Neue Regelung: "B-Proben" und Ausschluss nur bei zwei positiv getesteten Fahrern

Tour-Direktor Christoph Prudhomme

Corona-Regeln gelockert

Neue Regelung: "B-Proben" und Ausschluss nur bei zwei positiv getesteten Fahrern

Nach Intervention der Teams hat der Veranstalter der Tour de France seine strikten Corona-Regeln ein wenig gelockert. Nur noch bei zwei positiven Corona-Tests von Fahrern einer Mannschaft wird der gesamte Rennstall ausgeschlossen. Außerdem soll es "B-Proben" geben.

Wegen der Gefahr "falsch positiver" Coronatests hat der Radsport-Weltverband UCI auf Druck der Teams kurz vor der Tour de France sein Sicherheitsprotokoll angepasst und eine obligatorische "B-Probe" angeordnet. Damit soll ausgeschlossen werden, dass Fahrer wegen einer falschen Diagnose der Infektion mit dem Coronavirus vom Rennen ausgeschlossen werden.

Das Ergebnis des zweiten Tests soll möglichst vor dem Start der nächsten Etappe vorliegen. "Das sind gute Neuigkeiten für den Radsport, jetzt kann ich besser schlafen", sagte Bora-hansgrohe-Teamchef Ralph Denk: "Es ist ein Risiko, eine Entscheidung nur auf der Grundlage eines einzigen Tests zu treffen."

Tour-Ausschluss nur noch bei zwei positiv getesteten Fahrern

Denk hatte eine neue Regelung gefordert, nachdem seine Mannschaft vor dem Eintagesrennen Bretagne Classic am Dienstag zurückgezogen werden musste, da ein Fahrer positiv getestet worden war. Dieses Testergebnis stellte sich kurz darauf als falsch heraus. Denk habe danach im Gespräch mit Vertretern des Weltverbandes sowie des Tour-Veranstalters ASO auf eine Änderung des Protokolls gedrängt.

Wie die UCI weiter festlegte, wird ein Team aus einer großen Rundfahrt ausgeschlossen, bei dem binnen sieben Tagen zwei Fahrer positiv auf Corona getestet wurden. Zuvor war angedacht gewesen, dass zwei positive Tests im gesamten Team, egal, ob Fahrer, sportlicher Leiter oder Betreuer, zum Ausschluss führen. Die Fahrer wurden zweimal vor der Tour getestet (sechs und drei Tage vor dem Start), zudem stehen Tests an den beiden Ruhetagen an.

Die PCR-Tests - eine Rachenprobe wird auf Virenerbgut getestet - gelten bei korrekter Anwendung in der Regel als sehr zuverlässig. Es ist aber nicht gänzlich ausgeschlossen, dass ein Nichtinfizierter ein positives Ergebnis vorweist.

dpa | Stand: 28.08.2020, 21:42

Darstellung: