Australian Open - Zverev als einziger Deutscher in Runde drei

Alexander Zverev in der ersten Runde der Australian Open

Tennis-Grand-Slam in Melbourne

Australian Open - Zverev als einziger Deutscher in Runde drei

Am dritten Tag der Australian Open schaffte Alexander Zverev als einziger Deutscher den Sprung in die dritte Runde. Novak Djokovic musste in seinem Match hart kämpfen. Chancenlos war auch Dominik Koepfer. Bei den Damen ist die große Favoritin hingegen weiter. Und auch Naomi Osaka wird ihrer Rolle als Mitfavoritin derweil weiter gerecht.

Als einziger der anfangs fünf deutschen Tennis-Herren hat es Alexander Zverev bei den Australian Open in die dritte Runde geschafft. Der 23 Jahre alte Hamburger setzte sich am Mittwoch (10.02.2021) bei dem Grand-Slam-Turnier in Melbourne gegen den amerikanischen Qualifikanten Maxime Cressy mit 7:5, 6:4, 6:3 durch.

Im ersten Duell mit der Nummer 172 der Weltrangliste nutzte Zverev nach 2:04 Stunden seinen zweiten Matchball. Im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale trifft der Weltranglisten-Siebte Zverev auf den französischen Linkshänder Adrian Mannarino. Dominik Koepfer war gegen den Österreicher Dominic Thiem mit 4:6, 0:6, 2:6 ausgeschieden.

"Meine Motivation ist in diesem Jahr natürlich groß. Ich war beim US-Open-Finale nur zwei Punkte von einem Grand-Slam-Sieg entfernt", sagte Zverev nach dem Match gegen den in seinen Augen "gefährlichen" Cressy: "Ich bin hier definitiv nicht der Favorit, aber ich werde mein Bestes geben."

Djokovic hat viel Mühe

Ohne Probleme weiter: Novak Djokovic in Aktion.

Titelverteidiger Novak Djokovic hat die erste schwere Prüfung bei den diesjährigen Australian Open gemeistert. Der Weltranglistenerste aus Serbien schlug in seinem kniffligen Zweitrundenduell in Melbourne den US-Amerikaner Frances Tiafoe nach hartem Kampf über 3:30 Stunden mit 6:3, 6:7 (3:7), 7:6 (7:2), 6:3. "Das war ein schweres Match bei schwierigen Bedingungen", sagte Djokovic anschließend: "Es war sehr heiß auf dem Platz, und Frances hat so gut gespielt und alles gegeben."

Starke Nerven retten den dritten Satz

Der erste Satz lief für den Favoriten noch wie geplant. Dann aber erhöhte Tiafoe die Intensität und setzte Djokovic mächtig zu. Im Tiebreak des zweiten Satzes spielte der Außenseiter groß auf und bejubelte jeden Punkt frenetisch - auch das Publikum in der Rod Laver Arena ging mit. Djokovic, mit acht Titeln der Rekordchampion des Turniers, blieb aber in der Spur und bewies im dritten Satz starke Nerven.

Das Match ging nun an die Substanz. Tiafoe überzog den Zeitrahmen zwischen den Ballwechseln mehrfach und verlor dadurch erste Aufschläge, der 23 Jahre alte Amerikaner fluchte laut und diskutierte mit dem Stuhlschiedsrichter. Djokovic nutzte Tiafoes kleine Schwächen cool aus und machte den nächsten Schritt im Turnier. In diesem Jahr peilt er seinen insgesamt 18. Grand-Slam-Triumph an.

Koepfer chancenlos gegen Thiem

Dominik Koepfer schied als vorletzter Deutscher in der Herren-Konkurrenz aus. Der 26 Jahre alte Tennisprofi verlor am Mittwoch in der zweiten Runde gegen den an Nummer drei gesetzten Österreicher Dominic Thiem mit 4:6, 0:6, 2:6 und konnte dabei nur im ersten Satz mithalten. US-Open-Champion Thiem verwandelte nach 1:39 Stunden seinen ersten Matchball.

Dominik Koepfer: "Die ganze Energie in unnötiges Zeug verschwendet"

Sportschau 10.02.2021 00:25 Min. Verfügbar bis 10.02.2022 ARD


"Wenn ich die ganze Energie in unnötiges Zeug verschwende, wird es schwer gegen ihn mitzuhalten", sagte Koepfer nach dem Aus gegen Thiem.

Wawrinka schon raus

Stan Wawrinka

Stan Wawrinka

Der dreimalige Grand-Slam-Sieger Stan Wawrinka istebenfalls in der zweiten Runde gescheitert. Der 35 Jahre alte Schweizer musste sich nach einem Krimi dem Ungarn Marton Fucsovics mit 5:7, 1:6, 6:4, 6:2, 6:7 (9:11) geschlagen geben.

Wawrinka, der das Turnier in Melbourne 2014 gewonnen hatte, kämpfte sich nach schlechtem Start bei heißem Wetter zurück in die Partie und erarbeitete sich im fünften Satz drei Matchbälle. Doch Fucsovics konnte alle abwehren und durfte nach 3:59 Stunden jubeln. "Ich bin wirklich müde, es war ein langes Match", sagte Fucsovics: "Ich wusste, dass er zurückkommt, er ist ein physisch starker Spieler." Wawrinka war im vergangenen Jahr erst im Viertelfinale an Alexander Zverev gescheitert.

Weiter ist hingegen Nick Kyrgios. Er drehte unter dem lauten Jubel seiner australischen Fans seine Partie gegen den Franzosen Ugo Humbert und gewann 5:7, 6:4, 3:6, 7:6 (7:2), 6:4.

Serena Williams ohne Mühe weiter

Topfavoritin Serena Williams hat derweil ohne große Mühe die dritte Runde erreicht. Die 39 Jahre alte Amerikanerin gewann am Mittwoch gegen die Serbin Nina Stojanovic mit 6:3, 6:0. Nach 69 Minuten nutzte Williams ihren ersten Matchball. Die langjährige Nummer eins strebt in Melbourne ihren 24. Grand-Slam-Titel an. Damit würde Williams mit der Australierin Margaret Court gleichziehen, die wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Homosexualität und gleichgeschlechtlicher Ehe umstritten ist.

Ihren bislang letzten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier gewann die Amerikanerin 2017 in Melbourne. In der dritten Runde bekommt Williams es nun mit der Russin Anastasia Potapowa zu tun. "Sie ist eine tolle Kämpferin, von daher war es heute nicht einfach", sagte Williams nach ihrem Match gegen Stojanovic in der Rod Laver Arena.

Venus Williams knickt um und ist raus

Ihre Schwester Venus Williams unterlag hingegen der italienischen Qualifikantin Sara Errani 1:6, 0:6. Mit 40 Jahren war Venus Williams die älteste Spielerin im Damen-Feld, sie bestritt ihre 21. Australian Open und ihren 88. Grand Slam. Nachdem sie Ende des ersten Satzes umgeknickt war, konnte Williams die Partie nur noch humpelnd beenden. Dennoch gab die Amerikanerin nicht auf und wurde für ihren Einsatz von den Zuschauern gefeiert.

Osaka ohne Probleme weiter

Naomi Osaka wird ihrer Rolle als Mitfavoritin derweil weiter gerecht. Die 23 Jahre alte US-Open-Siegerin aus Japan setzte sich in ihrem Zweitrundenmatch gegen die Französin Caroline Garcia ohne Probleme mit 6:2, 6:3 durch. Osaka, die 2019 in Melbourne den Titel gewann, ist seit vergangenem Februar auf der Tour ungeschlagen. Zu ihren großen Konkurrentinnen beim ersten Jahreshighlight zählen Serena Williams (USA), die Weltranglistenerste Ashleigh Barty (Australien) und Titelverteidigerin Sofia Kenin (USA).

Ebenfalls weiter ist Iga Swiatek. Die polnische French-Open-Siegerin - das Turnier in Paris hatte Osaka verletzungsbedingt ausgelassen - schlug die Italienerin Camila Giorgi mit 6:2, 6:4. Nichts anbrennen ließ auch Simona Halep. Halep, die 2018 die French Open und 2019 in Wimbledon gewann, hatte beim 4:6, 6:4, 7:5 gegen die Australierin Ajla Tomljanovic allerdings Mühe.

Kvitova und Andreescu müssen Segel streichen

Während Williams ihrer Favoritenrolle gerecht wurde, schieden mit Petra Kvitova und Bianca Andreescu zwei Top-Ten-Spielerinnen aus. Kvitova musste sich der Rumänin Sorana Cirstea mit 4:6, 6:1, 1:6 geschlagen geben, Andreescu verlor gegen Hsieh Su-Wei aus Taiwan mit 3:6, 2:6. Die 20 Jahre alte US-Open-Siegerin von 2019 hatte in Melbourne ihr Comeback nach langer Verletzungspause gegeben. Im vergangenen Jahr hatte die Weltranglisten-Neunte wegen Knieproblemen kein einziges Tennismatch bestritten.

sid/dpa | Stand: 10.02.2021, 15:03

Darstellung: