Tour - Peter Sagan siegt souverän in Colmar

5. Etappe der Frankreich-Rundfahrt

Tour - Peter Sagan siegt souverän in Colmar

Peter Sagan vom Team Bora-hansgrohe hat die 5. Etappe von Saint-Dié-des-Vosges nach Colmar gewonnen. Das Gelbe Trikot von Julian Alaphilippe (DQT) war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Peter Sagan

Grünes Trikot und Etappensieg - die Tour läuft bestens für Peter Sagan.

Am Ende des 175,5 Kilometer langen und recht welligen Abschnitts am Mittwoch (10.07.2019), auf dem viele Sprinter vorzeitig abreißen lassen mussten, setzte sich Sagan nach einem brillant vorgetragenen Sprint souverän gegen die Konkurrenten durch.

Van Aert kommt Alaphilippe näher

Sagan, der die Führung in der Sprintwertung damit ausbaute, sagte nach der Zieldurchfahrt: "Wir haben die Etappe eigentlich den ganzen Tag über kontrolliert. Jeder hat den Etappensieg von mir erwartet, ich bin sehr erleichtert, dass ich ihn nun einfahren konnte. Mein Team hat einen tollen Job gemacht."

An der Spitze der Gesamtwertung liegt weiterhin der Franzose Alaphilippe. Allerdings rückte sein direkter Verfolger Wout van Aert (TJV) durch seinen zweiten Platz in Colmar, für den es sechs Sekunden Zeitbonifikation gab, auf nur 14 Sekunden an das Gelbe Trikot heran. Bester Deutscher in Colmar war Nils Politt (TKA) als Achter.

Ausreißer-Quartett lange vorn

Lange Zeit hatte ein Ausreißer-Quartett die Etappe dominiert, zu dem wie schon zwei Tage zuvor Tim Wellens (LTS) im Bergtrikot gehörte. Gemeinsam mit Simon Clarke (EF1), Toms Skujins (TFS) und Mads Würtz (TKA) hatte sich der Belgier bereits bei Kilometer 22,5 abgesetzt. Und obwohl die vier Fahrer nie einen wirklich großen Vorsprung herausfahren konnten, blieben sie deutlich mehr als 100 Kilometer an der Spitze.

Rund 40 Kilometer vor dem Ziel zerfiel die Gruppe allerdings in ihre vier Einzelteile: Würtz wurde als Erster vom Feld geschluckt, Clarke als Zweiter - und vorne konnte Skujins einen kleinen Vorsprung auf Wellens herausfahren, 22 Kilometer vor dem Ziel war dann aber auch seine Alleinfahrt beendet.

Boasson Hagen doppelt im Pech

Bitter verlief die Endphase der Etappe für Edvald Boasson Hagen, der an diesem Tag zu den Favoriten gehört hatte. Ein Defekt 23 Kilometer vor dem Ende kostete den Norweger vorübergehend den Anschluss an das Peloton. Hinzu kam: Bei seinem verzweifelten und erst nach knapp 15 Kilometern Alleinfahrt erfolgreichen Versuch, den Anschluss wieder herzustellen, war weit und breit niemand aus seinem Team Dimension Data in Sicht, um ihm zu helfen.

Erst als Boasson Hagen das Feld endlich wieder in Sichtweite hatte, ließ sich ein Kollege in weiß-grün mal kurz zurückfallen, um Windschatten zu geben - das war fast schon grotesk. Der Norweger kämpfte sich dann am Ende immerhin noch auf Platz zwölf zeitgleich mit Sagan vor - mit einer besseren Teamstrategie wäre deutlich mehr drin gewesen.

20 Prozent Steigung in den Vogesen

Auf der sechsten Etappe am Donnerstag dürfte es erstmals in dieser Frankreich-Rundfahrt Hinweise auf einen möglichen Gesamtsieger geben - es warten die ersten wirklich bergigen Abschnitte auf die Fahrer.

Auf dem Weg durch die Vogesen geht es am letzten Anstieg den 1.140 Meter hoch gelegenen Berg La Planche des Belles Filles hinauf. Auf dem letzten zehn Kilometer langen Abschnitt türmen sich bis zu 20 Prozent Steigung auf. Das Ganze wird umso härter, weil auch auf dem Weg dahin bereits sechs Bergwertungen zu absolvieren waren.

ch | Stand: 10.07.2019, 17:02

Darstellung: