Muss wieder wegen einer Verletzung passen: Marco Reus

WDR-Sport BVB-Star Marco Reus - Fußball-Karriere voller Rückschläge

Stand: 10.06.2022 13:47 Uhr

Erneut kann Marco Reus beim Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Ungarn verletzungsbedingt nicht mitwirken. Die Liste seiner Rückschläge beim DFB wird immer länger.

Von Von Sebastian Hochrainer

Marco Reus will noch einmal dabei sein, wenn es um die Frage geht: Welche Fußball-Nationalmannschaft ist die beste der Welt? "Katar ist mein Ziel", machte der Kapitän von Borussia Dortmund schon im vergangenen Jahr klar. Doch die Weltmeisterschaft im Wüstenstaat wird ein immer schwierigeres Unterfangen für Reus, der schon wieder auf dem Weg nach oben jäh gebremst wurde.

Reus macht nur jedes vierte Länderspiel

Nachdem der 33-Jährige das Nations-League-Spiel in Italien (1:1) aufgrund eines Infekts verpasste, zog er sich kurz vor der Partie gegen England (1:1) einen Muskelfaserriss zu und reiste ohne Einsatz wieder ab. Es ist das nächste Kapitel einer ungewöhnlichen, fast schon tragischen Geschichte.

Seit 2011 ist Reus schon Nationalspieler, in elf Jahren sind aber lediglich 48 Länderspiele (von 138 möglichen) zusammen gekommen. Dass es nicht mehr wurden, liegt sicher nicht an der fehlenden Klasse des deutschen Fußballer des Jahres von 2012 und 2019. Sein Körper ist es, der ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

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Verzicht aus Vorsicht vor EM 2021

Deswegen verzichtete Reus auch auf die Teilnahme bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr. "Nach einem sehr intensiven Jahr für mich persönlich und dem Erreichen der Ziele beim BVB bin ich zum Entschluss gekommen, meinem Körper Zeit zu geben, um sich zu erholen", erklärte er damals. Kein Risiko, so seine Devise damals.

Damit hat Reus nur bei einer von drei möglichen EM-Endrunden mitgewirkt. 2012 kam er zweimal zum Einsatz und schied mit Deutschland im Halbfinale aus. 2016 musste der BVB-Star aufgrund einer Schambeinentzündung passen.

DFB-Titel erlebte er vor dem Fernseher

Marco Reus verletzte sich im Testspiel 2014 gegen Armenien

Marco Reus verletzte sich im Testspiel 2014 gegen Armenien.

Noch schlimmer dürfte es aber für ihn gewesen sein, den WM-Titel 2014 von der heimischen Couch aus bejubeln zu müssen. Für den damaligen Bundestrainer Joachim Löw war Reus die große Hoffnung für das Turnier, zog sich aber eines Syndesmosebandriss zu.

2018 war er dabei, jedoch damit auch Teil eines völlig verkorksten Turniers mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase. Reus' Titelsammlung bleibt deswegen recht klein.

Mit dem BVB konnte er immerhin zweimal den DFB-Pokal gewinnen, mit der deutschen Nationalmannschaft dagegen noch nichts. Denn selbst beim Confederations Cup 2017 war er nicht dabei. Wieder schaltete Reus eine schwere Verletzung aus, diesmal ein Kreuzbandriss.

Karriere neigt sich dem Ende - damit auch die Chancen

Die WM in Katar im Winter dürfte für den Dortmunder die letzte Chance auf ein versöhnliches Ende mit dem DFB-Team sein. Sein Vertrag beim BVB läuft noch bis 2023; er hat angekündigt, bei den Borussen auch seine Karriere beenden zu wollen.

Torjubel von Marco Reus von Borussia Dortmund

Torjubel von Marco Reus von Borussia Dortmund

Ob das dann schon der Fall ist oder nach einer weiteren Vertragsverlängerung war nicht Gegenstand seiner Aussage. Wobei die Tendenz schon zum Wunsch einer Fortsetzung seiner Zeit beim BVB war.

Ob es Reus jedoch im Alter von 35 Jahren noch ein Kandidat für die Heim-EM 2024 sein würde, ist zweifelhaft. Mit neun Toren und 17 Vorlagen hat er beim BVB in der vergangenen Saison zwar seine Klasse erneut unter Beweis gestellt.

Traum von der WM in Katar lebt weiter

Die jüngste Verletzung während des DFB-Lehrgangs zeigte aber auch wieder, dass es dem Körper offenbar an Stabilität fehlt, um nach einer langen Saison noch für die Nationalmannschaft Leistung bringen zu können.

Trotzdem lebt Reus seinen Traum von Katar weiter. Denn es ist die letzte Chance auf ein Happy End einer Nationalmannschaftskarriere voller Rückschläge. Und die letzte Gelegenheit, doch noch sein Glück beim DFB zu finden.