Kanadas Brandie Wilkerson (r) in Aktion gegen Svenja Müller aus Deutschland.

WDR-Sport Beachvolleyball-WM: Titeltraum von Müller/Tillmann platzt im Halbfinale

Stand: 18.06.2022 21:43 Uhr

Das deutsche Beachvolleyball-Duo Svenja Müller und Cinja Tillmann hat den Einzug ins WM-Endspiel verpasst. Im Halbfinale gab es eine knappe Dreisatzniederlage (15:21, 21:15, 12:15) gegen Brandie Wilkerson und Sophie Bukovec aus Kanada.

Die Sensation verpasst, die Hoffnung auf Bronze aber noch nicht verloren: Svenja Müller und Cinja Tillmann haben bei der Beachvolleyball-WM in Rom die Chance auf das Finale verspielt. Die Hamburgerinnen unterlagen am Samstag in der Vorschlussrunde den favorisierten Kanadierinnen Sophie Bukovec und Brandie Wilkerson mit 1:2 (15:21, 21:15, 12:15). Es war die erste Niederlage der Deutschen im siebten Spiel bei der WM.

Anerkennung für die bessere Leistung der Gegnerinnen

"Wir waren beide ein bisschen aufgeregt. Vielleicht etwas mehr als die Gegnerinnen", meinte Cinja Tillmann. "Da spielt vielleicht auch die Erfahrung einer Brandie eine Rolle, die schon zweimal bei Olympia war." Ihre Gefühlswelt beschrieb sie kurz nach dem Spiel als "neutral". "Ich kann einfach anerkennen, dass die beiden heute einfach besser waren. Ich freue mich auf die nächste Partie gegen die beiden."

Die 30-Jährige und die 21-jährige Svenja Müller haben nun am Sonntag (16.00 Uhr) im Spiel um Platz drei ihre zweite Chance auf eine Medaille: Dann trifft das neuformierte Team auf die Olympia-Dritten Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré. Die Schweizerinnen hatten ihr Halbfinale gegen die Brasilianerinnen Duda und Ana Patricia mit 0:2 (19:21, 13:21) verloren.

Schwache Starts sorgten für die Niederlage

Gegen die beiden Kanadierinnen war für Müller und Tillmann jedoch durchaus mehr drin. Doch im ersten Satz gaben sie durch acht Aufschlagfehler wertvolle Punkte ab. "Das war ein nervöser Beginn", analysierte DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand.

Im zweiten Durchgang deuteten die beiden ihre Klasse an und brachten ihre Gegnerinnen mit ihren variablen Schlägen stärker unter Druck. "Sie konnten sich aber nie so richtig frei spielen", meinte Hildebrand. Im Entscheidungssatz gerieten Müller/Tillmann schnell mit 1:5 in Rückstand. "Sie haben so begonnen, wie man auf keinen Fall einen Tiebreak beginnen sollte", sagte der DVV-Beach-Chef. Zwar konnten sie immer wieder verkürzen, zum Ausgleich kamen sie nicht mehr.

Die Tendenz geht steil nach oben

Dennoch ist die Entwicklung des Teams erstaunlich. Im vergangenen Jahr hatten sie zusammengefunden, aber erst in diesem Jahr spielen sie ihre erste Saison komplett gemeinsam durch. Ein erster Erfolg war der Sieg im Mai in Ostrava beim Elite-16-Turnier, der höchsten Kategorie in der Beach Pro Tour.

Bei der WM in Rom sind Müller/Tillmann endgültig zum aktuellen Vorzeigepaar des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) aufgestiegen. Als einziges Duo der insgesamt fünf deutschen Teams erreichten sie erst das Viertel- und dann das Halbfinale. Und der Traum von einer Medaille ist noch nicht ausgeträumt.