Mitchell Weiser (r.) und Karim Bellarabi

Bayer Leverkusen Mitchell Weiser und die Doppel-Null

Stand: 04.07.2022 20:03 Uhr

Ist Mitchell Weiser auch in der kommenden Saison Spieler von Bayer Leverkusen, ohne eine Chance auf Einsätze zu haben? Laut Verein liegt der Ball bei Weiser, der sich zwischen Geld und Einsätzen entscheiden muss.

Von Bastian Hahne

Sucht man aktuell die Kader-Seite auf der Homepage von Bayer Leverkusen auf, lacht einem als Erstes Mitchell Weiser entgegen. Der 28-Jährige wird derzeit vom Bundesligisten mit der Rückennummer "00" geführt, einer Doppel-Null, und ist damit der erste angezeigte Spieler in der chronologisch angelegten Kader-Liste. Weisers bisherige Nummer, die 23, wurde bereits Anfang Juni an Neuzugang Adam Hlozek weitergegeben.

Mitchell Weiser auf der Vereinshompage von Bayer 04 Leverkusen

Mitchell Weiser auf der Vereinshompage von Bayer 04 Leverkusen

Ein klares Zeichen, dass der Verein nicht mehr mit dem ehemaligen deutschen U-Nationalspieler Weiser plant. Doch beim Start der Vorbereitung in Leverkusen stand Weiser Ende Juni wieder auf dem Trainingsplatz und trainierte mit der Mannschaft, ein Abgang scheint aktuell unwahrscheinlich.

Erfolgreiche Leihe nach Bremen

In der abgelaufenen Spielzeit spielte Weiser, der sich in Leverkusen schon länger auf dem Abstellgleis befand, aber lange keinen Verein fand, auf Leihbasis bei Werder Bremen - und das durchaus erfolgreich. Nach einem durchwachsenen Saisonstart avancierte der Rechtsverteidiger unter Trainer Ole Werner zur Stammkraft auf dem Flügel, steuerte zum Aufstieg der Hanseaten in 24 Einsätzen zwei Tore und zwei Vorlagen bei.

Nach der Saison waren sich alle Beteiligten einig, ein dauerhafter Wechsel nach Bremen ist für alle Seiten die beste Lösung. Lange sah alles danach aus, als könnte der Transfer klappen, bis zur vergangenen Woche. "Bei Mitch geht die Tendenz sehr klar dahin, dass es nicht klappen wird", erklärte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann am Donnerstag. "Insofern werden wir dort jetzt weitere Optionen verfolgen."

Weiser fordert Abfindung

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Weiser von Bayer eine Abfindung fordern, die der Verein nicht zahlen will. "Bei solchen Transfers sind immer mehrere Parteien beteiligt. Nun hat es weitere Gespräche zwischen Leverkusen und den Vertretern von Mitch gegeben - und da ist keine Einigung gefunden worden", sagte Baumann. "Zwischen Leverkusen und Werder hätte man mit Sicherheit eine Lösung gefunden." Denn Bayer würde dem Spieler trotz laufenden Vertrags keine Steine in den Weg legen und ihn sogar ablösefrei abgeben.

Deutliche Worte von Rolfes

Leverkusen hatte den Außenbahnspieler bei seiner Verpflichtung von Hertha BSC vor vier Jahren mit einem üppig dotierten Fünfjahresvertrag ausgestattet. Mit einem Gehalt, das Bundesliga-Aufsteiger Bremen weder zahlen will noch kann. Die Situation sei "eigentlich ganz einfach", erklärte Leverkusens Sportchef Simon Rolfes. "Natürlich hat er hier einen besseren Vertrag, als er vielleicht in Bremen kriegen würde. Aber er weiß, dass er ablösefrei gehen kann. Also muss er sich entscheiden zwischen sportlicher Perspektive und Vertrag absitzen." Man habe dem Spieler und dem Management mitgeteilt, "dass er in unseren sportlichen Überlegungen keine Perspektive hat".

Bayer setzt auf Weisers Position auf den Niederländer Jeremie Frimpong (21) und hat als Ersatz noch Frimpongs Landsmann Timothy Fosu-Mensah in der Hinterhand. Eine Zukunft bei Bayer hat Weiser also nicht, jedenfalls nicht auf dem Fußballplatz. Kommt bis zum Ende der Transferperiode kein Wechsel mehr zustande, sitzt der ehemalige Bayern-Spieler sein letztes Vertragsjahr auf der Tribüne ab. Dafür braucht er dann auch keine Rückkennummer.