Jule Niemeier bei den Australian Open

WDR-Sport Jule Niemeier verliert gegen Weltranglisten-Erste Swiatek

Stand: 16.01.2023 13:08 Uhr

Jule Niemeier hat die erhoffte Revanche gegen Iga Swiatek bei den Australian Open verpasst. Die 23 Jahre alte Dortmunderin unterlag der Weltranglisten-Ersten aus Polen in ihrem Erstrundenduell am Montag.

Wie schon beim ersten Duell mit Swiatek, das Niemeier bei den US Open im vergangenen Jahr nur knapp verlor (6:2, 4:6, 0:6), begann die Deutsche stark. Sie setzte die Polin unter Druck und erkämpfte sich beim Stand von 3:3 die ersten Breakbälle der Partie. Den ersten wehrte die Weltranglisten-Erste mit einer starken Rückhand die Linie entlang ab, beim zweiten unterlief der Dortmunderin ein vermeidbarer Vorhandfehler.

Niemeier verliert ersten Satz mit erstem Break

Niemeier, die 2022 mit dem Viertelfinaleinzug in Wimbledon für Aufsehen gesorgt hatte, kam bei eigenem Aufschlag erstmals beim Stand von 4:5 in Bedrängnis, als sie bei 15:40 selbst die ersten Breakbälle gegen sich hatte. Das gelang ihr beim ersten mit ihrer starken Vorhand noch souverän, doch beim zweiten gab sie den Satz bei einem ihrer seltenen Vorstöße ans Netz mit einem leichten Volleyfehler ab - 4:6.

Dass sie für ihr druckvolles Spiel im ersten Durchgang nicht belohnt wurde, brachte die 23-jährige Deutsche nicht aus dem Konzept. Mit zwei krachenden Vorhandwinnern nahm sie der Polin gleich das erste Aufschlagspiel ab und hielt ihre eigenen bis zum 4:2 souverän. Swiateks Aufschlagspiel zum 3:4 war das erste, das eine der beiden Spielerinnen ohne Punkt der Gegnerin durchbrachte.

Deutsche kann 5:3-Führung nicht nutzen

Niemeier musste dagegen nach zwei Vorhandfehlern und zwei Rückhandwinnern Swiateks einen Breakball abwehren, ehe ihr mit dem 5:3 noch ein Spiel zum Satzgewinn fehlte. Im neunten Spiel trennten Niemeier sogar nur zwei Punkte vom Entscheidungssatz, die Swiatek ihr aber nicht gewährte. In dieser entscheidenden Phase war die Polin, die 2022 die French Open und US Open gewonnen hatte, hellwach und gewann Niemeiers und ihr eigenes Aufschlagspiel souverän - 6:5.

Bei einer 30:0-Führung sah es so aus, als könne sich Niemeier noch in den Tiebreak retten. Doch die Polin ließ jetzt nicht mehr locker, setzte die Dortmunderin unter Druck und verwandelte nach rund zwei Stunden Spielzeit ihren ersten Matchball zum 7:5. Die Weltranglisten-69. Niemeier spielte gegen Swiatek über weite Strecken der Partie auf Augenhöhe, aber bei den wichtigen Punkten zeigte die 21-jährige Polin beständig ihr bestes Tennis und gewann so letztlich verdient.

"Meiner Meinung nach habe ich nicht viel falsch gemacht, etwas Mentales ist es definitiv nicht gewesen", sagte Niemeier. "Gegen Topspielerinnen ist es so, dass die in engen Situationen besser spielen und nochmal eine Schippe drauflegen."