Berlins Johannes Thiemann (l.) punktet im Duell mit Bonns Finn Delany.

WDR-Sport Die Baskets Bonn und ihr Scheitern am Endgegner

Stand: 16.01.2023 19:12 Uhr

Die Baskets Bonn spielen bislang eine herausragende Saison. Auf nationaler Ebene gibt es aber einen Gegner, an dem das Team noch verzweifelt: Alba Berlin.

Von Sebastian Hochrainer

Sollte es vor dieser Saison noch Zweifel gegeben haben, ob Baskets Bonn zu den Spitzenteams der Basketball-Bundesliga gehört, dürften die nun auch auf eindrucksvolle Art und Weise beseitigt worden sein. Der Halbfinalist der vergangenen Saison gehört erneut zu den Besten in der Liga, gehört so zu den größten Anwärtern auf den Meistertitel. Jedoch müsste Bonn für den Triumph noch eine Hürde nehmen, an der das Team in dieser Saison schon zweimal gescheitert ist.

Erst drei von 16 Pflichtspielen hat die Mannschaft von Trainer Tuomas Iisalo verloren, zwei davon gegen Alba Berlin. Am Sonntag (15.01.2022) gab es beim amtierenden Meister die zweite Pleite (76:81) in der Liga, Mitte Oktober gab es dort schon das Ausscheiden im Pokal. Beide Male waren die Spiele äußerst eng, im ersten Aufeinandertreffen beim 95:98 sogar dramatisch - am Ende behielt aber stets Berlin die Oberhand. Es sind eben Nuancen, die Alba und die Baskets noch trennen, aber entscheidende.

Iisalo fordert weiteren Lerneffekt

"Wir haben die ganze Woche auf dieses Spiel hingefiebert. Nicht nur wegen der Tabellenkonstellation, sondern auch, weil es ein Indiz für den Fortschritt unserer Entwicklung ist. Leider haben wir uns im Vergleich zum Pokalspiel im Oktober nicht genug gesteigert", sagte Iisalo nach der Niederlage, durch die sein Team die Tabellenführung verlor. "Wir müssen in Zukunft lernen, wie man gegen die besten Klubs in Europa antritt."

Gegen den FC Bayern Basketball, in der vergangenen Saison noch Endstation im Halbfinale, hat Bonn das schon gezeigt. In eigener Halle gab es neunten Spieltag einen recht eindrucksvollen 78:68-Erfolg - aber Berlin ist bisher doch noch eine Nummer zu groß. "Auch wenn diese Niederlage weh tut, sind wir auf dem richtigen Weg. Es muss aber noch einiges besser werden, falls wir in den nächsten Monaten Titel gewinnen wollen", sagte Iisalo, dessen Mannschaft zuvor acht Spiele in Folge gewonnen hatte.

Shorts braucht mehr Hilfe

Ein Unterschied ist, dass bei den Baskets noch zu oft zu wenig Unterstützung für Topscorer TJ Shorts kommt. Mit 30 Punkten war der Point Guard in Berlin wieder mal überragender Akteur, von seinen Mitspielern kam aber zu wenig. Die 76 Zähler waren die schwächste Ausbeute in einem Ligaspiel in dieser Saison. Bei Alba gab es dagegen keinen Spieler, der herausstach, dafür aber sechs Spieler, die mindestens acht Punkte erzielten.

In drei Monaten wird es zwischen den beiden Teams zum dritten Aufeinandertreffen kommen - in dieser Saison erstmals in Bonn. Doch die wirklich entscheidenden Paarungen soll es dann erst im Juni geben. Da finden die Finalspiele um die deutsche Meisterschaft statt und nach aktuellem Tabellenstand - Berlin ist Erster, Bonn Zweiter - wäre es die einzige Möglichkeit, in den Playoffs aufeinander zu treffen. Spätestens dann will Bonn auch seinen Endgegner endlich bezwingen.