SCP-Trainer Lukas Kwasniok

Teamcheck SC Paderborn Der SC Paderborn sucht seine Form

Stand: 17.01.2023 17:27 Uhr

Der SC Paderborn begeisterte in der Hinrunde der 2. Bundesliga mit spektakulärem Offensivfußball und war plötzlich mehr als ein Geheimfavorit auf den Aufstieg. Doch dann war plötzlich die Luft raus.

Über mehrere Wochen führte der SC Paderborn in der Hinrunde die Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga an und mauserte sich zu mehr als nur einem Geheimfavoriten um den Aufstieg. Nach vier Pleiten in Folge zum Jahresabschluss droht der SCP nun aber Anschluss zu verlieren.

SCP feiert Fußballfeste zum Saisonauftakt

Seit Steffen Baumgart in April 2017 das Traineramt beim SC Paderborn übernahm, steht der SCP für Offensivfußball. Das hat sich auch unter Baumgarts Nachfolger Lukas Kwasniok nicht geändert. Der Karlsruher SC hat das beim 5:0-Sieg der Paderborner zum Saisonauftakt leidvoll zu spüren bekommen.

Und genauso ging es weiter. Gerade in der heimischen Arena feierte der SCP Fußballfeste, schoss Holstein Kiel gar mit 7:2 ab. Vier Spieltage lang war der SCP Tabellenführer und lange Dauergast in den Top drei.

Dazu besiegten die Paderborner in der zweiten Runde des DFB-Pokals auch noch den Bundesligisten Werder Bremen im Elfmeterschießen. Die Euphorie war groß.

Aber irgendjemand scheint nach dem Pokalcoup den Stecker gezogen zu haben, denn von den folgenden fünf Ligaspielen bis zur Winterpause gewann der SCP kein einziges mehr. Die letzter vier Spiele gingen sogar allesamt verloren. In der Tabelle ist der SCP auf Rang sechs abgerutscht.

Benjamin Weber neuer Sportdirektor

Im Winter verlor der SC Paderborn dann auch noch seinen Geschäftsführer Sport. Fabian Wohlgemuth wechselte zum VfB Stuttgart und wurde dort Nachfolger von Sven Minslitat. Wohlgemuth, seit Mai 2020 in Paderborn, war durch kluge Transfers maßgeblich am Erfolg des SCP in der Hinrunde beteiligt.

Benjamin Weber ist neuer Sportdirektor beim SC Paderborn.

Benjamin Weber ist neuer Sportdirektor beim SC Paderborn.

Wohlgemuths Nachfolger heißt Benjamin Weber. Der 39-Jährige ist auf der Manager-Ebene noch ein unbeschriebenes Blatt. Weber war bislang Video-Analyst im Trainerteam von Thomas Tuchel und arbeitete unter anderem bei Borussia Dortmund, Paris Saint-Germain und dem FC Chelsea, mit dem er die Champions League gewann.

Sonderlich stressig war Webers Einstieg bisher nicht, denn der SCP war auf dem Transfermarkt noch nicht groß aktiv. Lediglich Torwart Pelle Boevink ist neu im Kader. Dabei wurde der Niederländer schon im Sommer vom VfB Oldenburg verpflichtet und dann an seinen alten Verein ausgeliehen. Weil Boevink beim Drittligisten aber nicht druchgängig im Tor stand, wurde der für Sommer geplante Wechsel vorgezogen. Verlassen hat das Team bislang nur Ergänzungsspieler Adrian Gryszkiewicz (Rakow Tschenstochau/Polen).

Weitere Transfers sind laut Weber unwahrscheinlich: "Ich sehe bei uns im Moment keine Not. Unser Kader ist groß, er ist gut und ich kenne keinen Grund, warum wir damit nicht auch in der Rückrunde gut performen können", sagte er dem "Westfalen-Blatt", schob aber hinterher: "Aber noch ist das Transferfenster zwei Wochen geöffnet."

Kwasniok auf der Suche nach der Leichtigkeit

Auch Trainer Lukas Kwasniok sieht keinen großen Bedarf an neuen Spielern. "Es wird sicher keine Revolution geben", sagte er. Zumal er mit Kai Klefisch und Sebstian Klaas "gewissermaßen zwei Neuzugäge im Kader" hat. Beide kamen bereits im Sommer nach Paderborn, konnten aufgrund von Verletzungen aber noch kein Spiel bestreiten.

Dass das Team funktioniert, hat die Hinrunde gezeigt. Kwansioks große Aufgabe wird es nun sein, die abhandengekommene Leichtigkeit zurückzubringen. Die sei manchmal "wichtiger als die reine fußballerische Qualität", sagte er.

Zu negativ will er die aktuelle Situation aber nicht sehen: "Bis zur letzten englischen Woche hatten wir eine sehr gute Hinrunde", sagte Kwasniok. "In der Vorbereitung haben wir vor allem drei Dinge im Blick: die Rückeroberung des Balles, die Absicherung vor der Abwehrkette und eine bessere Bilanz bei Standards", ergänzte er.

Ausgeglichene Testspiel-Bilanz

Sieben Testspiele hat der SCP in der langen WM-Pause absolviert. Die Bilanz ist ausgeglichen mit drei Siegen gegen Hannover 96 (1:0), den MSV Duisburg (4:0) und Real Murcia (3:1), stehen ein 1:1 gegen den VfL Bochum und drei Niederlagen gegen den VfL Osnabrück (1:2), Rot-Weiss Essen (2:3) und FC St. Gallen (0:1) gegenüber.

"Tendenzen sind da, aber noch ist nichts zu Ende gedacht", sagte Kwasniok nach dem letzten Test gegen Murcia. Es lässt sich also noch nicht ablesen, ob der SCP seine Form aus der frühen Phase der Saison zurückgefunden hat. Können die Paderborner an diese Leistungen anknüpfen, ist ein Angriff auf die Aufstiegsplätze möglich.

Los geht es für den SCP am 27. Januar (18.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC.