Ruder-EM - Gold für Zeidler, Achter geht leer aus

Ruder-EM in Varese - Achter enttäuscht, Zeidler wird Europameister Sportschau 11.04.2021 05:00 Min. Verfügbar bis 11.04.2022 Das Erste

Titelkämpfe in Varese

Ruder-EM - Gold für Zeidler, Achter geht leer aus

Einer-Fahrer Oliver Zeidler hat bei der Ruder-EM in Varese die Goldmedaille gewonnen. Der Deutschland-Achter ging überraschend leer aus.

Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler hat zum zweiten Mal in seiner Karriere EM-Gold gewonnen. Der Einer-Spezialist setzte sich auf dem Lago di Varese am Sonntag (11.04.2021) mit einer halben Bootslänge Vorsprung gegen Vorjahressieger Sverri Nielsen aus Dänemark und den Polen Natan Wegrzycki-Szymczyk durch.

Nach einem schwachen Vorlauf war Zeidler über den Hoffnungslauf weitergekommen. Der Senkrechtstarter war erst 2016 vom Schwimmen zum Rudern gewechselt und wurde bereits drei Jahre später Welt- und Europameister. Im Vorjahr hatte er bei der EM in Posen nur Platz vier erreicht. "Dieses Rennen gibt Selbstvertrauen", kommentierte Zeidler. Er sieht aber noch Steigerungspotenzial: "Mit dem Finale bin ich zufrieden, aber nicht mit dem gesamten Wochenende. Ich brauche Rennpraxis und muss vom Kopf her ruhiger bleiben."

Deutschland-Achter nur Vierter

Oliver Zeidler

Für den Deutschland-Achter hat die Olympia-Saison dagegen mit einem Fehlstart begonnen. Im Finale kam die Crew um Schlagmann Hannes Ocik nicht über den vierten Rang hinter Großbritannien, Rumänien und den Niederlanden hinaus. Damit verpasste das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) erstmals seit den Olympischen Spielen von Peking 2008 einen Podestplatz bei internationalen Titelkämpfen.

Der deutsche Achter, zuletzt dreimal nacheinander Weltmeister, dominierte das Rennen auf den ersten 1.000 m, fiel im Schlussspurt aber noch zurück. Schon im Bahnverteilungsrennen am Freitag war die Crew nur Vierter geworden. Für das Paradeboot des DRV war es die erste Pleite in Finalrennen bei Titelkämpfen seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio.

"Das ist ernüchternd", sagte Ocik. Das Team könne sich aber nichts vorwerfen, "wir haben alle Mittel eingesetzt, die uns derzeit zur Verfügung stehen. Auf den letzten 500 m fehlte uns der letzte Punch, und wir sind vom Kurs abgekommen. Das müssen wir sacken lassen und in Ruhe analysieren."

Medaillen für Doppel-Vierer der Frauen und im Para-Einer

Jason Osborne und Jonathan Rommelmann gewannen Silber. Das Duo landete im Leichtgewichts-Doppelzweier im Finale hinter Weltmeister Irland. Bronze ging an Vorjahressieger Italien. Osborne/Rommelmann hatten 2019 den EM-Titel und WM-Bronze geholt. Bei der vergangenen EM in Posen gewannen sie ebenfalls Silber. Osborne ist auch als Radfahrer erfolgreich und will nach den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) Profi werden. Der Frauen-Doppelvierer gewann die Bronze-Medaille.

Eine weitere Medaille holte der Doppel-Vierer der Frauen. Franziska Kampmann, Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide und Daniela Schultze holten hinter den Niederlanden und Großbritannien Bronze. Im Para-Rudern holt Marcus Klemp im Einer ebenfalls die Bronzemedaille.

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dpa/sid | Stand: 11.04.2021, 16:33

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