Wimbledon - Barty triumphiert im Endspiel gegen Pliskova

Die Australierin Ashleigh Barty nach dem Sieg im Wimbledon-Finale 2021

Finale beim Tennis-Klassiker

Wimbledon - Barty triumphiert im Endspiel gegen Pliskova

Ashleigh Barty hat zum ersten Mal den Tennis-Klassiker in Wimbledon gewonnen. In einem hochklassigen Endspiel gewann sie gegen Karolina Pliskova. Feiern darf auch die deutsche Juniorin Nastasja Schunk.

Eine Stunde nach Mitternacht Ortszeit begann im australischen Queensland, Heimat von Ashleigh Barty, die "Barty-Party": Die Weltranglisten-Erste verwandelte nach 1:55 Stunden den ersten Matchball zum 6:3, 6:7, 6:3 und gewann erstmals den Titel beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon - zehn Jahre, nachdem sie bei den Juniorinnen in Wimbledon triumphiert hatte.

Barty erste australische Siegerin nach Goolagong Cawley

Barty, die im Halbfinale Angelique Kerber ausgeschaltet hatte, gewann am Samstag (10.07.2021) als erste Australierin seit 1980 den Einzel-Titel an der Church Road. Seinerzeit hatte Evonne Goolagong Cawley in Wimbledon triumphiert, als erste Nachfahrin der Aborigines, der australischen Ureinwohner. Goolagong Cawley ist eins der großen Vorbilder der Weltranglisten-Ersten, die ebenfalls indigene Wurzeln hat. Für Wimbledon hatte sie sich sogar ein Dress schneidern lassen, nach Vorlage des Kleids, das Goolagong vor 50 Jahren bei ihrem ersten Wimbledon-Sieg getragen hatte.

Zweiter Grand-Slam-Triumph

"Sie bedeutet mir sehr viel. Ich hoffe, ich konnte sie stolz machen", sagte Barty bei der Siegerehrung. Zuvor war sie, nach der Tradition von Pat Cash, einem anderen australischen Wimbledon-Champion, quer über die Sitzreihen bis in ihre Players-Box geklettert. Für Barty ist es der zweite Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier nach dem Erfolg bei den French Open 2019.

"Ich habe nicht viel geschlafen letzte Nacht", sagte Barty. So nervös sei sie gewesen, sie habe immer an die große Chance denken müssen, endlich in Wimbledon gewinnen zu können. Und bedankte sich bei den Zuschauern: "Ihr habt mir geholfen, als ich auf den Platz kam, hat es sich wie ein zweites Zuhause gefühlt."

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Die 29 Jahre alte Pliskova, eine von Bartys Vorgängerinnen an der Spitze der Weltrangliste, muss dagegen weiter auf ihren ersten Major-Titel warten, nachdem sie 2016 das Finale der US-Open gegen Kerber verloren hatte.

Zum ersten Mal seit 1977 standen sich zwei Spielerinnen im Endspiel von Wimbledon gegenüber, die es zuvor noch nie ins Finale des wichtigsten Rasenturniers geschafft hatten.

Barty im ersten Satz dominant, Pliskova "wie tiefgefroren"

Die Weltranglisten-Erste dominierte zu Beginn in fast beängstigender Manier, nahm Pliskova gleich die ersten zwei Aufschlagspiele ab. Erst beim Stand von 0:4 kam die Tschechin zu ihren ersten Punkten im Match. "Sie spielt wie tiefgefroren", sagte John McEnroe, der als Co-Kommentator für die"BBC" im Einsatz war. Barty holte sich den ersten Satz in gerade einmal 28 Minuten mit 6:3 - vieles deutete auf einen kurzen Nachmittag hin.

Mitreißendes Finale in Wimbledon

Im zweiten Satz wurde es dann doch ein Finale auf Augenhöhe. Pliskova retournierte mutiger und fand ihren starken Aufschlag wieder. Beim Stand von 5:5 vergab sie die Chance zur 6:5-Führung, leichtfertig mit einem Volley-Fehler, und kassierte das Break. Die 29-Jährige rettete sich aber in den Tie-Break. Dort riss sie erst den Centre Court nach einem spektakulär gewonnenen Duell am Netz von den Sitzen - und schaffte im Anschluss den Satzausgleich.

Im dritten Satz war es dann Barty, die erfolgreich konterte. Die Australierin schnappte sich gleich das Break und lag schnell mit 3:0 vorne. Die Weltranglistenerste kontrollierte jetzt wieder das Geschehen, mit überragender Länge in den Grundschlägen, und bestrafte Pliskova immer wieder mit ihrer knallharten Vorhand. Barty hielt ihr Service - und brachte das Match verdient nach Hause.

Mertens/Su-Wei gewinnen im Doppel

Die Belgierin Elise Mertens und Titelverteidigerin Hsieh Su-Wei aus Taiwan bei den Damen sowie die Kroaten Nikola Mektic und Mate Pavic bei den Herren haben am Samstag die Doppeltitel in Wimbledon gewonnen.

Die an Position drei gesetzten Mertens/Hsieh bezwangen die russischen Überraschungs-Finalistinnen Weronika Kudermetowa und Jelena Wesnina nach vielen Wendungen mit 3:6, 7:5, 9:7.

Mektic/Pavic gewannen gegen Marcel Granollers/Horacio Zeballos (Spanien/Argentinien) 6:4, 7:6 (7:5), 2:6, 7:5 und feierten damit als erste rein kroatische Paarung den Doppeltitel in Wimbledon. Im vergangenen Jahr hatten sich Mektic und Pavic im Finale der US Open als Kontrahenten gegenübergestanden. Pavic triumphierte mit dem Brasilianer Bruno Soares gegen Mektic und den Niederländer Wesley Koolhof.

Zwei Matchbälle vergeben

Elise Mertens wird nach dem zweiten Grand-Slam-Titel des Jahres ab Montag wieder auf Rang eins der Doppel-Weltrangliste geführt, bereits bei den Australian Open hatte sie mit Aryna Sabalenka (Belarus) triumphiert. Für die Taiwanesin Hsieh ist es bereits der dritte Titel im Wimbledon-Doppel nach 2013 und 2019.

Sowohl im zweiten als auch im dritten Satz hatten die Russinnen, die vor Wimbledon erst zwei gemeinsame Turniere gespielt und dabei kein Match gewonnen hatten, bereits zum Sieg aufgeschlagen. Im zweiten Durchgang vergaben sie bei 5:4 sogar zwei Matchbälle.

Nastasja Schunk im Juniorinnen-Finale

Das deutsche Tennis-Talent Nastasja Schunk steht beim Turnier in Wimbledon im Juniorinnen-Finale. Die 17-Jährige aus Leimen gewann im Halbfinale am Samstag in London 6:4, 4:6, 6:4 gegen Victoria Jimenez Kasintseva aus Andorra. Die erst 15-Jährige war an Nummer eins gesetzt. Schunk entschied das sehenswerte Duell der beiden Linkshänderinnen auf dem Platz Nummer eins aber nach 2:12 Stunden und vielen harten Grundlinienduellen für sich. Im Endspiel an diesem Sonntag trifft Schunk auf die ebenfalls 17-jährige Spanierin Ane Mintegi del Olmo. Die deutsche Vizemeisterin gehört zum Nachwuchsteam des Deutschen Tennis Bundes.

dpa/sid/red | Stand: 10.07.2021, 23:36

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