Tour - Alexey Lutsenko holt sich die 6. Etappe

6. Etappe - die Zusammenfassung Sportschau 03.09.2020 02:37 Min. Verfügbar bis 01.09.2021 Das Erste

6. Etappe

Tour - Alexey Lutsenko holt sich die 6. Etappe

Von Christian Hornung

Ein knackiger Antritt am letzten Berg hat Alexey Lutsenko vom Astana-Team den Sieg auf der 6. Etappe der Tour de France beschert. Die Favoriten hielten sich diesmal bedeckt.

Lutsenko gewann den Abschnitt über 191 Kilometer von Le Teil nach Mont Aigoual vor Jesus Herrada (CDF), der kurz vor dem letzten Gipfel die Attacke des Kasachen nicht mehr mitgehen konnte. Der jubelte bereits 300 Meter vor der Ziellinie - und genoss dann sichtlich die letzten Sekunden.

Lutsenko sagte hinterher im Sieger-Interview: "Ich habe hart für diesen Erfolg gearbeitet, entsprechend froh bin ich, so einen wichtigen Sieg eingefahren zu haben. Wir haben uns vor dem Start noch im Bus mit unserem Sportlichen Leiter unterhalten. Da ich zuvor schon Zeit in der Gesamtwertung verloren hatte, haben wir die Chance gesehen, es mit einer Ausreißergruppe zu versuchen - und das hat dann auch so funktioniert."

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Van Avermaet bei den Ausreißern

Alexey Lutsenko jubelt

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Am letzten kategorisierten Anstieg der Etappe, dem 1.351 Meter hohen Col de Lusette (1. Kategorie), hatte sich zunächst eine Vierergruppe vorn abgesetzt.

Greg Van Avermaet (CCC), Herrada (CDF), Neilson Powless (EF1) sowie Lutsenko (AST) fuhren einen Vorsprung von zwischenzeitlich über drei Minuten auf das Gelbe Trikot von Adam Yates (MTS) heraus.

Aru versucht die Verfolgung allein

Aus dem Peloton versuchte dann Fabiu Aru (UAD), noch nach vorne zu fahren, doch ohne jegliche Begleiter kam er nicht entscheidend heran. 17 Kilometer vor dem Ziel attackierte dann Lutsenko und riss sofort eine Lücke zu Powless, der bis dahin noch an seinem Hinterrad war.

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Van Avermaet musste abreißen lassen, Herrada konnte zwar mit etwas Verspätung noch hinterherfahren, lag aber immer rund 20 bis 30 Sekunden hinter Lutsenko.

Zurückhaltung bei den Favoriten

Von den großen Favoriten hatte außer Aru an diesem Tag offenbar keiner allzu große Ambitionen, eine Attacke zu setzen. Möglicherweise schien dazu das Streckenprofil auch nicht attraktiv genug, denn nach dem Gipfel am Col de la Lusette folgten noch 13,5 Kilometer Abfahrt - da hätte es für Egan Bernal (INS), Primoz Roglic (TJV) und Co. wenig Sinn ergeben, ein paar Sekunden am Berg herauszufahren.

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Aru gab seine Alleinfahrt hinter den beiden verbliebenen Ausreißern dann aber wieder auf und ließ sich ins Peloton zurückfallen. Herrada kämpfte zwar, merkte aber auf den letzten fünf Kilometern auch, dass er Lutsenko an diesem Tag nicht mehr einholen würde.

Yates bleibt in Gelb

Yates, der am Vortag das Gelbe Trikot nur wegen einer Zeitstrafe für den bis dahin führenden Julian Alaphilippe (DQT) übernommen hatte, kam mit 2:53 Minuten Verspätung gemeinsam mit den Tour-Favoriten ins Ziel und wird sein Trikot auch am Freitag auf der 7. Etappe (Live-Ticker und Livestream bei sportschau.de) wieder tragen dürfen: Drei Sekunden liegt der Brite weiterhin vor Roglic.

Dass der deutsche Mitfavorit Emanuel Buchmann (BOH) ohne Zeitverlust blieb und gemeinsam mit der Yates-Gruppe über die Ziellinie rollte, hatte er der Hilfe des ebenfalls angeschlagenen Max Schachmann zu verdanken.

Schachmann hilft Buchmann

"Max war immer an meiner Seite, das hat zuletzt bei der Bergankunft gefehlt, dass jemand da war. Es ist ein guter Schritt", sagte Buchmann über Schachmann, nachdem die beiden Bora-Fahrer in der Gruppe der Topfavoriten ankamen. Am Dienstag war Buchmann, der kurz vor der Tour schwer gestürzt war und um seine Form kämpft, noch völlig auf sich allein gestellt und verlor Boden auf die Konkurrenz.

"Ich bin deutlich zufriedener. Ich habe mich relativ gut gefühlt", sagte Buchmann anschließend: "Jeder Tag, an dem ich keine Zeit verliere und im Rennen bin, ist ein guter Tag. Es sollte noch besser werden." Schachmann, der mit einem zweieinhalb Wochen alten Schlüsselbeinbruch fährt, kommt zudem ebenfalls immer besser in Fahrt.

Stand: 03.09.2020, 17:55

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