea spielt der 33-Jährige mittlerweile beim FC Arsenal, in Tschechien wurde "Big Pete" im März zum achten Mal Fußballer des Jahres. Über die EM sagt Cech: "Es ist eine riesige Chance für alle unsere jungen Spieler. Wenn sie groß auftrumpfen, könnten sich viele Türen für sie öffnen." Neben dem Oldie im Fokus: der "Sechser" Vladimir Darida, der auch erheblichen Anteil an der erfolgreichen Saison von Hertha BSC hatte, und in der Offensive mit Ladislav Krejci und Borek Dockal zwei Spieler von Sparta Prag. Letzterer war mit vier Treffern auch der beste Schütze in der Qualifikation.

Der Trainer: Pavel Vrba feierte seine ersten Erfolge als Trainer in seiner Zeit bei Viktoria Pilsen. Nachdem er sein Amt 2008 dort begonnen hatte, konnte er im Jahr 2011 erstmals die tschechische Meisterschaft gewinnen und diesen Erfolg im Jahr 2013 wiederholen. Da Michal Bilek als Nationaltrainer nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 zurücktrat, ist der 52-jährige seit Januar 2014 Trainer der Nationalmannschaft.

Historie: Tschechien nahm als Teil der Tschechoslowakei an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. Nach der Aufspaltung war Tschechien seit 1996 immer in der Endrunde vertreten - eine einmalige Leistung in der EM-Geschichte. Zu den größten Erfolgen gehören das Finale im Jahr 1996, in dem man gegen Deutschland verlor und ein verlorenes Halbfinale im Jahr 2004 - dort unterlag man dem späteren Turniersieger Griechenland. Zuletzt reichte es in Polen und der Ukraine 2012 für das Viertelfinale, in dem man aber in einem engen Spiel gegen Portugal den Kürzeren zog.

Aussichten: Auch wenn der tschechische Kader nicht mehr über die ganz großen Stars verfügt wie beispielsweise im Jahr 2004 - die Qualifikation hat gezeigt, dass mit ihnen immer zu rechnen ist. Mit der Türkei, Kroatien und Spanien trifft man in Frankreich allerdings bereits in der Vorrunde auf starke Gegner. Die Spanier und die Kroaten sind von der Qualität der Spieler vor den Tschechen anzusiedeln, ein Weiterkommen (eventuell auch nur als Gruppendritter) ist jedoch durchaus möglich.  

ds | Stand: 30.05.2016, 14:09

Darstellung: