EM 1988 - Oranje triumphiert

EM 1988 - Marco Van Basten und Frank Rijkaard jubeln

EM 1988 - Oranje triumphiert

Ausgerechnet in der Bundesrepublik Deutschland holen die Niederlande ihren bisher einzigen internationalen Titel und warf dabei sogar den Gastgeber aus dem Turnier.

Europameister: Das erste und einzige Mal, dass die Niederländer einen internationalen Titel holten – und das ausgerechnet in Deutschland. Die enorm spielstarke Mannschaft von Trainer Rinus Michels um die Superstars Marco van Basten, Ruud Gullit und Frank Rijkaard siegte im Finale gegen die Sowjetunion. Das entscheidende Tor zum 2:0 im Münchener Olympiastadion ist einer der schönsten Treffer der europäischen Fußballgeschichte.

Marco van Basten nahm rechts im Strafraum eine weite Flanke von links aus spitzem Winkel direkt mit dem rechten Fuß und platzierte das Leder über den sowjetischen Keeper Rinat Dassajew hinweg oben im langen Eck. Ein Tor, symptomatisch für die technisch exzellenten und dominanten Auftritte der Niederländern bei dieser EM.

Spieler des Turniers: Bester Torschütze des Turniers, Siegtorschütze in Halbfinale und Finale, dazu im Halbfinale einen Elfmeter herausgeholt und auch sonst Dreh- und Angelpunkt des niederländischen Spiels: Bei der Suche nach dem Spieler des Turniers musste man sich 1988 nicht lang aufhalten. Es war das Turnier des Marco van Basten. Nicht nur aufgrund des erwähnten Treffers.

Deutsche Mannschaft im Turnier: Als Vize-Weltmeister 1986 und Gastgeber war die deutsche Mannschaft von Trainer Franz Beckenbauer der klare Turnierfavorit. Im Auftaktspiel setzte es jedoch gegen ein junges italienisches Team beim schmeichelhaften 1:1 den ersten Dämpfer. Mit Siegen über Dänemark und Spanien zog man aber dann doch relativ souverän ins Halbfinale ein.

Dort warteten die Niederlande. Lothar Matthäus brachte die DFB-Elf Anfang der zweiten Halbzeit vom Punkt in Führung, doch in der 74. Minute entschied Schiedsrichter Ioan Igna auch auf Elfmeter für Oranje. Jürgen Kohler, der bis heute die Meinung vertritt, den Ball gespielt zu haben, bekam einen Zweikampf gegen van Basten als Foul ausgelegt. Ronald Koeman glich nervenstark aus und in der 89. Minute war es – natürlich – van Basten, der das Aus der Deutschen besiegelte.

Aufreger des Turniers: Weil man sich vor der Ausrichtung in Europa nicht über den Status West-Berlins als Teil der Bundesrepublik und somit als möglichen Spielort einigen konnte, verzichtete der DFB auf eine Ansetzung von Begegnungen in der Hauptstadt. Mit diesem Schachzug glättete der Fußballverband die Wogen und sicherte sich das Wohlwollen der Ostblock-Teilnehmer für die Bewerbung zur Ausrichtung.

In West-Berlin war man darüber nicht erfreut, fühlte sich „außen vor“ und gab sich auch nicht mit dem als Entschädigung ausgerichteten Vier-Länder-Turnier im April zufrieden, bei dem die BRD, die Sowjetunion, Argentinien und Schweden an den Start gingen.

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