Derby unter Druck: GWD Minden empfängt Aufsteiger Lübbecke

GWD-Trainer Frank Carstens gestikuliert an der Seite

Handball | Bundesliga

Derby unter Druck: GWD Minden empfängt Aufsteiger Lübbecke

Im "Mühlenkreis-Derby" geht es für GWD Minden und den TuS N-Lübbecke erstmals seit fast vier Jahren wieder um die sportliche Vorherrschaft. Beide stehen unter Druck - und Minden muss ohne Spielmacher auskommen.

Wiedersehen macht Freude. Vor allem den Fans zweier rivalisierender Klubs, die endlich wieder ein Lokalderby zu sehen bekommen. Allerdings könnte die Situation heiterer sein für GWD Minden und den TuS N-Lübbecke, wenn die beiden Lokalrivalen am 6. Spieltag der Handball-Bundesliga erstmals seit fast vier Jahren wieder zum "Mühlenkreis-Derby" aufeinandertreffen (Samstag, 09.10.2021, 20.30 Uhr).

Kreis Minden-Lübbecke: Underdogs unter sich

Beim TuS N-Lübbecke, seit dieser Saison wieder in der obersten deutschen Handball-Spielklasse vertreten, herrscht noch die Euphorie über den Aufstieg vor - und die Position, als Außenseiter frei aufspielen zu können. Linksaußen Jan-Eric Speckmann sagte vor der Partie, für ihn sei das Derby als Kind der Region, das viele Spiele "von der Tribüne aus" gesehen habe, ein sehr spezielles.

Emir Kurtagic, Trainer des TuS N-Lübbecke, gibt seinen Spielern Anweisungen

Coach Emir Kurtagic peilt mit Aufsteiger TuS N-Lübbecke den Klassenerhalt an.

Trainer Emir Kurtagic betonte auf der Pressekonferenz zudem, abgesehen von der hohen Niederlage gegen Flensburg (17:34) sei man ordentlich in die Saison gestartet. Die Nettelstedter rangieren mit immerhin zwei Zählern auf Rang 16, den ersten und einzigen Saisonsieg holte der Aufsteiger gegen den direkten Konkurrenten Balingen-Weilstetten (Tabellen-17.).

Doch GWD steht noch stärker unter Druck. Minden hielt in der vergangenen Spielzeit nur knapp die Klasse und ist in der neuen Saison so gar nicht aus dem Startblock gekommen. Der TSV ist noch punktlos, weist zudem die schlechteste Tordifferenz (-42) der Liga auf.

Spielmacher Darmoul fehlt GWD

Das Team von Minden-Trainer Frank Carstens war - wie schon so häufig - gezwungen, den Rückraum neu zu organisieren. Mit den Wechseln von Hoffnungsträger Juri Knorr zu den Rhein-Neckar Löwen und Identifikationsfigur Christoffer Rambo zu seinem norwegischen Heimatverein musste GWD hochkarätige Abgänge auffangen.

Mindens Spielmacher Mohamed Amine Darmoul liegt auf einer Trage

Mindens Spielmacher Mohamed Amine Darmoul wird von der Platte getragen.

Als neue Stütze für den Rückraum kam aus Tunesien Mohamed Amine Darmoul - und fügte sich gleich als wichtiger Spielmacher und Top-Scorer (bisher 20 Treffer) ein. Der 23-Jährige verletzte sich jedoch ohne Fremdeinwirkung im erfolgreichen Pokalspiel gegen die Eulen Ludwigshafen. Unter der Woche vermeldete GWD, man könne "aufatmen", weil sich der erste Verdacht eines Wadenbeinbruchs nicht bestätigt habe. Aber Darmoul (Stauchung im Sprunggelenk) fehle wohl dennoch zwei bis drei Wochen.

Enge "Mühlenkreis-Derbys" sind Tradition

Hoffnung kann den Mindenern hingegen vielleicht ein Blick auf die Bilanz machen. Denn in den letzten fünf Duellen wechselten sich die beiden Rivalen brav mit den Siegen ab. Das letzte Aufeinandertreffen gewannen im Dezember 2017 die Nettelstedter, die am Ende der Saison aber abstiegen. Nun wäre GWD Minden wieder "dran" - es wäre ob der sportlichen Lage ein Brustlöser.

Auch unter Lokalrivalen hilft man sich

Anwurf ist am Samstag um 20.30 Uhr in der Mindener Kampa-Halle. Die GWD-Heimspielstätte war Ende 2019 wegen Brandschutzmängeln gesperrt worden und musste saniert werden, bis sie im vergangenen September wieder für den Schul- und Vereinssport geöffnet werden konnte.

In der Zwischenzeit war GWD Minden auf die Kreissporthalle des TuS N-Lübbecke ausgewichen. Damals war der gastfreundliche Nachbarklub noch zweitklassig. Nun ist er auch sportliche Konkurrenz - auf helfende Hände wird Minden am Samstag nicht hoffen können.

jti | Stand: 08.10.2021, 11:21

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