Absage des Ironman Hawaii schockiert Lange: "Der Schreck sitzt tief"

Patrick Lange schaut skeptisch

Darmstädter Triathlet schockiert

Absage des Ironman Hawaii schockiert Lange: "Der Schreck sitzt tief"

Der zweimalige Hawaii-Sieger Patrick Lange aus Darmstadt versteht nach der Absage der Ironman-WM die Welt nicht mehr und wirft den Ausrichtern Versäumnisse vor. Diese hätten sich Frankfurt als Vorbild nehmen sollen.

Die Vorfreude auf den Ironman auf Hawaii war groß. Die Enttäuschung nach der Absage des für Anfang Oktober geplanten Triathlon-Jahres-Highlights ist noch größer. "Ich bin aus allen Wolken gefallen. Ich habe felsenfest damit gerechnet, dass der Ironman stattfinden wird", kommentierte der Darmstädter Triathlon-Profi Patrick Lange am hr-Sport-Mikrofon die Corona-bedingte Verschiebung des Events auf das kommende Jahr. Nach 2020 wird es also auch 2021 keinen Ironman auf Hawaii geben. "Der Schreck sitzt tief", so Lange.

Der zweimalige Sieger der Ironman World Championships, so die offizielle Bezeichnung des traditionsreichen Wettkampfs über die Triathlon-Langdistanz von 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dem abschließenden Marathon, erhebt bei aller Enttäuschung aber auch Vorwürfe.

Kritik an den Veranstaltern

Zwar könne natürlich niemand ahnen, dass sich die Infektionslage auf Hawaii so schlecht entwickle. Die Kommunikation und vor allem die Planung seien aber verbesserungswürdig. "Das kam alles komplett überraschend. Und man kann den Veranstaltern zum Vorwurf machen, dass es keine Alternativen gibt", so Lange. Sprich: Die Organisatoren hätten ein Hygienekonzept entwerfen müssen, das Triathlon auch während der Corona-Pandemie möglich macht.

"Wir haben lange genug eine Ahnung von der Delta-Variante und wissen, wie schlimm die Pandemie ist. Jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, schmeckt mir gar nicht."

Frankfurt bleibt stabil

Wie gute Organisation geht, habe jeder am vergangenen Wochenende in Frankfurt sehen können, unterstrich Lange. In seiner hessischen Heimat waren am Sonntag knapp 1.500 Triathleten und Triathletinnen an den Start gegangen und hatten trotz steigender Inzidenzen einen problemlosen Wettkampf. "Frankfurt hat gezeigt, dass es möglich ist, so einen Event auszutragen."

Was die Hawaii-Absage für Lange noch schlimmer macht: Wäre die Nachricht etwas früher gekommen, hätte der gebürtige Darmstädter in Frankfurt zum Teilnehmerfeld gehört. "Ich wäre zu 100 Prozent dabei gewesen", so Lange. "So habe ich jede Sekunde der Veranstaltung mit einem weinenden Auge verfolgt. Mein Herz hat geblutet." Genau wie Hawaii wird Frankfurt ja aber auch im nächsten Jahr – voraussichtlich – wieder stattfinden.

HR | Stand: 20.08.2021, 11:41

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