Jetzt ist es amtlich: Schneider verlässt Schalke im Sommer

Jochen Schneider (FC Schalke 04)

Jetzt ist es amtlich: Schneider verlässt Schalke im Sommer

Die Anzeichen mehrten sich in den vergangenen Tagen, nun ist es amtlich: Der FC Schalke 04 und Jochen Schneider werden im kommenden Sommer getrennte Wege gehen.

Das teilte der Tabellenletzte der Bundesliga am Dienstagnachmittag auf der vereinseigenen Webseite mit. "Der Aufsichtsrat verständigte sich am Dienstag mit dem Vorstand Sport und Kommunikation einvernehmlich auf die Auflösung seines Vertrages zum 30. Juni 2021", heißt es dort. Ursprünglich war Schneiders Kontrakt bis zum 30. Juni 2022 datiert.

Jochen Schneider wird demnach bis zur Übernahme der Geschäfte durch einen neuen sportlich Verantwortlichen im Amt verbleiben und das Tagesgeschäft der Lizenzspielerabteilung führen.

"Team Kaderplanung" soll den Übergang erleichtern

Ein "Team Kaderplanung" soll den Klub zweigleisig auf die kommende Saison vorbereiten. Das setzt sich aus Mike Büskens (Koordinator für verliehene Spieler und internationale Aktivitäten), Peter Knäbel (Direktor Nachwuchs und Entwicklung) und Norbert Elgert (U19-Chef-Trainer) zusammensetzt. Schneider soll dem Trio beratend zur Seite stehen und inhaltliche Entscheidungen, die in Abstimmung mit dem dreiköpfigen Team getroffen werden, umsetzen.

Schalke und Schneider gehen getrennte Wege

Sportschau 16.02.2021 00:34 Min. Verfügbar bis 16.02.2022 ARD Von Jan Wochner


"Der Aufsichtsrat ist sich einig, dass grundlegende Veränderungen im sportlichen Bereich notwendig sind, um den FC Schalke 04 aus der Krise und in eine erfolgreichere Zukunft zu führen", wird Dr. Jens Buchta, Vorsitzender des Kontrollgremiums, zitiert. "Bei der Neustrukturierung der Lizenzspielerabteilung gilt der Grundsatz Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Wir haben volles Vertrauen in die umfassende Kompetenz von Mike Büskens, Peter Knäbel und Norbert Elgert, die intensiven Planungen der letzten Wochen für die nächste Saison fortzusetzen."

Schneider: "Trage Verantwortung"

Auch Schneider selbst äußerte sich. "Leider haben wir insbesondere in den vergangenen zwölf Monaten nicht das umsetzen können, was wir uns vor knapp zwei Jahren vorgenommen hatten", so Schneider. "Ohne Zweifel trage ich Verantwortung für Planungen, Entwicklungen und Entscheidungen, die ich stets nach bestem Wissen und Gewissen getroffen habe. Hierzu gehören auch Fehlentscheidungen, die mich im Nachhinein sehr ärgern", so der noch amtierende Sportvorstand, der später im Schalker Format "mitGEredet digital" gegenüber Vereinsmitgliedern äußerte, die Suspendierung von Stürmer Vedad Ibisevic sei so ein Fehler gewesen.

Schneider wehrte sich zudem dagegen, Breel Embolo 2019 unter Wert an Borussia Mönchengladbach abgegeben zu haben. "Das war der Marktwert", sagte Schneider zu den rund elf Millionen Euro, die Schalke für den Schweizer Nationalstürmer bekommen hatte. Embolo war 2016 für gut 25 Millionen Euro vom FC Basel verpflichtet worden. "Der Punkt ist, dass Breel Embolo zu teuer eingekauft wurde", befand Schneider weiter.

In 23 Monaten habe der abgestürzte ehemalige Spitzenclub gerade drei Spieler gekauft: Ozan Kabak, Benito Raman und Bernard Tekpetey. Er habe deswegen "nicht gejammert, aber man muss sehen, unter welchen Möglichkeiten wir gearbeitet haben".

Vierter Abstieg rückt immer näher

Schalke hat von den letzten 37 Bundesligaspielen nur eins gewonnen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt bereits neun Punkte. Der vierte Abstieg der Vereinsgeschichte rückt immer näher.

Stand: 16.02.2021, 16:47

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