Del Bosque tritt bei Spanien zurück

Nach dem EM-Aus gegen Italien

Del Bosque tritt bei Spanien zurück

Eine Ära geht zu Ende. Nach dem Aus gegen Italien im EM-Achtelfinale hat Vicente del Bosque die Konsequenzen gezogen. Spaniens Nationaltrainer räumt seinen Platz beim noch amtierenden Europameister.

Vicente del Bosque wird seinen Ende Juli auslaufenden Vertrag als spanischer Nationaltrainer nach dem Achtelfinal-Aus bei der Fußball-EM nicht mehr verlängern. Das sagte der 65-Jährige dem spanischen Radiosender RNE am Donnerstagabend (30.06.2016).

"Ich werde meinen Vertrag bis zum 31. Juli erfüllen, dann aber als Trainer nicht mehr weitermachen. Nach dem Aus bei der EURO hatte ich keine Zweifel mehr über meine Zukunft", sagte del Bosque.

Nachfolger noch nicht in Sicht

Del Bosque hatte Medienberichten zufolge bereits am Dienstag mit Spaniens Verbandspräsident Angel Maria Villar Llona gesprochen und ihm den Schritt mitgeteilt.

Er hatte schon vor der EM in Frankreich verkündet, dass er für das Amt nicht weiter zur Verfügung stehe. Nach der 0:2-Niederlage gegen Italien hatte er seine Zukunft aber wieder offengelassen.

Frühes Aus nach Titelgewinnen

Del Bosque hatte Spanien 2010 zum WM- und 2012 zum EM-Titel geführt. Bei der Weltmeisterschaft 2014 schieden die Iberer als Titelverteidiger allerdings in der Vorrunde aus. Del Bosque blieb trotzdem im Amt. Das Aus im EM-Achtelfinal war jetzt zu viel.

Nachfolger-Wahl könnte auf sich warten lassen

Ein Nachfolger des beliebten Trainers steht noch nicht fest. Die Suche könnte sich noch einige Zeit hinziehen. Das liegt an Verbandspräsident Angel Maria Villar Llona. Der 66-Jährige gilt als möglicher Kandidat für die Nachfolge des gesperrten UEFA-Bosses Michel Platini. Bis zum 20. Juli müsste er seine Bewerbung abgeben.

Die Wahl des neuen Nationaltrainers würde er dann seinem Nachfolger an der Spitze des spanischen Verbandes RFEF überlassen. Derzeit werden ein halbes Dutzend Namen gehandelt. Villars Favorit soll Julen Lopetegui sein, der im Januar beim FC Porto entlassen wurde.

Auf jeden Fall soll es angesichts der guten Erfahrungen mit del Bosque und dessen inzwischen verstorbenem Vorgänger Luis Aragones wieder ein Spanier werden.

sid | Stand: 30.06.2016, 23:05

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