HBL: Tusem Essen glaubt an den Klassenerhalt

Jamal Naji (M.), Trainer von Tusem Essen, jubelt mit seinen Spielern.

HBL: Tusem Essen glaubt an den Klassenerhalt

Die Situation von Tusem Essen im Abstiesgkampf in der Handball-Bundesliga ist prekär. Doch die zuletzt gezeigten Leistungen machen Mut. Das kommende Spiel gegen den Bergischen HC gleicht einer Wundertüte.

Die Spieler von Tusem Essen hätten eigentlich jeden Grund gehabt, geknickt in die Länderspielpause zu gehen. Vier Spiele hat der Aufsteiger in Folge verloren. Von den bisherigen 27 Ligaspielen haben die Essener überhaupt erst fünf gewonnen und stehen folgerichtig auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt sechs Punkte, elf Spiele sind noch zu spielen.

Dennoch herrscht in Essen Optimismus. Denn die Leistungen in den vergangenen Spielen stmmte, vor allem gegen Spitzenreiter und Rekordmeister THW Kiel. Zwar hat der Tusem das Spiel mit 27:31 verloren, den Kielern dabei aber einen großen Kampf geliefert. "Wir wollten gegen die beste Mannschaft der Welt einfach nur Spaß haben und schauen, was dabei herauskommt. Dass wir Kiel so lange ärgern konnten, macht mir einfach nur Freude", sagte Rechtsaußen Dimitri Ignatow nach der Partie. "Am Ende des Tages hat die individuelle Weltklasse das Spiel entschieden", ergänzte Trainer Jamal Naji.

Ausrutscher gegen direkte Konkurrenten

Das Spiel brachte den Essener die wichtige Erkenntnis: Sie können mithalten. Umso ärgerlicher ist es für den Aufsteiger, dass er eine solche Leistung nicht gegen die direkten Konkurrenten abrufen konnte. So ging das Spiel gegen den Tabellen-18. Nordhorn-Lingen verloren. Vier Tage vor dem Kiel-Spiel setzte es zudem eine bittere 28:31-Pleite gegen HBW Balingen-Weilstetten, aktuell auf dem ersten Nichtabstiegsplatz.

Die Spiele werden nun immer weniger. Und auf den Restprogramm der Essener stehen unter anderem noch das Rückspiel gegen Kiel sowie Spiele gegen die Top-Mannschaften SC Magdeburg und Rhein-Neckar Löwen. Siege gegen die Eulen Ludwigshafen (Tabellen-17.) und HSC Coburg (20.) sind schon Pflichtaufgaben. Dazu kommen Mannschaften, für die es im Verlauf der Saison um nicht mehr allzu viel gehen wird.

Ignatow: "Wollen das Unmögliche möglich machen"

Ignatow gab sich nach dem Kiel-Spiel kämpferisch: "Ich bin immer noch der Meinung, dass wir das schaffen können. Es ist einfach noch zu früh, über die 2. Liga nachzudenken und sich damit abzufinden. Wir wollen das, ich sage mal, Unmögliche noch möglich machen", sagte er.

Der nächste Gegner des Tusem ist eine Wundertüte. Am Mittwoch (18.30) empfängt Essen den Bergischen HC zum NRW-Duell. Beim Blick auf die Tabelle scheint die Sache klar zu sein, denn der BHC ist Tabellenachter.

Allerdings sind die Löwen erst am Sonntag aus einer Quarantäne gekommen und haben seit Mitte April kein Spiel mehr bestritten und auch seit zwei Wochen nicht mehr zusammen trainiert. BHC-Trainer Sebastian Hinze hat seine Mannschaft vor dem Tusem gewarnt: "Die Essener haben immer einen klaren Plan, vertrauen ihrem System und ziehen es 60 Minuten durch.“

Erst drei Mal haben sich beide Mannschaften in einem Pflichtspiel gegenüber gestanden. Immer hieß der Sieger Bergischer HC. Die Chance, das zu ändern, war für Tusem Essen vielleicht noch nie groß.

lt | Stand: 03.05.2021, 18:24

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