Marco Richter - mit schönen Grüßen vom Bolzplatz

Marco Richter

Zwei Tore gegen Dänemark bei der U21-EM

Marco Richter - mit schönen Grüßen vom Bolzplatz

U21-Trainer Stefan Kuntz schickte beim EM-Auftaktspiel überraschend Marco Richter ins Rennen und appellierte an dessen "Bolzplatz-Mentalität". Heraus kamen zwei Tore, eine Vorlage und eine Ehrung zum "Man of the match".

Von seinem Startelf-Einsatz erfuhr Richter erst einige Stunden vor dem Spiel. Eigentlich hatte er sich schon mit der Rolle des Ersatzmannes abgefunden. "Ich habe heute Morgen erfahren, dass ich spiele. Das war eine geile Überraschung", sagte der 21-Jährige. Der Flügelspieler des FC Augsburg bekam den Vorzug vor dem Hoffenheimer Nadiem Amiri.

"Marco hat sich diesen Startplatz verdient", erklärte Bundestrainer Kuntz die überraschende Nominierung. Und Richter dankte seinem Coach das Vertrauen. Beim Auftaktspiel der U21-Nationalmannschaft  bei der Europameisterschaft in Italien gegen Dänemark schoss er das Team beim 3:1 fast im Alleingang zum Sieg.

Marco Richter: "Wir haben alle nur gegrinst"

Sportschau 18.06.2019 01:43 Min. ARD

"Das Intuitive extrem ausgeprägt"

Kuntz lobte nach dem Spiel die "Bolzplatz-Mentalität" seines Doppeltorschützen. "Bei Marco ist das Intuitive extrem ausgeprägt", sagte Kuntz. Vor der Begegnung habe er daher genau diese Mentalität von seinem Angreifer eingefordert. Denn: "Ich hatte den Gedanken: Wenn man ihn darin bestärkt, könnte es klappen", sagte Kuntz.

Es klappte. Bei seinem ersten Treffer in der 27. Minute hatte Richter noch ein wenig Glück, als sein Schuss abgefälscht wurde. Doch bei seinem zweiten Tor in Minute 52 bewies er die von Kuntz geforderte "Bolzplatz-Mentalität" und Intuition. Nach einem verpatzten Rückpass der Dänen ersprintete er den Ball, umkurvte frech noch einen Gegenspieler und traf ins kurze Eck. Das dritte Tor durch Luca Waldschmidt (65. Minute) bereitete er vor.

Wenig überraschend wurde er nach der Partie in Udine zum "Man of the match" gekürt. Kuntz beschreibt die "Bolzplatz-Mentalität" übrigens so: "Und dann spielst du einfach Fußball, wie es dir gefällt, weil du einfach Spaß daran hast und dieses Spiel liebst."

Frei aufgespielt

Für Marco Richter waren es die ersten Tore im DFB-Trikot. "Der Trainer hat mir gesagt, dass ich einfach frei aufspielen soll. Er hat ein gutes Händchen bewiesen", sagte er: "Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, zwei Tore zu machen, eins vorzubereiten und dann am Ende auf der Tafel noch zu sehen, dass man 'Man oft he match' geworden ist", sagte Richter vor dem ARD-Mikrofon.

Der Mann aus Friedberg begann beim SV Ried mit dem Fußballspielen. 2004 wechselte er in die Jugendabteilung des FC Bayern München, 2012 ging es dann zum FC Augsburg. 2015 lief er erstmals für die zweite Mannschaft des Klubs in der Regionalliga auf. Im Oktober 2017 machte er dann in Hoffenheim sein erstes Bundesligaspiel.

In Augsburg vom Trainerwechsel profitiert

In der gerade abgelaufenen Saison profitierte Richter stark vom Augsburger Trainerwechsel im April. Bei der Premiere von Martin Schmidt machte er beim 3:1 gegen Frankfurt einen Doppelpack. Eine Woche später erzielte er auch beim 6:0 gegen Stuttgart zwei Treffer. In Augsburg schätzt man vor allem seine Flexibilität. Dort lief er schon als Linksaußen, als Rechtsaußen, als Mittelstürmer und im offensiven Mittelfeld auf. Nur in der Nationalmannschaft geizte der flinke und dribbelstarke Mann mit Toren. Weder für die U20 noch für die U21 gelang ihm ein Treffer - bis zum EM-Spiel gegen Dänemark.

Richter hofft nun, auch am Donnerstag (20.06.2019 / live im Ersten) gegen Serbien aufzulaufen. Der Hoffenheimer Nadiem Amiri ist nach einer Verletzung noch immer nicht zu 100 Prozent fit. Eigentlich hat Kuntz keinen Anlass, seine Startelf zu wechseln, zudem Richters Selbstbewusstsein enorm gestiegen ist. "Ich will weiter Tore erzielen und am Ende den Pokal hochhalten", sagte er.

vdv/sid/dpa | Stand: 18.06.2019, 10:53

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