Tour de France - Hirschi gewinnt längste Etappe im Alleingang

Marc Hirschi bejubelt seinen Etappensieg

12. Etappe

Tour de France - Hirschi gewinnt längste Etappe im Alleingang

Marc Hirschi hat die zwölfte Etappe der Tour de France gewonnen. Der Radprofi aus der Schweiz siegte auf dem längsten Teilstück im Alleingang. Primoz Roglic verteidigte das Gelbe Trikot.

Der 22 Jahre alte Marc Hirschi aus dem in Deutschland lizenzierten Team Sunweb siegte am Donnerstag (10.09.2020) nach 218 Kilometern auf der Strecke zwischen Chauvigny und Sarran Correze. Der Franzose Pierre Rolland wurde mit 47 Sekunden Rückstand Zweiter. Dritter wurde Hirschis dänischer Teamkollege Sören Kragh Andersen.

Max Schachmann aus dem deutschen Team Bora-hansgrohe wurde Sechster und sagte: "Das ist ein Zeichen, dass wir super konzentriert gearbeitet haben. Solche Beine hatte ich schon lange nicht mehr." Das Feld um das Gelbe Trikot kam mit einem Rückstand von 2:30 Minuten ins Ziel.

12. Etappe - die Zusammenfassung Sportschau 10.09.2020 03:11 Min. Verfügbar bis 10.09.2021 Das Erste

"Wie ein Traum"

"Ich habe nicht geglaubt, dass ich hier eine Etappe gewinnen kann. Das ist wie ein Traum", sagte der überwältigte Hirschi kurz nach der Zieldurchfahrt.

Famoser Auftritt von Schachmann

Allen Schmerzen zum Trotz schmiss sich Schachmann in die Kurven und ging jede Attacke mit, doch das Happy End blieb dem tapferen Berliner verwehrt. 26 Tage nach seinem Schlüsselbeinbruch verpasste der ehemalige deutsche Meister seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France und musste sich mit einem starken sechsten Platz zufrieden geben.

Doch der Auftritt von Schachmann war famos, zumal sein Schlüsselbeinbruch von der Lombardei-Rundfahrt noch gar nicht ausgeheilt ist. Allein der große Kampf wurde nicht belohnt, knapp 50 Sekunden hinter Hirschi erreichte Schachmann das Ziel. Damit wartet der deutsche Radsport weiterhin auf den ersten Tour-Etappensieg seit John Degenkolb 2018 in Roubaix.

Top-Favoriten sparen Kräfte vor Bergetappe

Gut 40 Kilometer vor dem Ziel war Schachmann in einer sechsköpfigen Gruppe ausgerissen. Am Anstieg zum Suc au May, einem Berg der ersten Kategorie, setzte sich Hirschi ab. Schachmann und der Spanier Marc Soler machten sich auf die Verfolgung, schafften es aber nicht und wurden stattdessen von der Gruppe um Superstar Julian Alaphilippe eingeholt. Nur der Schweizer hielt alle auf Distanz und durfte nach einem zweiten Platz in Nizza und Rang drei in Laruns erstmals jubeln.

Schachmann: "So ein Bein hatte ich schon lange nicht mehr" Sportschau 10.09.2020 00:46 Min. Verfügbar bis 10.09.2021 Das Erste

"Ich habe alles versucht, aber Marc Hirschi war in der Gruppe nicht der perfekte Mann für mich. Die zehn Kilogramm Gewichtsunterschied konnte ich bei 14 Prozent Steigung nicht wegschummeln", sagte Schachmann mit einem Lächeln.

Den Top-Favoriten war der Ausreißer-Sieg ganz recht, mussten sie doch vor der schweren Bergetappe keine zusätzlichen Kräfte vergeuden. Am Freitag (11.09.2020) sind sie wieder gefordert, wenn auf der 13. Etappe über 191,5 Kilometer von Châtel-Guyon nach Puy Mary Cantal insgesamt sieben Bergwertungen im Zentralmassiv mit 4.400 Höhenmetern warten. Das Ziel liegt außerdem in 1.589 Metern Höhe.

12. Etappe - die komplette Übertragung Sportschau 10.09.2020 04:51:23 Std. Verfügbar bis 10.09.2021 Das Erste

dpa/red/sid | Stand: 10.09.2020, 17:54

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