Tah, Neuhaus, Waldschmidt: Broich über U21-Kandidaten für Löw

Thomas Broich und Spieler von Deutschlands U21

Thomas Broich nach der U21-EM in Italien und San Marino

Tah, Neuhaus, Waldschmidt: Broich über U21-Kandidaten für Löw

Deutschlands U21 hat bei der EM mit Platz zwei überzeugt. Aber wer hat das Zeug zum A-Nationalspieler? Einige, findet ARD-Co-Kommentator Thomas Broich.

Jonathan Tah (Innenverteidiger, Bayer Leverkusen): Ist mit sechs Einsätzen ohnehin schon Teil der A-Nationalmannschaft, ging bei der U21 als Kapitän und Stabilisator voran. "Er ist eine Maschine, unfassbar gebaut, dabei trotzdem wendig und schnell", sagt Thomas Broich, der die U21-EM als ARD-Co-Kommentator begleitet hat. "Er macht auch am Ball gute Sachen, findet Spieler in den Zwischenräumen. Er ist auf jeden Fall ein Mann für die Zukunft."

Luca Waldschmidt (Angriff, SC Freiburg): Ohne großen Erwartungsdruck ins Turnier gestartet, dann Top-Torjäger geworden, mit sieben Treffern den EM-Rekord eingestellt. "Er spielt unglaublich clever, findet die Räume", sagt Broich. "Er ist jetzt schon ein kompletter Spieler."

Florian Neuhaus (zentrales Mittelfeld, Borussia Mönchengladbach): Bei ihm kommt Broich ins Schwärmen. "Er hat ein gutes Gespür für den Raum, spielt sehr geistesgegenwärtig." Neuhaus löse viele Situationen mit dem ersten Kontakt, sei ein Spielbeschleuniger. "Das ist genau das, was auf höchstem Niveau wichtig ist."

Lukas Klostermann (Rechtsverteidiger, RB Leipzig): "Offensiv war er nicht so auffällig. Aber körperlich ist er eine Maschine, sowas von schnell", sagt Broich. Angesichts der extrem schnellen und athletischen Flügelstürmer im Weltfußball "brauchst Du Spieler, die da mithalten können". Das scheint Bundestrainer Joachim Löw ähnlich zu sehen, Klostermann gehört bereits zum A-Kader und hat zwei Länderspiel-Einsätze auf dem Konto.

Alexander Nübel (Torwart, FC Schalke 04): Schon vor dem Turnier gehandelt als Nachfolger von Manuel Neuer - nach starken EM-Leistungen erst recht. Im Endspiel patzte Nübel allerdings, ließ vor dem 0:2 einen eher harmlosen Schuss nach vorne abprallen - ähnlich wie Oliver Kahn im verlorenen WM-Finale 2002 gegen Brasilien. "Er hat uns mit ins Finale gebracht", sagte U21-Bundestrainer Stefan Kuntz nach dem Spiel im Ersten. "Wenn er jetzt eine Karriere macht wie Olli Kahn, dann hat das Ding hier auch seinen Zweck erfüllt."

Maximilian Eggestein (zentrales Mittelfeld, Werder Bremen): Nach seinem überragenden Bundesligajahr hat der 22-Jährige auch bei der U21 eingeschlagen. "Ballsicher, Zug nach vorne, guter Abschluss - er ist ein echter Allrounder", sagt Broich. Allerdings sei die Nationalmannschaft mit Spielern wie Kroos und Gündogan auf Eggesteins Position auch schon gut besetzt.

Mahmoud Dahoud (zentrales Mittelfeld, Borussia Dortmund): "Auch ihn würde ich nicht abschreiben", sagt Broich. "Er hat fantastische Anlagen." Einziges Problem: die Fehlerquote. Auch im Finale gegen Spanien unterlief Dahoud der ein oder andere Lapsus. "Wenn er es schafft, das abzustellen, kann er eine Alternative werden."

Stefan Kuntz (Trainer): Bei der Frage, wer Joachim Löw dereinst als Bundestrainer beerben könnte, ist Kuntz mittlerweile ein gern genannter Name. Kein Wunder: 2017 hat er mit der U21 den EM-Titel geholt, dieses Mal mit der Finalteilnahme ebenfalls überzeugt. "Er ist ein Motivator, ein Menschenfänger, nimmt die Leute für sich ein", sagt Broich. "Auch fachlich ist er stark. Und er schafft es, das Beste aus dem Trainerteam herauszuholen."

red | Stand: 01.07.2019, 09:30

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