Maduka Okoye - ein "Düsseldorfer Jung" im Kasten Nigerias

Nigerias Torwart Maduka Okoye sichert den Ball gegen Kamerun

Maduka Okoye - ein "Düsseldorfer Jung" im Kasten Nigerias

Mit Maduka Okoye steht ein gebürtiger Düsseldorfer im Tor der nigerianischen Fußball-Nationalmannschaft. Im Rheinland konnte man mit dem Talent des Keepers nichts anfangen.

Als sich Maduka Okoye am vergangenen Dienstag so richtig groß machte, fand selbst Mo Salah keine Lösung mehr. Der ägyptische Star-Angreifer scheiterte freistehend vor dem Keeper Nigerias, der geschickt den Winkel verkürzt hatte - er schoss ihm den Ball ans linke Bein. Was wichtig war für Nigeria - so konnten die Westafrikaner ihr Auftaktspiel beim Afrika-Cup mit 1:0 gegen Ägypten gewinnen.

Am Samstag steht für Nigeria mit der Partie gegen Außenseiter Sudan das zweite Gruppenspiel auf dem Programm - mit einem weiteren Sieg wäre der Einzug in die K.O.-Runde wahrscheinlich schon gesichert. Was auch für Maduka Okoye ein riesiger Erfolg wäre. Von dem der gebürtige Düsseldorfer vor ein paar Jahren kaum träumen konnte.

Stammplatz im Rheinland außer Reichweite

Der Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen wuchs in Düsseldorf auf, lernte das Fußball-ABC beim Stadtteilklub SC Flingern 08. Er begann als Stürmer, wechselte aber schnell ins Tor - auch, weil er mit zunehmendem Alter in die Höhe schoss. Stolze 1,97 Meter misst Okoye. Rasch ging es zu Fortuna Düsseldorf in die Jugend, später zu Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen - und wieder zurück nach Düsseldorf. Nirgends wurde er so richtig glücklich, nirgends wurde er Stammkeeper.

Dies änderte sich erst, als der heute 22-Jährige im Sommer 2020 zu Sparta Rotterdam in die niederländische Eredivisie wechselte. Eigentlich für die Nachwuchsmannschaft vorgesehen, landete er schon nach sieben Spieltagen als Stammkeeper in der 1. Mannschaft. Der Durchbruch war geschafft.

2019 - Nigerias Nationalmannschaft ruft

Und die internationale Szene wurde aufmerksam auf den Keeper, der von Nationaltrainer Gernot Rohr schon 2019 in die Nationalmannschaft Nigerias berufen worden war. Dort war ein Vakuum entstanden - das Karriereende der langjährigen Nummer eins, Vincent Enyema, konnte nie adäquat aufgefangen werden.

Okoye wurde Stammkeeper bei Nigeria und machte auch auf Vereinsebene den nächsten Schritt: Er unterschrieb für die Saison 2022/23 beim FC Watford in England. Dort wird er wieder auf Mo Salah (FC Liverpool) treffen, mit dem er beim Afrika-Cup nun erstmals die Klingen kreuzte.

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Der Afrika-Cup - eine "gute Generalprobe"

"Ich denke, der Afrika-Cup ist schon einmal eine gute Generalprobe für die Duelle mit den Superstars der Premier League, die ab Sommer auf mich warten", sagte Okoye vor dem Turnier gegenüber der Rheinischen Post.

Als Nigeria anfragte, musste der ebenfalls für Deutschland spielberechtigte Keeper übrigens gar nicht lange überlegen: "Mein Vater hat mir bei seinen Reisen in die Heimat unzählige nigerianische Trikots mitgebracht und immer vom Fußball dort geschwärmt. Da war klar, dass ich sofort zusage, als Nigeria anfragte", berichtete er vor dem Turnier. In dem Nigeria plötzlich zu den Favoriten gezählt wird. Mit einem Düsseldorfer Jung im Tor.

Afrika-Cup: Fußball, Leidenschaft und Politik

WDR 5 Sport inside – der Podcast: kritisch, konstruktiv, inklusiv 08.01.2022 48:28 Min. Verfügbar bis 02.01.2042 WDR 5


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oja | Stand: 14.01.2022, 08:20

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