U21-EM - Ianis Hagi auf den Spuren seines Vaters

Ianis Hagi

Halbfinale gegen Deutschland

U21-EM - Ianis Hagi auf den Spuren seines Vaters

Die deutschen U21-Fußballer müssen bei der EM im Halbfinale gegen das Überraschungsteam aus Rumänien ran. Einen Spieler sollten sie dabei ganz besonders im Auge haben.

Dass die Söhne großer Fußballer die Fußstapfen ihrer Väter ausfüllen, ist selten. Paolo Maldini hat das geschafft. Der Italiener war sogar noch erfolgreicher als sein Vater Cesare. Fünf Mal gewann er mit dem AC Mailand die Champions League. Daley Blind hat mit Manchester United immerhin schon mal die Europa League gewonnen, Justin Kluivert stand mit Ajax Amsterdam dort schon im Finale, und Kasper Schmeichel hütet wie sein Vater das Tor der dänischen Nationalmannschaft.

Bei der U21-Europameisterschaft in Italien spielt sich gerade ein weiterer Sprössling eines ganz Großen in den Mittelpunkt. Er hat sein Team völlig überraschend ins Halbfinale geführt, und die ersten europäischen Topklubs haben ihn schon auf dem Zettel. Die Rede ist von Rumäniens Ianis Hagi, Sohn der Fußball-Legende Gheorge. Er tritt am Donnerstag (27.06.2019) mit Rumänien in der Runde der letzten Vier gegen Titelverteidiger Deutschland an.

Frankreich gegen Rumänien: Die Zusammenfassung Sportschau 24.06.2019 01:15 Min. Verfügbar bis 31.12.2019 Das Erste

Der kommende Star

Der 20-Jährige gilt als der kommende Star und die Zukunft seines Landes. Für Rumäniens U21 ist es die erste EM-Teilnahme seit 1998, damals war das Land Gastgeber. Dank Hagi steht es nun im Halbfinale. Hagi trägt wie sein Vater die Nummer 10 auf dem Rücken, ist Spielmacher und Anführer. Er hat eine ähnlich betörende Technik und Übersicht wie sein Vater, auch seine Standards sind gefürchtet. Allerdings ist er schlanker, größer und athletischer.

Bei der EM gewann das Team von Trainer Mirel Radoi völlig überraschend die Gruppe C, in der Frankreich, England und Kroatien allesamt stärker eingeschätzt wurden. Doch die "Tricolorii" besiegte zum Auftakt Kroatien mit 4:1 und legte dann gegen England ein 4:2 nach. Gegen Frankreich reichte dann ein 0:0 zum Gruppensieg. Hagi machte dabei zwei Tore.

Vom Vater trainiert

Im Alter von zehn Jahren trat er der Gheorghe-Hagi-Fußballakademie in Constanța bei. Im Dezember 2014 debütierte er für den dortigen Klub FC Viitorul in der ersten rumänischen Liga. Da war er gerade mal 16. Sein Trainer war sein Vater. Im Sommer 2016 wechselte er für zwei Millionen Euro zum AC Florenz, konnte sich dort aber nicht durchsetzen, so dass es im Januar 2018 zurück nach Constanta ging. Dort ist er inzwischen Kapitän und wird noch immer von Papa Gheorge trainiert. Im November 2018 feierte Hagi sein Debüt in der A-Nationalmannschaft bei einem 3:0-Sieg gegen Litauen in der Nations League.

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Jetzt scheint er bereit für den nächsten Schritt, zu einem Wechsel zu einem großen Klub. Ajax Amsterdam und Galatasaray Istanbul sollen großes Interesse haben. Er würde es seinem Vater gleichtun. Der spielte unter anderem bei Real Madrid, dem FC Barcelona und bei Galatasaray.

Nicht das einzige Talent

Hagis Stärken sind auch dem deutschen Trainerteam um Stefan Kuntz bekannt. Er ist allerdings nicht der einzige gute Spieler im Team. Torwart Ionut Radu spielt in der italienischen Serie A beim FC Genua, Alexandru Pascanu läuft für Leicester City in der englischen Premier League auf. Mittelfeldspieler Razvan Marin wechselt nach dem Turnier zu Ajax Amsterdam, Stürmer George Puscas spielt für Palermo in der Serie B und erzielte in der abgelaufenen Saison neun Tore. Linksaußen Florinel Coman von Steaua Bukarest gilt als Wirbelwind auf der Außenbahn.

Die Deutschen erwartet eine Mannschaft mit hoher Laufbereitschaft, frühem Pressing und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein. Das Team wird zudem von zahlreichen Rumänen, die in Italien leben, lautstark unterstützt. Nicht wenige im Land sehen eine neue "goldene Generation" heranwachsen und träumen davon, dass sich Rumänien für die EM 2020 und dann auch für die WM 2022 qualifiziert. Natürlich mit Ianis Hagi. Dessen Vater war bei drei Europameisterschaften und drei Weltmeisterschaften mit dabei.

vdv/sid/dpa | Stand: 25.06.2019, 09:30

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