French Open - Kohlschreiber, Koepfer und Struff in der dritten Runde

Philipp Kohlschreiber in Aktion bei seinem Match in der 2. Runde der French Open gegen Aslan Karazew

Tennis in Paris

French Open - Kohlschreiber, Koepfer und Struff in der dritten Runde

Die deutschen Tennis-Herren trumpfen bei den French Open weiter ganz groß auf. Während die Damen in Paris im Einzel bereits alle ausgeschieden sind, stürmte ein Herren-Quartett im Stade Roland Garros in die dritte Runde.

Nachdem sich Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev bereits am Mittwoch gegen den russischen Qualifikanten Roman Safiullin in drei Sätzen durchgesetzt hatte, feierten am Donnerstag (03.06.2021) auch Philipp Kohlschreiber, Dominik Koepfer und Jan-Lennard Struff Siege beim Sandplatz-Klassiker in der französischen Hauptstadt.

"Wirklich traumhaft"

"Es ist wirklich traumhaft", jubelte Kohlschreiber nach der Partie. "Ich habe heute einen Super-Tennistag gehabt und mein Spiel von Anfang bis Ende durchgezogen. Wir sind ein super Team. Ist doch toll, wenn wir bei den größten Turnieren auch die Leistung abrufen."

Auch Koepfer war beeindruckt von sich selbst: "Ich spiele die großen Turniere jetzt zum zweiten Mal und ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich hier hingehöre. Ich glaube an mich, und die Resultate kommen."

Zweijährige Durststrecke beendet

Routinier Kohlschreiber hob nach seinem überraschenden Sieg gegen den starken Russen Aslan Karazew jubelnd die Arme in die Höhe und ballte dann die Faust. Der 37 Jahre alte Augsburger zeigte beim 6:3, 7:6 (7:4), 4:6, 6:1 eine ganz starke Leistung und überstand damit zum ersten Mal seit sieben Jahren im Stade Roland Garros wieder die zweite Runde.

Kohlschreiber verwandelte gegen Karazew, der zu Beginn des Jahres bei den Australian Open völlig unerwartet das Halbfinale erreicht hatte, nach 2:59 Stunden seinen ersten Matchball. Es ist das erste Mal seit fast genau zwei Jahren, dass Kohlschreiber auf ATP-Niveau zwei Spiele nacheinander gewinnen konnte. Der Bayer bekommt es nun mit dem an Nummer zehn gesetzten Diego Schwartzman aus Argentinien zu tun.

Karazew mit "Old-School-Spiel" genervt

Kohlschreiber, der zuletzt immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde, war gegen Karazew von Beginn an der bessere Spieler. Schon vor der Partie hatte der Bayer gemutmaßt, er könne den Russen mit seinem "Old-School-Spiel ein bisschen nerven".

Und genauso kam es auch. Kohlschreiber leistete sich wenige Fehler und zermürbte seinen Gegner damit. Nur im dritten Satz leistete er sich einen kleinen Durchhänger und gab den Durchgang ab. Doch im vierten Satz nahm er Karazew schnell zwei Mal den Aufschlag ab und machte den Sieg schließlich perfekt.

Koepfer jetzt gegen Federer

Dominik Köpfer jubelt nach seinem Sieg über Taylor Fritz und den Einzug in Runde 3 der French Open

Dominik Köpfer jubelt nach seinem Sieg über Taylor Fritz und den Einzug in Runde 3 der French Open

Wenig später zog auch Koepfer in die dritte Runde ein. Der 27-Jährige zeigte gegen Fritz beim 6:3, 6:2, 3:6, 6:4 eine beeindruckend konstante Leistung. Wie schon in der ersten Runde gegen den Franzosen Mathias Bourgue brachte Koepfer sein druckvolles Spiel durch. Nach dem verwandelten Matchball brüllte der Schwarzwälder seine Freude laut heraus.

Zur Belohnung kommt es für Koepfer nun zu einem ganz besonderen Duell: Rekord-Grand-Slam-Turnier-Sieger Roger Federer trifft auf die deutsche Nummer drei. Federer rang den Kroaten Marin Cilic mit 6:2, 2:6, 7:6 (7:4), 6:2 niederund nutzte nach 2:35 Stunden seinen zweiten Matchball.

Federer zofft sich mit dem Schiedsrichter

Im zweiten Satz seines Matches wurde Federer vom Schiedsrichter ermahnt, weil er offenbar zu spät zum Return bereitstand. Daraus entwickelte sich ein Wortgefecht. "Glauben Sie, dass ich langsam bin? Ich habe ihnen zugehört, jetzt hören Sie mir zu", sagte Federer unter anderem und kriegte sich minutenlang nicht ein. Zuvor hatte Novak Djokovic ungefährdet seine Aufgabe erledigt. Der Weltranglistenerste siegte mit 6:3, 6:2, 6:4 gegen Pablo Cuevas aus Uruguay.

Struff siegt glatt in drei Sätzen

Jan-Lennard Struff hat das deutsche Quartett in der dritten Runde der French Open am Abend komplettiert. Der 31 Jahre alte Warsteiner schlug Facundo Bagnis aus Argentinien mit 7:5, 7:6 (7:1), 6:4 und sorgte mit dafür, dass so viele Profis des DTB noch nach der zweiten Runde im Turnier sind, wie seit 1993 nicht mehr. Damals schafften in Patrick Kühnen, Carl-Uwe Steeb, Marc-Kevin Goellner, Bernd Karbacher und Michael Stich sogar fünf Profis den Schritt in die dritte Runde.

Struff, der 2019 in Paris das Achtelfinale erreichte, war in den entscheidenden Phasen konsequenter als sein Gegner und trifft nun auf den 18 Jahre alten Spanier Carlos Alcaraz.

Jan-Lennard Struff freut sich über seinen Sieg über Facundo Bagnis in der zweiten Runde der French Open

Jan-Lennard Struff freut sich über seinen Sieg über Facundo Bagnis in der zweiten Runde der French Open

Weiter kam an seinem 35. Gebrutstag auch Rafael Nadal. Der Spanier gewann gegen den Franzosen Richard Gasquet mit 6:0, 7:5, 6:2 und nimmt damit weiter Kurs auf seinen 14. Titel beim Sandplatz-Klassiker in der französischen Hauptstadt. Nadal bekommt es jetzt mit dem Briten Cameron Norrie zu tun. Gasquet ist als letzter Franzose in der Herren-Konkurrenz ausgeschieden.

Barty gibt wegen Verletzung auf

Die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty hat bei den French Open in ihrem Zweitrundenspiel wegen einer Verletzung aufgegeben. Die 25 Jahre alte Australierin musste gegen die Polin Magda Linette beim Stand von 1:6, 2:2 aus ihrer Sicht passen. Barty, die das zweite Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison 2019 gewonnen hat, hatte bereits in ihrer Erstrunden-Partie gegen die Amerikanerin Bernarda Pera an Rücken und Hüfte behandelt werden müssen. Dennoch schaffte sie den Sprung in die zweite Runde.

Damit ist nach Naomi Osaka, die am Montagabend zurückgezogen hatte, bereits die zweite Topfavoritin im Stade Roland Garros ausgeschieden.

dpa/sid/red | Stand: 03.06.2021, 23:37

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