Der Kölner Tennis-Profi Oscar Otte schaut im Wimbledon-Match gegen Carlos Alcaraz enttäuscht zu Boden

Tennis Tennis-Jungstar Alcaraz beendet Ottes Wimbledon-Erfolgsstory

Stand: 01.07.2022 19:45 Uhr

Oscar Otte hat beim Tennis-Grand-Slam in Wimbledon seinen Meister gefunden. Gegen den Spanier Carlos Alcaraz blieb der Kölner ohne Chance auf dem Londoner Rasen.

Von Julian Tilders

Am Freitagabend (01.07.2022) unterlag der 28-jährige Otte dem spanischen Shootingstar Alcaraz auf Court eins in Wimbledon deutlich. Die deutsche Nummer 32 der Welt hatte Alcaraz (Nummer fünf) beim 3:6, 1:6, 2:6 wenig entgegenzusetzen.

Nach 98 Minuten verwandelte der 19-Jährige seinen ersten Matchball. Damit ist der letzte von sieben deutschen Tennis-Spielern in der Herren-Konkurrenz ausgeschieden. In Abwesenheit des verletzten Olympiasiegers Alexander Zverev war Otte die deutsche Nummer eins bei den Herren in Wimbledon und erstmals in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt.

Schwieriger Start für Otte gegen Alcaraz

Mit welcher Dynamik, Konzentration und Präzision des spanischen Supertalents es Otte zu tun bekommen würde, war früh im Spiel zu sehen. Alcaraz gelang ein druckvoller Start. Und er schaffte direkt das Break, jagte Otte das Aufschlagspiel zu Null ab, vor allem dank seiner starken Vorhand. Die ersten acht Punkte gab Otte allesamt ab.

Otte verrichtete Laufarbeit, lief aber in den ersten Spielen vor allem hinterher. Als Alcaraz bei einem Cross mal zu viel ins Risiko ging und daraufhin auch noch einen zu kurzen Return spielte, war der Kölner aber im Spiel.

Mutig bot Otte Alcaraz nun die Stirn, war nah dran am Break - was ihm aber knapp nicht gelang. Die Ballwechsel wurden umkämpfter als zu Beginn. Allerdings behielt der Spanier mit starkem Aufschlagspiel die Oberhand und brachte den ersten Satz nach Hause.

Alcaraz schenkt Otte Punkt für spektakuläre Aktion

Im zweiten Satz agierte Otte weiter mutig, traute sich öfter riskantere Volleys zu. Allerdings hakte es ein wenig mit der Vorhand: Bei Fünf Unforced Errors stand der Kölner zu diesem Zeitpunkt, Alcaraz nur zwei.

Zuvor hatte Alcaraz für einen weiteren sportlichen Höhepunkt gesorgt. Und zwar im Sinne von sportlicher Fairness. Er schenkte Otte nach einer spektakulären Rally den Punkt, obwohl der Unparteiische den Ballwechsel wiederholen lassen wollte. Zuvor war ein Crossball Alcaraz' wohl im Aus gelandet und der Ball von Otte noch einmal am Netz vorbeigespielt worden.

Alcaraz' Vorhand für Otte nicht zu kontern

Otte hielt ordentlich mit, aber gegen die Klasse des 19-jährigen Spaniers fand er dann doch oft kein Mittel. Alcaraz holte sich auch im zweiten Satz sofort das Break. In der Folge gelang ihm beinahe alles, auch ein immer länger werdender hoher Ball, der doch noch im Feld aufkam.

Dem 28-jährigen Kölner unterlief ein Doppelfehler, Alcaraz gelang nach einem kleinen Schlagabtausch erneut das Break. Seine Vorhand blieb für Otte eine nicht zu konternde Waffe. Und dann beendete Alcaraz per Ass den zweiten Satz.

Returnstarker Alcaraz: Verteidigung als Angriff

Bei den Returns waren die qualitativen Unterschiede zwischen Alcaraz und Otte zu groß. Der Spanier leitete oft direkt Gegenangriffe ein und setzte dem leidenschaftlich kämpfenden, aber unterlegenen Otte zu. Der lieferte durchaus engagierte Gegenwehr, kam im letzten Satz auf 2:3 nochmal heran.

Aber Alcaraz, der schlicht stärker retournierte und neben der starken Vorhand auch einige Rückhand-Winner zeigte, gewann das Match letztlich verdient und ungefährdet.