Nach starker Rookie-Saison: NHL-Jungstar Stützle will "größere Rolle annehmen"

Eishockey-Shootingstar Tim Stützle

Nach starker Rookie-Saison: NHL-Jungstar Stützle will "größere Rolle annehmen"

Tim Stützle, hat eine starke erste NHL-Saison gespielt. Der 19-Jährige Viersener gilt nicht nur in Ottawa als künftiger Star und will in der kommenden Saison mehr Verantwortung übernehmen.

Nach seinem ersten Hattrick bekam Tim Stützle Besuch. 20 Kinder aus der Nachbarschaft in Trikots der Ottawa Senators warfen fast 100 Mützen in seinen Garten, um den deutschen NHL-Jungstar gebührend zu feiern. Denn in der Arena war der traditionelle Jubel über seinen Dreierpack ausgeblieben - mangels Zuschauern.

29 Scorerpunkte in Debüt-Saison

"Das ist eine Erinnerung, die ich niemals vergessen werde", sagt der 19-Jährige, der den Großteil seiner Juniorenkarriere bei den Krefeld Pinguinen verbrachte, im Interview mit dem SID: "Daran sieht man, was für eine Eishockeystadt Ottawa ist, wie alle Leute hinter uns stehen."

Der gebürtige Viersener hat seine erste Saison in der NHL hinter sich und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zwölf Tore und 17 Vorlagen hat Stützle gesammelt, damit ist er fünftbester Rookie, aber mit Abstand bester Punktesammler seines Jahrgangs.

NHL-Video: Senators siegen dank Stützle-Hattrick gegen die Jets Sportschau 09.05.2021 01:47 Min. Verfügbar bis 09.05.2022 Das Erste Von Jörg Röhrig

Zum Vergleich: Draisaitl war in seiner ersten NHL-Spielzeit nur auf neun Scorerpunkte gekommen. Dennoch ist Stützle nicht zufrieden. "Ich bin vielleicht manchmal ein bisschen zu hart mit mir selber, aber ich denke, dass ich noch eine bessere Saison hätte spielen können", sagt er: "Ich habe viele Chancen gehabt, aber in manchen Spielen einfach die Scheibe nicht ins Tor bekommen."

"Ich mag es eigentlich, unter Druck zu spielen"

Deshalb will er in der Sommerpause in Mannheim unter anderem seinen Schuss verbessern, denn: "Ich will im nächsten Jahr auf jeden Fall eine größere Rolle annehmen." Der Druck, einer der großen Hoffnungsträger für eine erfolgreiche Zukunft des Klubs zu sein, stört den selbstbewussten Stützle nicht: "Man wird nicht ohne Grund als Nummer drei gezogen - um auch abzuliefern. Ich mag es eigentlich, unter Druck zu spielen."

WM wohl ohne Stützle

Bei der WM in Lettland (21. Mai bis 6. Juni) wird das Ausnahmetalent höchstwahrscheinlich fehlen, weil Ottawa ihm nach seiner Handoperation im Oktober, der U20-WM zum Jahreswechsel und der ersten NHL-Spielzeit mit extrem eng getaktetem Programm in erster Linie Erholung verordnen will. "Es ist auf jeden Fall eine sehr anstrengende Saison gewesen", sagt Stützle, die Entscheidung würden Manager und Trainer nach dem letzten Spiel fällen.

WG mit Teamkollegen half bei Eingewöhnung

Geholfen hat dem Neuling im ersten Jahr eine besondere WG. Seine Teamkollegen Brady Tkachuk (21) und Josh Norris (22) nahmen ihn auf und halfen ihm "unglaublich, besser reinzufinden". Statt in Corona-Zeiten allein in einer Wohnung zu hocken, hatte Stützle Unterhaltung mit fast Gleichaltrigen - sogar auf Deutsch: Norris' Vater Dwayne spielte elf Jahre in der DEL und war bis 2010 Manager in Frankfurt. 

"Wir ziehen Brady ein bisschen auf, weil er kein Wort versteht", erzählt Stützle. Ein paar Worte hat Tkachuk schon aufgeschnappt. Aber am meisten, betont Stützle, habe er selbst in seinem ersten Jahr NHL gelernt.

sid | Stand: 13.05.2021, 11:23

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