Schweden - Zlatans letzter Tanz

Porträts EURO 2016

Schweden - Zlatans letzter Tanz

Ein letztes Mal führt Zlatan Ibrahimovic das schwedische Team in eine Endrunde - und gibt sich bei der Zielformulierung wie immer selbstbewusst.

Der Weg nach Frankreich: Erst in den Playoffs schafften die Schweden die Qualifikation für das Turnier in Frankreich. Die direkte Qualifikation verpassten sie im September 2015, als sie binnen weniger Tage zuerst in Russland mit 0:2 und dann daheim gegen Österreich mit 1:4 unterlagen. In den Playoffs mussten sie gegen den Nachbarn aus Dänemark an - und behielten durch einen 2:1-Sieg zuhause und einem 2:2 in Dänemark verdient die Oberhand.

Schlüsselspieler: Elf Treffer in der Qualifikation für Schweden (darunter vier Tore in den Playoffs), 38 für Paris St. Germain in der Liga - Zlatan Ibrahimovic ist nach wie vor der unangefochtene Star der Schweden. Der 34-Jährige ist noch einmal auf einem weiteren nicht für möglich gehaltenen Zenit seiner Karriere. Medienberichten zufolge soll nach der EURO Schluss sein. Aber vorher hat Ibrahimovic noch einmal Großes vor: "Wenn unsere U21 Europameister werden kann, können wir das auch." Flankiert werden könnte „Ibrakadabra“ in Frankreich von einem der U21-Helden: John Guidetti gilt als potenzieller Nachfolger des Schweden und spielt bei der EM sein erstes großes Turnier für die A-Mannschaft.

Trainer: Umbruch in Schweden - nach der EM ist auch Schluss für Coach Erik Hamrén. "Ich hatte in den letzten sechseinhalb Jahren den besten Job, den es im schwedischen Fußball gibt", sagte Hamrén, der nach der UEFA EURO 2016 als Nationaltrainer Schwedens abtreten wird. Geliebt wurde der Trainer in Schweden nie, respektiert dafür umso mehr. Vor allem, weil er sieben Jahre lang skandalfrei mit Zlatan Ibrahimovic auskam. Auch dank eines Kniffs: "Meine beste Entscheidung war es, Zlatan zum Kapitän zu machen", sagt der 58-Jährige. Im November 2009 übernahm Hamrén als Nachfolger von Lars Lagerbäck die Tre Kronor, richtig warm wurden die Schweden in all den Jahren nie mit ihm. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2012 stand Hamrén ebenso in der Kritik wie nach der verpassten WM 2014.

Historie: Die Teilnahme in Frankreich bedeutet die fünfte in Folge bei einer EURO. Erstmals waren die Schweden 1992 bei der EURO im eigenen Land dabei und schieden nach starker Vorrunde im Halbfinale gegen Deutschland aus. Seit 2000 waren die Schweden bei jeder Endrunde dabei - mit Ausnahme der EURO 2004, als im Viertelfinale gegen den späteren Vizeuropameister Portugal im Elfmeterschießen Schluss war, schied man allerdings immer in der Vorrunde aus.

Aussichten: Die Gruppe mit den als Favoriten gehandelten Belgiern und Italienern sowie den kampfstarken Iren ist alles anderes als einfach. Vieles hängt von Zlatan Ibrahimovic ab. Trifft Ibrahimovic und reißt seine Kollegen mit, ist für die Schweden alles möglich. Von Vorteil könnte sein, dass die Schweden zum Auftakt gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner Irland spielen. Gelingt dort ein Sieg, sollte schon die nächste Partie psychologisch leichter sein.

Stand: 30.05.2016, 14:13

Darstellung: