Irland - Underdog in grün

Porträts EURO 2016

Irland - Underdog in grün

Zum dritten Mal sind die Iren bei einer EM dabei - erneut als Außenseiter. Aber auch in diesem Jahr werden sie dank ihrer Fans für ordentlich Aufsehen sorgen.

Der Weg nach Frankreich: Die Iren schafften den Sprung in die Endrunde über die Play-Offs der besten Gruppendritten. In der Gruppe D sammelten sie hinter Deutschland und Polen mit fünf Siegen und drei Unentschieden insgesamt 18 Punkte. Im Kopf bleiben vor allem die beiden Auftritte gegen den Weltmeister: Während John O’Shea im Hinspiel in letzter Minute ausglich, feierten die Green Boys im Rückspiel sogar einen 1:0- Erfolg. In den Play-Offs verschafften sich die Iren im Hinspiel gegen Bosnien-Herzegowina mit einem Auswärtstor bei einem 1:1 eine gute Ausgangslage, zuhause konnten sie dann mit 2:0 gewinnen.

Schlüsselspieler: Besonders überzeugend: Die Verteidigung um Innenverteidiger John O’Shea. In zehn Qualifikationsspielen kassierten die Iren nur sieben Gegentreffer. Offensiv-Star der Iren ist nach wie vor Robbie Keane - nach langer Zeit bei den Tottenham Hotspurs ist er nun seit 2011 bei LA Galaxy aktiv. Keane steuerte mit fünf Toren die meisten irischen Treffer in der Qualifikation bei. Der 35-jährige, der übrigens ein entfernter Verwandter des einstigen The-Smiths-Sängers Morrissey ist, musste sich allerdings Ende März einer Operation am rechten Knie unterziehen. In den Blickpunkt spielte sich außerdem der 23-jährige James McCarthy - nicht nur beim FC Everton in der Premier League ist er zum Stammspieler gereift, auch für das irische Team ist er unverzichtbar.

Trainer: Martin O’Neill verbrachte die größte Zeit seiner aktiven Karriere bei Nottingham Forest, als Trainer war er mehrere Jahre bei Leicester City, Celtic Glasgow und Aston Villa tätig. Seit Ende 2013 ist er nun Trainer der irischen Nationalmannschaft, er war der Wunschkandidat des Irischen Fußball-Verbandes und löste Giovanni Trapattoni ab. Zu Beginn sorgte er für Aufsehen, als er den früheren Kapitän Roy Keane als Assistenten forderte - doch die beiden bilden seither ein erfolgreiches Gespann, die dafür gelobt werden, der Mannschaft neuen Teamgeist eingehaucht zu haben. O’Neill ist mehr als glücklich mit seinem Kollegen: „Die beste Entscheidung, die ich getroffen habe. Er ist eine Ikone - manchmal polarisierend, aber in der Kabine eine echte Führungsfigur.“

Historie: Irland nimmt in Frankreich zum dritten Mal nach 1988 und 2012 an einer EM-Endrunde teil, über die Vorrunde sind die "Boys in Green" nie hinausgekommen. Eine traurige Erinnerung ist dabei vor allem die Gruppenphase bei der EM 1988, denn nachdem man England schlug und dem späteren Vize-Europameister aus der UdSSR einen Punkt abtrotze, verlor man gegen den späteren Europameister aus den Niederlanden nur aufgrund eines klar erkennbaren Abseitstreffers - und schied deswegen als Gruppendritter aus.

Aussichten: Auch bei dieser Europameisterschaft wird es für die Iren schwer, erstmals das Viertelfinale einer Europameisterschaft zu erreichen. In der Gruppenphase trifft man auf Schweden, Belgien und Italien - da bleiben nur Außenseiterchancen auf das Erreichen der K.O.-Runde. Ray Houghton, 72-maliger Nationalspieler und durch sein Siegtor bei der EM 1988 gegen England Nationalheld der Iren, nennt die Gruppe "group of death", sagt allerdings auch: "Von den 24 Mannschaften scheiden ja nur acht aus".

ds | Stand: 30.05.2016, 14:13

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