14. Etappe: Kragh Andersen schnappt sich den Sieg in Lyon

14. Etappe - die letzten drei Kilometer Sportschau 12.09.2020 03:25 Min. Verfügbar bis 12.09.2021 Das Erste

Tour de France - Samstag, 12. September

14. Etappe: Kragh Andersen schnappt sich den Sieg in Lyon

Von Olaf Jansen

Sören Kragh Andersen hat die 14. Etappe der Tour de France für sich entschieden. In einem spektakulären Finale sicherte sich der Däne vom deutschen Team Sunweb in Lyon den Sieg in einem fulminanten Solo.

Sören Kragh Andersen lag am Samstag (12.09.20) in Lyon in einem klassiker-ähnlichen Finale nach einem explosiven Angriff drei Kilometer vor dem Ziel vorn. Der Däne wurde für seinen Mut zur Attacke belohnt und entschied die 14. Etappe der Tour de France über 194 Kilometer von Clermont-Ferrand nach Lyon für sich. Den Sprint des Verfolgerfeldes gewann der Slowene Luka Mezgec (Mitchelton-Scott) vor Italiens Simone Consonni von Cofidis.

"Ich habe keine Worte. Ich habe davon geträumt. Aber man weiß nicht, dass man gut genug dafür ist, bis man es geschafft hat", sagte der 26 Jahre alte Kragh Andersen in der historischen Tour-Stadt, die 1903 erster Zielort einer Etappe überhaupt gewesen war: "Ich hatte den ganzen Tag super Beine. Ich habe es einfach probiert."

Sagan verkürzt Rückstand auf Bennett

Peter Sagan vom deutschen Team Bora-hansgrohe belegte letztlich Rang vier und verkürzte im Kampf ums Grüne Trikot den Abstand zum Führenden Sam Bennett. Der Deutsche Lennard Kämna, der im Finale selbst eine fulminante Attacke gesetzt hatte und um ein Haar durchgekommen wäre, meinte im Ziel: "Das war heute eigentlich gar nicht geplant, dass ich vorn fahre. Das war vor diesen vielen Zuschauern in Lyon dann schon ein geiles Gefühl."

Fabians Fazit - Sagan ohne Anfahrer, mit Kämna ist zu rechnen Sportschau 12.09.2020 01:41 Min. Verfügbar bis 12.09.2021 Das Erste

Roglic bleibt insgesamt vorn

Der Kampf um den Spitzenplatz im Gesamtklassement bleibt hingegen weiter in slowenischer Hand. Sowohl der Führende Primoz Roglic wie auch sein zweitplatzierter Landsmann Tadej Pogacar hielten sich auf dem Teilabschnitt unauffällig im großen Feld und behaupteten ihre Plätze souverän. Nicht mehr an den Start der Etappe ging die französische Hoffnung Romain Bardet. Der zuvor Viertplatzierte des Gesamtklassement war am Freitag gestürzt und konnte wegen einer Gehirnerschütterung die 14. Etappe nicht mehr in Angriff nehmen.

Küng inszeniert erste Ausreißergruppe

Es dauerte nach dem scharfen Start um 13.18 Uhr gerade einmal ein paar Radumdrehungen, da stand bereits die erste Ausreißergruppe des Tages: Stefan Küng vom französischen Team Groupama-FDJ trat mächtig in die Pedale, zog Edward Theuns vom Trek-Segafredo und Cees Bol vom Team Sunweb mit. Bol aber ließ gleich wieder reißen und so waren es Küng und Theuns, die sich allein auf den Weg machten.

Am ersten kurzen Anstieg, der Cote di Chateau d'Aulteribe, wartete auf die Fahrer am höchsten Punkt eine Sprintwertung, die Bora-hansgrohe nutzte, um Peter Sagan im Kampf ums Grüne Trikot wieder in eine bessere Position zu bringen. Bora zog das Tempo an, Sam Bennett musste reißen lassen und Sagan machte fünf Punkte auf den Wertungsführenden gut.

Bora macht Tempo und hängt Bennett ab

Bora nutzte anschließend den zweiten Anstieg des Tages, den Col du Beal, um Bennett nun ganz abzuhängen: Während Sagan das Tempo der Hauptfeld-Spitze mitgehen konnte, musste Bennett bei km 82 reißen lassen.

Vorn aber zog Stefan Küng vorerst einsam seine Kreise. Theuns konnte das Tempo des amtierenden Schweizer Zeitfahrmeisters nicht mehr mitgehen und wurde rasch vom Hauptfeld geschluckt. Küng aber zog durch und befand sich nunmehr auf einer Soloflucht. Der 26-Jährige wurde allerdings im weiteren Verlauf Opfer der Tempoarbeit von Bora und Co., die das abgehängte Feld um Sam Bennett weiter distanzieren wollten. So überquerte Küng, der bereits auf der 10. Etappe in einer Fluchtgruppe mitgemischt hatte, den nächsten Gipfel, die Cote de Courreau, mit nur noch 50 Sekunden Vorsprung auf das erste große Feld.

14. Etappe - die Zusammenfassung Sportschau 12.09.2020 03:16 Min. Verfügbar bis 12.09.2021 Das Erste

CCC und Bora wechseln sich ab

Bei km 114 war Küngs Flucht beendet, an der Spitze spannten sich nun CCC und Bora abwechselnd in die Tempoarbeit. Der Tempodurchschnitt der dritten Rennstunde wurde auf fast 50 km/h geschraubt. Bennett und seine Teamkollegen von Deceuninck-Quickstep gaben daraufhin die Verfolgungsarbeit auf und fügten sich in ihr Schicksal der Abgehängten. Die Distanz zwischen den beiden großen Gruppen pendelte sich daraufhin etwa 70 Kilometer vor dem Ziel bei etwa sechs Minuten ein, stieg aber bis zum Etappenende zunehmend an.

Nach einem letzten langen, aber nicht steilen Anstieg, der fast durchgehend auf dem großen Blatte gefahren werden konnte, warf sich das große Feld in eine fast 40 Kilometer lange Abfahrt hinunter nach Lyon, wo die Organisatoren aber zwei letzte knackige Anstiege vor dem Ziel eingebaut hatten, um eine allzu gefährliche Zielankunft zu vermeiden. So konnten die Klassikerjäger am Ende den Tagessieg unter sich ausmachen.

Corona: Sicherheitsmaßnahmen werden verschärft

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Frankreich werden im Übrigen die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Bei der 15. Etappe am Sonntag werden auf Anweisung der Behörden im Departement Ain keine Zuschauer an Bergen zugelassen. Betroffen sind zwei der drei gewerteten Anstiege, der Col de la Biche sowie der Grand Colombier. Dort endet der Tagesabschnitt nach 174,5 km.

Zuletzt hatte Frankreich einen Höchststand von fast 10.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Die Regierung weist inzwischen 42 der hundert Verwaltungsbezirke als "rote Zonen" aus, in denen sich das Virus "aktiv verbreitet". Das Departement Ain ist eines davon. Auch im Start- und Zielbereich der kommenden Etappen sollen die Vorkehrungen verschärft werden. Ähnlich wie beim Grand Depart in Nizza soll der Zugang der Fans zu diesen Bereichen beschränkt werden.

14. Etappe - die komplette Übertragung Sportschau 12.09.2020 04:11:13 Std. Verfügbar bis 12.09.2021 Das Erste

Stand: 12.09.2020, 15:10

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