Schweiz - Außenstelle der Bundesliga

Porträts EURO 2016

Schweiz - Außenstelle der Bundesliga

Mit vielen Bundesligaprofis reist die Schweizer Nationalmannschaft nach Frankreich. Nachdem bislang stets in der Vorrunde Schluss war, will die Schweiz erstmals bei einer EM die K.o.-Runde erreichen.

Der Weg nach Frankreich: Die Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Dauergast bei großen Turnieren entwickelt. Mit Ausnahme der EURO 2012 hat die "Nati" seit der EURO 2004 keine WM- oder EM-Endrunde mehr verpasst, nachdem es zuvor eine Durststrecke von acht Jahren gegeben hatte. In der Qualifikation bewiesen die Schweizer vor allem am Ende ihre Stärke: Fünf der sechs letzten Spiele gewann die Mannschaft und kam locker auf Platz zwei in ihrer Qualifikationsgruppe E hinter England und vor Slowenien, Estland, Litauen und San Marino ins Ziel.

Schlüsselspieler: Die spannendste Frage wird wohl die nach dem Torwart. Mit Yann Sommer, Marwin Hitz und Roman Bürki streiten sich drei Torhüter um den Platz im Tor. Nach Benaglios Rücktritt stand zumeist der Gladbacher Sommer im Tor. Ansonsten hat die Schweiz einige Spieler, die den Unterschied machen können. Mit Xherdan Shaqiri von Stoke City und Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach gibt es im Mittelfeld wichtige Impulsgeber. Nicht zum Kader zählt der langjährige Kapitän Gökhan Inler, der beim englischen Meister Leicester City zuletzt kaum zum Einsatz gekommen war.

Trainer: Vladimir Petkovic hat die Mannschaft nach der WM in Brasilien von Ottmar Hitzfeld übernommen, es ist sein erstes Turnier. Nach der erfolgreichen Qualifikation für die EM wurde sein Vertrag bis Ende 2017 verlängert und läuft sogar bis 2018, wenn er auch den Sprung zur WM-Endrunde in Russland schafft. In Deutschland sorgte Petkovic beim 0:0 von Eintracht Frankfurt gegen den Hamburger SV für Lacher. Er wollte bei dem Spiel unter anderem den Schweizer Haris Seferovic beobachten und sagte in der Pause im Interview: "Seferovic war sehr gut nach vorne, ist viel gelaufen und hat sich angeboten, aber er hat leider keine Torchance bekommen." Als das Spiel wieder angepfiffen wurde, wechselte Eintracht Frankfurt. Ins Spiel kam: Haris Seferovic.

Historie: Nachdem 1996, 2004 und 2008 jeweils in der Vorrunde Schluss war, will die Schweiz nun erstmals bei einer EURO die K.O.-Runde erreichen. 2008 holte die Schweiz als Gastgeber nur einen Sieg, 2004 und 1996 sogar nur einen Punkt. Das vielleicht größte Spiel der Schweizer EM-Geschichte war aber ein solches Unentschieden - im Eröffnungsspiel 1996 in Wembley holte die Mannschaft gegen England ein überraschendes 1:1.

Aussichten: Die Schweiz hat eine Mannschaft, die die Vorrunde eigentlich überstehen muss. In Tor, Abwehr und Mittelfeld sind vor allem Spieler aus der Bundesliga dabei, die genug Qualität mitbringen, um zumindest Albanien und Rumänien hinter sich zu lassen. Allerdings fehlt vorne ein echter Torjäger. In der Qualifikation war Shaqiri als Mittelfeldspieler mit vier Toren bester Torschütze der Schweizer - das könnte eine Schwachstelle sein.

Stand: 30.05.2016, 12:17

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