Tour de France: 19. Etappe wegen Hagels abgebrochen - Bernal in Gelb

Egan Bernal bekommt das Gelbe Trikot

19. Etappe der Tour de France

Tour de France: 19. Etappe wegen Hagels abgebrochen - Bernal in Gelb

Wegen einer eisbedeckten Piste ist die 19. Etappe der Tour de France abgebrochen worden. Neuer Spitzenreiter ist der Kolumbianer Egan Bernal. Mitfavorit Thibaut Pinot musste aufgeben. Wegen des Wetters wurde auch die 20. Etappe verkürzt.

Weil in der Abfahrt vom Col de l'Iseran der Winter zurückkam und die Straße von Hagel und Wasser überflutet war, entschied sich die Rennleitung der Tour de France, das Rennen am Freitag (26.07.2019) etwa 30 Kilometer vor dem Ziel abzubrechen und die Reihenfolge am vorletzten Berg zu werten.

Bernal in Gelb

19. Etappe - Hagelschauer sorgt für Abbruch

19. Etappe - Hagelschauer sorgt für Abbruch

Zu diesem Zeitpunkt hatte Bernal am vorletzten Aufstieg einen Vorsprung auf den bisherigen Spitzenreiter Julian Alaphillipe von etwa zwei Minuten herausgefahren und dadurch das Trikot des Spitzenreiters zuerst nur virtuell übernommen. Mit dem Abbruch wurde die Ablösung an der Spitze dann ganz real.

Der Abbruch des Rennens kam ganz plötzlich. Auf der rasanten Abfahrt brachen Alaphilippe, Bernal und die weiteren Favoriten um den Deutschen Emanuel Buchmann plötzlich ihr hohes Tempo ab, als ihnen per Funk mitgeteilt wurde, dass das Teilstück vorzeitig endet. Ein Weiterfahren zwischen dem Col de L'Iseran und Tignes erwies sich als unmöglich, große Bagger mussten den Berg von Wassermassen, Schnee und Hagel befreien.

Denk - "Abbruch die absolut richtige Entscheidung" Sportschau 26.07.2019 01:35 Min. Verfügbar bis 26.07.2020 Das Erste

Bernal wird allerdings nicht als Etappensieger gewertet. Buchmann fuhr zeitgleich mit den weiteren Favoriten Geraint Thomas und Steven Kruijswijk über den Pass und wahrte damit seine Chancen auf einen Podestplatz in Paris. Alaphilippe hatte rund eine Minute auf die Gruppe eingebüßt, etwa zwei Minuten waren es auf Bernal. "Es wäre zu gefährlich gewesen. Man hat eine gute Lösung gefunden, die Zeit oben am Iseran zu nehmen", sagte Bora-hansgrohe-Teamchef Ralph Denk am Sportschau-Mikrofon.

"Am Samstag wird Emanuel ans Limit gehen"

Nach dem witterungsbedingten Abbruch wird Buchmann bei der letzten Alpenetappe am Samstag voll auf Angriff fahren. Dies sagte der sportliche Leiter von Bora-hansgrohe, Enrico Poitschke, am Freitag. "Am Samstag wird Emanuel ans Limit gehen. Wir werden sehen, wozu es reicht. Jetzt muss er keine Kraft mehr sparen und nichts mehr absichern. Jetzt kann er das fahren, was der Körper hergibt", sagte Poitschke dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

20. Etappe verkürzt

Die 20. Etappe ist am Freitagabend von Toruverantwortlichen auf nur 60 Kilometer verkürzt worden. Der Grund: Der Cormet de Rosxeland ist wegen der Wetterverhältnisse gesperrt und kann nicht befahren werden. Somit müssen Buchmann und Co. nur einen Anstieg bewältigen, der es allerdings in sich hat: Auf 33,4 km geht es fast 2.000 Höhenmeter hinauf nach Val Thorens.

Pinot muss aufgeben

Kurz nach dem Start hatte Mitfavorit Thibaut Pinot die Tour aufgeben müssen. Tags zuvor hatte sich der Franzose eine Muskelverletzung zugezogen, die sich über Nacht nicht gebessert hatte. Unter Tränen stieg der Mitfavorit auf den Gesamtsieg vom Rad, Pinot war zu diesem Zeitpunkt Fünfter der Gesamtwertung.

Stand: 26.07.2019, 21:19

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