Die Düsseldorfer Beachvolleyballerin Cinja Tillmann hechtet bei der WM in Rom nach dem Ball

Beachvolleyball "Unfassbarer" Coup: Müller/Tillmann im WM-Halbfinale

Stand: 17.06.2022 22:11 Uhr

Als neuformiertes Duo mischen Svenja Müller (Hamburg) und Cinja Tillmann (Düsseldorf) die Beachvolleyball-WM auf. Und der Weg geht weiter: Die beiden stehen nun im Halbfinale.

Nach ihrem erneuten Coup kämpften Svenja Müller und Cinja Tillmann kurz mit den Tränen. Ein wenig überwältigt waren sie von ihrem überraschenden Einzug ins Halbfinale der Beachvolleyball-WM in Rom.

Immerhin hatte das neuformierte Duo aus Hamburg und Düsseldorf am Freitag (17.06.2022) die Olympia-Zweiten Taliqua Clancy/Mariafe Artacho del Sola aus Australien mit 2:1 (21:23, 21:18, 16:14) in der Runde der letzten acht besiegt und spielt nun am Wochenende um eine Medaille. Im Halbfinale geht es gegen die Kanadierinnen Sophie Bukovec und Brandie Wilkerson (Samstag, 20 Uhr).

DVV-Sportdirektor lobt deutsches Vorzeigepaar

"Das ist unfassbar", meinte die 30-jährige Tillmann. "Das ist megacool und ein langes Turnier für uns. Aber wir spielen sehr gerne weiter."

DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand war begeistert vom derzeitigen deutschen Vorzeige-Paar. "Die beiden haben es sensationell gemacht und ihre Chancen genutzt", meinte er. "Das war herausragend. Und jetzt freuen wir uns auf das, was noch kommt."

Australierinnen prüfen mentale Stärke von Müller/Tillmann

Tillmann und die erst 21 Jahre alte Müller zeigten im Viertelfinale wie schon in den Spielen zuvor, wie stark sie mental sind. Die australischen Gegnerinnen setzten sie mit harten Aufschlägen immer wieder unter Druck.

"Die waren nicht ohne", meinte Müller. Die Deutschen ließen sich aber nur wenig beeindrucken und überwanden auch Schwächephasen in den ersten beiden Durchgängen.

Tillmann: "Wenn uns das jemand vorher gesagt hätte..."

Im Tiebreak schien beim Stand von 14:11 schon alles zugunsten von Müller und Tillmann gelaufen zu sein. "Dann habe ich angefangen, ein bisschen nachzudenken", sagte Tillmann. Die Favoritinnen aus Down Under kamen auf 14:14 heran. Doch Müller und Tillmann konterten.

"Sie haben unglaublich Druck gemacht. Deshalb bin ich froh, dass wir es am Ende nach 14:14 schnell beendet haben, sonst hätte es noch ganz blöd in die andere Richtung gehen können", meinte Tillmann. "Wenn uns das jemand vorher gesagt hätte, wir hätten es nicht geglaubt", sagte sie über den Halbfinaleinzug.

Neuformiertes Duo spielt sich schnell in die Weltspitze

Tillmann und Müller spielen erst seit anderthalb Jahren zusammen. Dieses Jahr ist die erste gemeinsame vollständige Saison - umso erstaunlicher ihre Ergebnisse bereits. Im Mai hatten sie in Ostrava erstmals ein Elite-16-Turnier, die höchste Kategorie in der neuen Beach Pro Tour, gewonnen und sich in die Weltspitze gespielt.