Ex-Sieger Froome und Thomas nicht bei Tour de France dabei

Chris Froome und Geraint Thomas

Keine Ineos-Nominierung

Ex-Sieger Froome und Thomas nicht bei Tour de France dabei

Eine Überraschung war es nicht mehr: Der formschwache Chris Froome wird nicht an der Tour de France teilnehmen. Sein Team Ineos verzichtet auf den viermaligen Gesamtsieger. Auch Geraint Thomas, Gewinner von 2018, ist nicht dabei.

Rote Karte für die Tour, grünes Licht für die Vuelta: Der viermalige Gesamtsieger Chris Froome wird in diesem Jahr nicht die Tour de France bestreiten. Sein Rennstall Ineos berücksichtigt den formschwachen 35-jährigen nicht für sein achtköpfiges Aufgebot für die Frankreich-Rundfahrt vom 29. August bis 20. September. Auch sein britischer Landsmann Geraint Thomas, Gewinner von 2018, wird beim Start in Nizza fehlen.

Bernal führt das Team

Angeführt wird die Mannschaft wie erwartet von Titelverteidiger Egan Bernal aus Kolumbien, der seine Rückenprobleme überwunden hat. "Chris braucht noch ein bisschen länger, um wieder an sein höchstes Level zu kommen", sagte Ineos-Teamchef Sir Dave Brailsford, "er soll bei der Vuelta an den Start gehen. Er ist ein großer Champion, eine Legende des Sports, er verdient es, nochmal eine Grand Tour als Leader zu fahren." Die Spanien-Rundfahrt beginnt am 20. Oktober.

Bei der Dauphine chancenlos

Froome hat mit der Entscheidung offenbar kein Problem. "Es ist gut, jetzt die Klarheit zu haben, dass die Vuelta mein großes Saisonziel ist. Ich wünsche dem Team und Egan für die Tour alles Gute", sagte er. Der in Kenia geborene Froome, den ein schwerer Sturz vor 14 Monaten beinahe die Karriere gekostet hatte, verpasste zuletzt beim Criterium du Dauphine in Frankreich ebenso wie Thomas die Chance, sich für einen Tour-Einsatz zu empfehlen. Dem Geschehen fuhr er nur hinterher, er war vor allem bei den Anstiegen chancenlos, lag am Ende fast eineinhalb Stunden hinter Gesamtsieger Daniel Martinez (Kolumbien/EF Pro Cycling).

Froome: "Vuelta realistischer"

Die Entscheidung von Brailsford kam für ihn daher trotz aller Wehmut nicht wirklich überraschend. "Es ist schon eine Umstellung für mich, von der Tour zur Vuelta", sagte Froome, "aber wenn ich bedenke, von wo ich komme nach dem Horrorsturz, bei dem viele Knochen gebrochen waren, dann bin ich glücklich, dass ich wieder Rennen fahren kann." Er habe keine Schmerzen mehr, die Verletzungen seien ausgeheilt. "Ich habe aber noch nicht das Selbstvertrauen, dass ich meinen Job schon wieder voll erfüllen kann, so wie es bei der Tour de France nötig wäre. Von daher ist es realistischer, die Vuelta in Angriff zu nehmen", so Froome.

Team Ineos

FahrerLandStartnummer
Egan BernalCOL1
Andrey AmadorCRC2
Richard CarapazECU3
Jonathan CastroviejoESP4
Michal KwiatkowskiPOL5
Luke RoweGBR6
Pavel SivakovRUS7
Dylan van BaarleNED8

Letzter großer Auftritt im Trikot von Ineos

Die Vuelta wird also sein letzter großer Auftritt im Trikot von Ineos (früher Sky) sein. Ab 2021 fährt Froome für Israel Start-Up Nation (ISN) und soll in der Mannschaft des deutschen Trios Andre Greipel, Rick Zabel und Nils Politt die Führungsrolle übernehmen. Froome war 2010 zu Sky gewechselt und feierte mit der britischen Equipe seine größten Erfolge. Zwischen 2013 und 2017 triumphierte er viermal bei der Tour, 2011 und 2017 gewann er die Vuelta. Das Triple der großen Landesrundfahrten machte er 2018 mit dem Triumph beim Giro d'Italia perfekt.

Thomas zum Giro

Geraint Thomas (34) soll sich in diesem Jahr auf den Giro (3. bis 25. Oktober) konzentrieren, erklärte Teamchef Brailsford und nannte klar das Ziel für die Tour: "Egan Bernal und Richard Carapaz gehen auf das Gelbe Trikot." Für Giro-Sieger Carapaz (Ecuador) ist es das Tour-Debüt.

Stürze im Radsport: Buchmanns Tour-Start unklar Morgenmagazin 17.08.2020 01:37 Min. Verfügbar bis 17.08.2021 Das Erste

red/sid | Stand: 19.08.2020, 09:15

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