Tour de France - Dylan Groenewegen siegt im Massensprint

Dylan Groenewegen

7. Etappe nach Chalon-sur-Saône

Tour de France - Dylan Groenewegen siegt im Massensprint

Herzschlagfinale auf der 7. Etappe der Tour de France: Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma) gewinnt den längsten Tagesabschnitt im Massensprint mit einem Wimpernschlag Vorsprung vor Caleb Ewan (Lotto Soudal).

Damit sicherte der Niederländer Groenewegen, der im Sprint eine Topgeschwindigkeit von 74,1 km/h erreichte, seiner Equipe samt seinem deutschen Teamkollegen Tony Martin den dritten Sieg bei der laufenden Tour. Dritter wurde am Freitag (12.07.2019) der dreimalige Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe). Das Gelbe Trikot verteidigte der italienische Tour-Debütant Giulio Ciccone vom Team Trek-Segafredo erfolgreich. Der 24-Jährige war am Donnerstag auf dem Weg nach La Planche des Belles Filles ins "Maillot Jaune" geklettert. Als bester Deutscher kam Routinier André Greipel (Rostock/Arkea-Samsic) nicht über Platz zwölf hinaus, Rick Zabel (Unna/Katusha-Alpecin) belegte den 16. Rang.

"Es ist immer knapp zwischen Caleb und mir, dieses Mal hat es gereicht", sagte der 26 Jahre alte Groenewegen: "In Brüssel bin ich am Samstag ganz schön hart gestürzt, aber jetzt bin ich einfach nur dankbar. Das Team hat unglaublich für mich gearbeitet."

7. Etappe - die letzten drei Kilometer Sportschau 13.07.2019 04:50 Min. Verfügbar bis 12.07.2020 Das Erste

Längste Touretappe

Mit 230 Kilometern war das Teilstück zwischen Belfort und Chalon-sur-Saône zwar die längste Etappe der Tour 2019, mit ihrem eher flachen Profil aber wie gemacht für die Sprinter, die bei dieser Rundfahrt wenige Gelegenheiten haben, sich zu zeigen.

Direkt nach dem Start setzten sich nahezu erwartungsgemäß mit Stéphane Rossetto (Cofidis) und Yoann Offredo (Wanty-Gobert) zwei Ausreißer vom Feld ab und bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf fast sechs Minuten auf das mehr als entspannt dahingleitende Hauptfeld aus. Dort stürzten kurz nach dem Etappenbeginn Tejay Van Garderen (Education First) und Mike Teunissen (Jumbo-Visma) an einer Verkehrsinsel. Van Garderen trug mehrere Wunden im Gesicht davon, stieg aber wieder in den Sattel.

Katz-und-Maus-Spiel

Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ausreißern und Peloton setzte sich bis knapp 30 Kilometer vor dem Ziel fort, ehe eine Tempoverschärfung das Hauptfeld bis auf Sichtweite an das Spitzenduo heranbrachte. Das Feld trieb das Duo weiter mit einem Abstand von 15 bis 20 Sekunden vor sich her. Knapp 13 Kilometer vor dem Ziel - nach über 200 Kilometern Alleinfahrt - war dann die Flucht von Rossetto und Offredo endgültig beendet. Immerhin durfte sich der Franzose Offredo über die Auszeichnung für den kämpferischsten Fahrer freuen, ehe die Teams ihre Sprintzüge in Stellung brachten.

7. Etappe - die Zusammenfassung Sportschau 12.07.2019 03:30 Min. Verfügbar bis 12.07.2020 Das Erste

Nur wenige Zentimeter entscheiden

Die Sprinterteams bekamen das ersehnte Finale, auf das sie den ganzen Tag bei der eher langsamen Etappe hingearbeitet hatten. Auf den letzten 1.000 Metern kam es entlang des Flusses Saône zum Sprint der endschnellsten Männer der Welt. Groenewegen lag im Fotofinish nur wenige Zentimeter vor Ewan aus Australien. Sein deutscher Teamkollege Martin trug mit seiner Tempoarbeit dazu bei, dass Groenewegen in die beste Ausgangslage eskortiert wurde, und jubelte anschließend: "Der Knoten ist bei Dylan geplatzt, das könnte wegweisend sein. Wir werden einen entfesselten Dylan sehen auf den nächsten Sprintetappen. Wir waren überzeugt, dass er der schnellste Sprinter im Feld ist."

Die Klassementfahrer um den britischen Titelverteidiger Geraint Thomas und die deutsche Hoffnung Emanuel Buchmann (Ravensburg) wurden nicht gefordert und schonten die Energiereserven nach den Strapazen bei der spektakulären Bergankunft an der Planche des Belles Filles.

Chancen für Ausreißer auf der 8. Etappe

Bei der 8. Etappe am Samstag dürfte das Augenmerk der Sprinter eher darauf liegen, im vorgegebenen Zeitrahmen ins Ziel zu kommen. Auf den 200 Kilometern zwischen Macon und Saint-Étienne sind sieben Bergwertungen der zweiten und dritten Kategorie zu knacken - mit insgesamt 3.750 Höhenmetern. Zu anspruchsvoll für die reinen Sprinter - nicht schwer genug für die reinen Klassementfahrer. So dürften sich Ausreißer durchaus gute Chancen auf einen Etappensieg ausrechnen.

Die Streckenanimation der 7. Etappe Sportschau 28.06.2019 01:40 Min. Verfügbar bis 30.07.2020 Das Erste

red/sid/dpa

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