Chevrot neuer Europameister Ironman Frankfurt: Schuster verpasst Podium, Bleymehl quält sich zum Sieg

Stand: 26.06.2022 20:33 Uhr

Darmstädter Drama beim Ironman Frankfurt: Während Paul Schuster beim Sieg von Denis Chevrot das Podium nur knapp verpasst, muss Daniela Bleymehl lange mit Problemen kämpfen - und sich zu ihrem Triumph quälen.

Der Franzose Denis Chevrot ist Ironman-Europameister 2022. In Frankfurt sicherte sich der 34 Jahre alte Triathlet am Sonntag nach 7:52:54 Stunden den Titel. Damit verwies er Robert Wilkowiecki aus Polen (+ 3:38 Minuten) und Clément Mignon (Frankreich/+ 5:49) auf die Ränge zwei und drei.

Vierter und damit bester Deutscher wurde Paul Schuster aus Darmstadt. Der Lokalmatador aus Südhessen kam bei seinem Heimrennen mit einem Rückstand von 6:18 Minuten auf Chevrot ins Ziel und sorgte bei den vielen Fans entlang der Strecke in und um Frankfurt sowie in der Wetterau für Begeisterung.

Daran änderte auch die Tatsache, dass Schuster Rang drei und damit das Podium nur knapp verpasste, nichts. Der 33-Jährige hatte sich bereits nach dem Schwimmen in der Spitzengruppe befunden, mit einem Rückstand von gerade einmal 25 Sekunden kam er aus dem Wasser. Auf der Laufstrecke ging Schuster zwischenzeitlich sogar in Führung, als er von einer Zeitstrafe wegen unerlaubten Coachings gegen Chevrot profitierte.

Schuster beim Ironman erst spät vom Podest verdrängt

Allerdings: Je näher die Profis dem Ziel auf dem Frankfurter Römerberg kamen, desto besser präsentierten sich die beiden Franzosen und auch Wilkowiecki im Vergleich zu Schuster. Chevrot stellte sogar mit 2:38:45 Stunden eine neue Bestzeit für die Laufstrecke auf. Besonders bitter aber: Von Mignon wurde Schuster erst zwei Kilometer vor der Ziellinie überholt und auf den vierten Platz verdrängt.

"Vor dem Rennen hätte ich das genommen. Aber wenn du mal vorne bist und Vierter wirst, dann ist das natürlich bitter", sagte der Darmstädter. "Ich habe etwas riskiert und war dann am Ende platt. Der Support auf der Strecke war unglaublich. Ich habe noch nie so oft meinen Namen gehört."

Mit seinem vierten Platz sorgte Schuster dennoch für das beste hessische Ergebnis beim Ironman Frankfurt seit 2018. Damals wurde der zweimalige Weltmeister Patrick Lange aus Bad Wildungen (Waldeck-Frankenberg) Dritter.

Darmstädterin Bleymehl siegt in Frankfurt

Bei den Frauen gab es hingegen einen südhessischen Erfolg "made in Darmstadt" zu feiern: Daniela Bleymehl entschied das Profi-Rennen, das nicht zuletzt wegen coronabedingter Absagen mit nur sechs Starterinnen auskommen musste, verdient für sich.

Völlig ausgelaugt und gezeichnet von den Strapazen des Tages kam die Top-Favoritin nach 9:02:55 Stunden ins Ziel. Unterwegs, als der Römerberg noch weit weg war, hatte sie einem hr-Reporter zugerufen, sie würde mit gesundheitlichen Problemen kämpfen. Ihr sei übel und sie wisse nicht, ob sie durchkomme, sagte sie.

Bleymehl vergisst Radschuhe - und kämpft

Vor dem Start hatte die 33-Jährige, die sich fortan zu ihrem Sieg quälen musste, ihre Radschuhe zu Hause vergessen. Ihr Mann fuhr daraufhin schnell nach Hause und brachte die fehlende Ausrüstung rechtzeitig in die Wechselzone am Waldsee.

Hinter Bleymehl kam die Britin Nikki Bartlett mit einem Rückstand von 2:26 Minuten ins Ziel. Dritte wurde Dimity-Lee Duke aus Australien (+ 13:51). Carolin Lehrieder - zwischenzeitlich in Führung liegend - musste das Rennen nach einer Panne auf der Radstrecke abbrechen.

Mehr als 3.000 Teilnehmer beim Ironman

Der Ironman Frankfurt ist ein Langdistanz-Triathlon: 3,8 Kilometer Schwimmen, 182 Kilometer Radfahren, zum Abschluss ein Marathon (42,195 Kilometer). Der Startschuss fiel am frühen Morgen am Langener Waldsee, den Großteil des Starterfeldes machen jedes Jahr rund 3.000 Athletinnen und Athleten in zahlreichen Altersklassen aus.