1. FC Köln: Der Traum von Europa und die Auswärtsschwäche

Steffen Baumgart (l.) und Anthony Modeste

Fußball | Bundesliga

1. FC Köln: Der Traum von Europa und die Auswärtsschwäche

Von Michael Buchartz

Der 1. FC Köln steht so gut da wie zuletzt vor fünf Jahren. Das liegt auch am neuen Trainer Steffen Baumgart und dem wiedererstarkten Torjäger Anthony Modeste. Aber: In der Fremde haben die "Geißböcke" Probleme.

Unter dem neuen Trainer Steffen Baumgart hat sich beim 1. FC Köln viel verändert. Die Mannschaft wirkt im Gegensatz zu den vergangenen zwei Jahren wie verwandelt. Das neue Rezept des attraktiven Fußballs und schnellen Flügelspiels gepaart mit viel Laufbereitschaft brachte nicht nur eine erfolgreiche Hinrunde - es soll die "DNA des Klubs" werden. Zumindest, wenn es nach den Verantwortlichen beim FC geht.

So lief die Hinrunde

Mit 27:27 Toren und einer starken Ausbeute von 25 Punkten steht Köln so gut da wie zuletzt 2016/17 unter Peter Stöger - damals ging es bis nach Europa. Viel wichtiger aber ist für Trainer Baumgart: "Es macht wieder Spaß, zuzuschauen." Der im Sommer verpflichtete Coach hat aus nahezu demselben Kader, der erst in der Relegation den Ligaverbleib sicherte, ein Team mit einer komplett anderen Spielidee geformt: offensiv, leidenschaftlich, gepaart mit viel Elan.

Auch einige Spieler nahmen eine erstaunliche Entwicklung: Benno Schmitz, Salih Öczan oder Louis Schaub fanden zu alter Stärke zurück oder entwickelten sich weiter. Und Anthony Modestes Leistung explodierte nahezu: Elf Treffer erzielte der 33-Jährige in der Hinrunde, ist mit acht Kopfball-Toren der gefährlichste Angreifer der Liga in der Luft. Mit ähnlich guter Form hatte er den FC 2016/17 in den internationalen Wettbewerb geschossen.

Kölns Modeste: "Ein besonderer Tag"

Sportschau 19.12.2021 02:46 Min. Verfügbar bis 19.12.2022 ARD Von Nesrin Elnabolsy


Unterschiede gibt es aber noch bei Heim- und Auswärtsbilanz. Zuhause ist der FC eine Macht. Nur eine Niederlage gab es in der heimischen Arena - im Dezember gegen Augsburg. 18 der 25 Zähler holt Köln daheim. Dagegen ist die Auswärtsbilanz schwach - nur ein Sieg kurz vor Hinrunden-Schluss gelang dem FC: 3:2 in Wolfsburg.

Wer kommt, wer geht?

Eigentlich hatte sich der FC auf eine ruhige Transferphase eingestellt. Doch dann kam Abwehrchef Rafael Czichos: Der 31-Jährige wollte sich gerne seinen "Karrieretraum" erfüllen und wechselte nach Chicago. Der Abgang des Führungsspielers stellt eine große Schwächung da. Auch bei Jorge Mere könnte sich noch ein Transfer anbahnen. "Wir gehen davon aus, dass er auf uns zukommen wird", erklärte Sportchef Jörg Jakobs zuletzt.

Der Spanier ist derzeit unzufrieden mit seinen Einsatzzeiten und passt nicht zum Baumgart-System, der eher auf robuste statt spielstarke Verteidiger setzt. Der Abgang von Czichos könnte ihm allerdings eine neue Chance bieten. Dennoch wird der FC möglicherweise die Augen nach einem weiteren Abwehrspieler als Ersatz offen halten.

Denn neben Czichos und Mere sollen auch die Verteidiger Noah Katterbach und Cestic für mehr Spielpraxis auf gehobenem Niveau verliehen werden - und damit ihre Formschwankungen ablegen. Robert Voloder schloss sich endgültig seinem Leih-Verein NK Maribor an.

Stand: 05.01.2022, 07:00

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