Tour de France - Alaphilippe siegt und schnappt sich das Bergtrikot

10. Etappe der Tour der France

Tour de France - Alaphilippe siegt und schnappt sich das Bergtrikot

Der Franzose Julian Alaphilippe hat die 10. Etappe der Tour de France gewonnen. Es war zum Auftakt der Alpen-Trilogie der erste französische Etappensieg in diesem Jahr. Greg Van Avermaet verteidigte das Gelbe Trikot.

Alaphilippe (Quick-Step Floors) gewann am Dienstag (17.07.2018) auf der 158,5 Kilometer langen Strecke von Annecy nach Le Grand-Bornand mit 1:34 Minuten Vorsprung vor dem Spanier Ion Izagirre. Dritter wurde der Este Rein Taaramäe.

"Mir fehlen die Worte. Ein Sieg bei der Tour ist immer mein großer Traum gewesen", sagte Alaphilippe, der in dieser Saison bereits den Frühjahrsklassiker Fleche Wallonne gewonnen hatte. "Ich habe dafür alles gegeben, auf den letzten Kilometern mein Inneres auf den Tisch gelegt. Jetzt bin ich einfach nur glücklich." Für sein Team Quick-Step war es nach zwei Sprinterfolgen von Fernando Gaviria der dritte Sieg bei der laufenden Tour und bereits der 50. im Jahr 2018.

Van Avermaet überrascht weiter

Van Avermaet verteidigte als Vierter überraschend nicht nur zum siebten Mal hintereinander das Gelbe Trikot, er baute seinen Vorsprung auf den Briten Geraint Thomas sogar noch auf 2:22 Minuten aus. Hinter Van Avermaet hielten sich die Favoriten beim ersten Abstecher ins Hochgebirge zurück. Peter Sagan verteidigte das Grüne Trikot.

Die Anwärter auf den Toursieg taten angesichts der zu erwartenden Strapazen der kommenden beiden Tage beim Hochgebirgsauftakt nicht mehr als das Nötigste. Sie spielten im Rennen um den Tagessieg keine Rolle. Der Vorjahreszweite Rigoberto Uran (EF-Drapac) musste kurz vor der letzten Passhöhe sogar abreißen lassen und kam mehr als dreieinhalb Minuten hinter Christopher Froome ins Ziel. Der Traum vom Toursieg dürfte für Uran bereits ausgeträumt sein.

Auch die deutschen Fahrer spielten keine Rolle bei dieser Etappe. Vor allem die Sprint-Spezialisten um Marcel Kittel und André Greipel kämpften nur darum, im Zeitlimit ins Ziel zu kommen.

Alaphilippe attackiert und setzt sich ab

Die Anfangsphase des Rennens war geprägt von Attacken. Alaphilippe schnappte sich aus einer Attacke heraus den 1. Bergpunkt am Col de Bluffy. In der Abfahrt schlossen immer mehr Fahrer zu der ersten Ausreißergruppe um Alaphilippe auf, darunter auch Sagan und Van Avermaet. Sagan ersprintete sich schließlich die Punkte an der Wertung in Thônes und baute damit seinen Vorsprung in der Sprinterwertung vor Gaviria weiter aus.

Molard und Taaramäe punkten am Col de la Croix Fry

Im Anstieg zum Col de la Croix Fry attackierten dann Rudy Molard und Taaramäe und sicherten sich nach knapp 50 Kilometern zehn und acht Punkte in der Bergwertung. Gleichzeitig veränderte sich die Zusammenstellung der Spitzengruppe, die bis dahin aus mitunter 21 Fahrern bestanden hatte. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 70 km/h rastet eine nur noch achtköpfige Spitze um Molard, Taaramäe, Van Avermaet und Philippe Gilbert ins Tal. Sagan dagegen fiel ins Feld zurück.

Als die Etappe kurz darauf hinauf zum Montée du Plateau des Glières führte, zog Alaphilippe das Tempo an und nutzte auch die 1,8 Kilometer lange Schotterpiste, um sich ein wenig abzusetzen. Er gewann dort die Bergwertung und fuhr sich einen Vorsprung von zehn Sekunden auf die Gruppe um Van Avermaet heraus, das Feld lag in diesem Moment bereits sechs Minuten zurück.

Doppelerfolg für Alaphilippe

Die entscheidende Phase dieser zehnten Etappe wurde mit dem Anstieg zum Col de Romme eingeleitet. Es war das erste Mal, dass die Tour in diesem Jahr ins Hochgebirge führte. Über 8,8 Kilometer erstreckte sich die Kletterpartie mit durchschnittlich gut neun Prozent Steigung bis auf 1.297 Meter Höhe. Und Taaramäe vom Team Direct Énergie und Alaphilippe setzten sich ab und hatten kurz vor dem Gipfel einen Vorsprung von 45 Sekunden.

Als es in den Anstieg zum Colombière ging, hatte sich Alaphilippe von Taaramäe abgesetzt und erhöhte den Vorsprung auf die Gruppe um Van Avermaet auf bis zu 1:45 Minuten. Für den Abfahrtspezialisten Alaphilippe waren das beste Voraussetzungen, um sich auf den letzten Kilometern den Etappensieg und auch das Bergtrikot zu sichern.

Und er gelang, der Doppelerfolg des Franzosen: Erst holte sich Alaphilippe die Bergwertung. Weil er kurz darauf auch noch die Abfahrt über 14,5 Kilometer sturzfrei über die Bühne brachte, schnappte er sich vor dem Spanier Izagirre auch noch den Etappensieg.

Weiter durch die Alpen

Im zweiten Teil der Alpen-Trilogie steht am Mittwoch (18.07.2018) nach zwei Anstiegen der höchsten Kategorie in La Rosiere die erste Bergankunft der 105. Tour an. Es wird wahrscheinlicher, dass sich einer der Favoriten aus der Deckung wagt. Spätestens wird dies am Donnerstag passieren, wenn es in den Hexenkessel von L'Alpe d'Huez geht.

red/sid/dpa | Stand: 17.07.2018, 18:05

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