Lea Meyer jubelt bei der WM in München über Silber.

Trierer Silvesterlauf Jahresendspurt für Hindernisläuferin Lea Meyer

Stand: 29.12.2022 14:32 Uhr

Für Hindernisläuferin Lea Meyer geht das Jahr mit dem Start beim Trierer Silvesterlauf zu Ende. Hinter der Überraschungs-Vize-Europameisterin von München liegt eine turbulente Saison - in der sie viel gelernt hat.

An den Feiertagen ließ es Lea Meyer ausnahmsweise etwas ruhiger angehen. Nur eine statt der sonst üblichen zwei täglichen Trainingseinheiten absolvierte die Hindernisläuferin bei ihrem Besuch in der Heimat im niedersächsischen Löningen, um an den Feiertagen mehr Zeit für die Eltern und ihre Schwester zu haben.

Saison mit Höhen und Tiefen

Hinter der 25-Jährigen liegt ein turbulentes Jahr. Bei der Leichtathletik-WM im Juli in Eugene (Oregon/USA) stürzte Meyer kopfüber in den Hindernisgraben, rappelte sich auf und lief das Rennen beherzt zu Ende. Nur wenige Wochen später begeisterte sie die Zuschauer bei der Europameisterschaft im Münchener Olympiastadion, als sie völlig überraschend in einem kuragierten Rennen die Silbermedaille im 3.000-Meter- Hindernislauf gewann.

"Silvesterläufe gehören für mich dazu"

Einen ruhigen Jahresausklang plant Lea Meyer nicht. Nach der Rückkehr aus dem Höhentrainingslager in Südafrika Mitte Dezember freut sich die 25-Jährige auf ihren Start beim Trierer Silvesterlauf (31.12.2022), an dem sie schon 2019 teilnahm. "Für mich gehört das irgendwie zu Silvester dazu. Ich habe auch schon früher immer Silvesterläufe gemacht. Und jetzt passt das klasse, da kann ich gleich schauen, was beim Trainingslager rumgekommen ist."

Großer Unterschied zwischen Bahn- und Straßenrennen

In Trier geht die 3.000 Meter-Hindernisläuferin über fünf Kilometer an den Start, eine Strecke, die ihr im Stadion eigentlich zu lang ist. "Ich bin ein absoluter Kopfmensch, aber für mich ist es ein himmelweiter Unterschied, ob ich auf der Bahn oder der Straße laufe. Da gehe ich mit einer anderen Einstellung rein, deshalb sind die 5 Kilometer in Trier perfekt. Es zieht sich nicht so."

Erfolg immer noch nicht verarbeitet

Mit dem Silvesterlauf in Trier endet für Lea Meyer ein turbulentes Jahr. Seit dem Gewinn der Silbermedaille am 20. August ist viel passiert. Richtig verarbeitet hat Meyer den Erfolg von München noch nicht. "Es war einfach noch nicht die Zeit dazu da, das wird noch etwas brauchen. Ich habe mir das Rennen erst zwei Mal angeschaut."

Viel verändert hat sich für die Läuferin vom ASV Köln, die ab dem 1. Januar 2023 für den TSV Bayer 04 Leverkusen startet, im Alltag nicht, nur der Erhalt von Fanpost war für sie neu. "Das Training geht wieder von vorne los, nur die Leute schauen jetzt anders auf mich, es ist ein anderes Interesse an mir da, als vorher."

"Ich habe mich selber überrascht"

Das Jahr 2022 fasst Lea Meyer mit den Worten "emotionale Achterbahnfahrt" zusammen – und schöpft daraus Kraft. "Der Tod von meinem Trainer Henning von Papen Anfang des Jahres, der Sturz bei der WM, die Corona-Infektion kurz vor der EM. Ich habe gelernt, dass ich einen sehr starken Kopf habe und war von mir selber überrascht. Ich habe mich anders kennengelernt, das hat mich reifer werden lassen." Ihre wichtigste Erkenntnis: "Oft ist der Weg nicht einfach, aber man muss ruhig bleiben und darf sich nicht verrückt machen."

Verletzung auskuriert

Auch nach der Europameisterschaft in München ging die Achterbahnfahrt weiter: Beim letzten Meeting der Saison in Brüssel stürzte die Silbermedaillengewinnerin erneut und zog sich einen Bänderriss und eine Fraktur im Knöchelgelenk zu. Die Verletzung ist mittlerweile auskuriert, in den letzten 4 Wochen konnte sie ohne Einschränkungen trainieren.

Lea Meyer verletzt beim 3000-Meter-Hindernislauf in Brüssel.

Lea Meyer verletzt beim 3.000-Meter-Hindernislauf in Brüssel.

Bei der WM ins Finale

Für 2023 wünscht sich Lea Meyer eine ruhigere und verletzungsfreie Saison, bei der Leichtathletik-WM im kommenden Jahr in Budapest (19.-27.08.2023) möchte sie das Finale erreichen. "Ich freue mich auf die neue Saison und bin riesig motiviert." Auf eine erneute emotionale Achterbahnfahrt wie in diesem Jahr kann die Lehramtsstudentin gut verzichten.