Verl kassiert Ausgleich in der Nachspielzeit

Berlins Christoph Menz (l.) ist vor Verls Lenadro Putaro am Ball, Viktoria-Keeper Philip Sprint schaut konzentriert zu.

Verl kassiert Ausgleich in der Nachspielzeit

Von Thorsten Rosenberg

Der SC Verl hat in einem turbulenten Spiel gegen Aufsteiger Viktoria Berlin den Ausgleich in der Nachspielzeit kassiert. Gegen den Neuling hatten zuvor Leandro Putaro, ein Eigentor von Patrick Kapp sowie Pascal Steinwender für die drei SC-Treffer beim 3:3 (1:0) gesorgt.

Die Partie am Samstagnachmittag im Lotter Stadion war gerade vier Minuten alt, da gab es direkt eine Schrecksekunde für die Ostwestfalen. Nach einer leichten Berührung von Cottrell Ezekwem an Enes Küc im Verler Strafraum pfiif Schiedsrichter Eric Müller Strafstoß. Der Gefoulte trat selber an - und traf nur den Außenpfosten.

Die Viktoria bewies dennoch weiter eindrucksvoll, warum sie derzeit auf Tabellenplatz zwei der Liga rangiert. Mit schnellem Offensivspiel, immer wieder angetrieben von Tolcai Ciğerci, war sie das überlegene Team und erspielte sich gute Chancen. So bewies SC-Keeper NiclasThiede gegen Ciğerci  (11.), Erhan Yilmaz (18.) und Jakob Lewald (19.) mehrfach sein Können.

Stürmischer Berliner Beginn, doch Verl bald besser im Spiel

Doch die Verler stellten sich in der Folge besser auf den Aufsteiger ein. Nach 28 Minuten die erste Großchance für die Hausherren. Kasim Rabihic schickte Vinko Šapina per Steilpass in den Berliner Strafraum. Freistehend vor Berlins Torwart Philip Sprint entschloss sich Šapina zu einen Querpass, doch seine Hereingabe von links landete im Rücken des heranstürmenden Leandro Putaro.

Putaro nach Sprint allein vor Sprint - 1:0

Doch Putaro durfte sechs Minuten später trotzdem jubeln. Nach einem Zweikampf im Mittelfeld rutschte Ron Berlinski an den Ball und spielte ihn im Liegen nach vorne zum durchstartenden Stürmer, der allein auf weiter Flur in Richtung Viktoria-Tor sprintete und mit einem Tunnel an Keeper Sprint zur 1:0-Führung einnetzte. Nach 41 Minuten hätte Putaro nach einer Flanke von Christopher Lannert mit seinem dritten Saisontreffer nachlegen können, doch freistehend war sein Kopfball aus acht Metern zu drucklos.

Berlin mit Wut im Bauch - Spiel nach sechs Minuten gedreht

Lange überlegen, gute Chancen, einen Elfmeter verschossen: Die Viktoria kam mit Wut im Bauch in die zweite Hälfte. Und es dauerte nur sechs Minuten, da war die Partie gedreht. Zunächst gelang dem starken Ciğerci mit einem 17-Meter-Schuss der Ausgleich (47.). Und fünf Minuten später nahm Björn Jopek einen Einwurf links im Strafraum auf, drehte sich schnell um einen Verteidiger herum und knallte den Ball in den rechten Winkel.

Kapp-Eigentor bringt Verl zurück ins Spiel

Doch nun waren die Verler wütend ob der zwei schnellen Gegentore und antworteten mit starken Angriffen. Zunächst traf Putaro aus 16 Metern nur den linken Pfosten (59.), doch nur zwei Minuten später lenkte Patrikck Kapp nach einer scharfen Putaro-Flanke von links den Ball zum 2:2 ins eigene Tor. Und es blieb turbulent. In der 74. Minute bekam Šapina aus kurzer Distanz im Verler Strafraum den Ball an die Hand - Glück für den SC, dass Schiedsrichter Müller keinen Handelfmeter pfiff.

Steinwender trifft beim Debüt

Praktisch im Gegenzug spielte Ezekwem einen hohen Ball in Richtung Viktoria-Tor. Debütant Pascal Steinwender, elf Minuten zuvor gerade erst eingewechselt, nahm den Ball auf und knallte ihn aus halbrechter Position in das Berliner Tor (75.) zum 3:2. Drei Gegentore hatten die Berliner zuvor in der ganzen Saison kassiert. Es blieb umkämpft und spannend. Beide Mannschaften wollten das nächste Tor.

Ciğerci egalisiert für dezimierte Berliner in Nachspielzeit

Als niemand mehr damit rechnete, fiel tatsächlich noch eins. Nach einem Šapina-Ballverlust im Mittelfeld kamen die Berliner zu einem letzten Angriff, den Ciğerci zum 3:3-Ausgleich veredelte (90.+4). Das Tor erzielten die Gäste in Unterzahl - kurz zuvor war Yannis Becker nach einem rüden Foul an Rabihic mit Rot vom Platz geflogen. Am Ende ein verdientes Remis

Für den SC Verl geht es am Samstag weiter mit dem Auswärtsspiel beim FSV Zwickau (14 Uhr).

Stand: 04.09.2021, 13:29

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